Dienstag, 12. April 2011

Der Japaner an sich ist halt blöd..

Ich weiss wieder, warum ich Spiegel-Online eigentlich gar nicht anschauen mag:

Verpuffte Mahnungen: Im Norden Japans stehen vielerorts Steine, die vor Tsunamis warnen. Es sind Jahrhunderte alte Gravuren der Vorfahren. Dass sie ignoriert wurden, überrascht Experten nicht - Erinnerungen an Katastrophen verblassen nach drei Generationen.


Ähm, Spon, Euch ist schon klar, dass Japan das bestfunktionierende Tsunami-System der Welt hat? Auch die überschwemmten Orte hohe Schutzmauern gegen das Meer hatten? Die ganzen Leute an den Küsten gedrillt sind, bei Erdbeben sofort höher gelegene Orte aufzusuchen? Und Euch ist klar, was ein vergleichbares Ereignis in Deutschland anrichten würde? Aber bei Spiegel schwört man halt auf die Macht der Steine..



Kommentare:

AndreasP hat gesagt…

In Deutschland würde die eine knappe Hälfte der Bevölkerung ihren Heilpraktiker, Guru oder Astro-TV-Berater anrufen, was sie nun tun sollen. Die andere knappe Hälfte glaubt nicht mal mehr solchen Wissenschaftlerparodien und bleibt gleich vor Tatort oder Fußball am Fernseher sitzen. Der kleine Rest sitzt am Computer und twittert live und erstellt mit Edits im Sekundentakt den nun wirklich ultimativen Wikipedia-Artikel zur Katastrophe.

snotty hat gesagt…

geschäftsidee: geigerzähler mit schwimmkörpern verkaufen

Fontanefan hat gesagt…

Die Fragen sind meiner Meinung nach: Wann trafen die Tsunamiwarnungen ein? Waren an den verschiedenen Orten realistische konkrete Katastrophenwarnpläne bekannt?
Bekanntlich wurde in Deutschland lange empfohlen, sich beim Fall einer Atombombe auf den Boden zu legen und sich eine Aktentasche über den Kopf zu legen.
Mein Bruder lernte bei der Bundeswehr auf die Frage "Wohin fährt man nach dem Abwurf einer Atombombe?" die Antwort "Zum Zentrum der Expolsion". Begründung: "Dort ist kein Feind mehr."
Meiner Meinung nach kann Erinnerungskultur sehr wohl einen Beitrag zum Lernen aus der Geschichte leisten. Auch wenn es mit dem Lernen in den meisten Fällen nicht klappt.

dirkfranke hat gesagt…

Natürlich sollte man aus der Vergangenheit lernen. Nur stehen dafür in Japan durchaus diverse Tsunamis in Menschengedenkzeit zur Verfügung, da muss man nicht auf alte Steine ausweichen.

Soweit ich sah und las gab es überall ein funktionierendes Warnsystem und Tsunamimauern oder ähnliche Schutzvorrichtungen. Nur waren die halt nicht auf diesen Tsunami ausgerichtet, die Leute sind dahin geflüchtet, wohin sie letztlich nicht sicher waren.

Nur damit, dass es wirklich ein Jahrtausenderdbeben mit der zehnfachen Energie von Kanto- oder Gansu-Beben wird und alle historischen Beben übersteigt, dmit rechneten sie offensichtlich nicht. Und nur zum Vergleich: ein großes Erdbeben bei Basel ist überfällig und das nahe gelegene KKW Fessenheim liegt unterhalb des Rheinwassers.