Samstag, 8. Januar 2011

Wikimedia: Geld rein und raus. Nach Zahlen gesucht.

So, ich habe jetzt mal einen Blick in den Haushaltsentwurf 2011 geworfen:

Einnahmen gesamt (Spendenbanner, Zweckgebundene Zuschüsse, sonstiges): 1,3 Mio, davon Spendenbanner 985.000. Also abgerundet 75%.

Ausgaben direkt für Projekte: 111.000 (davon 60.000 unter dem vielseitig interpretierbaren Titel "Förderung des Ehrenamts"), also 8%.


Kommentare:

sebmol hat gesagt…

Wie hast du die 111.000 berechnet? Also was alles hast du da reingerechnet?

Gundula Gause & Klaus-Peter Siegloch hat gesagt…

Und was bezweckst du mit dieser Zahlenangabe? Was ist deine Kritik? Die Verwaltungskosten? Die Personalkosten? Die Anzahl / Effizienz der Projekte?

Du willst mehr Projekte aber weniger Aufwandskosten dafür?! Mir scheint, hier fehlt ein wenig Realitätssinn. 16 (oder mtwg. 17) Mitarbeiter in der Geschäftsstelle haben durchaus ihre Berechtigung - wobei wahrscheinlich nicht mal die Hälfte davon Vollzeitkräfte sind.
Bsp.: Erst mit einem Fundraiser können (konnten) so viel Spenden eingenommen werden, womit wiederum ein Assistent für Catrin Schoneville bezahlt werden kann, die wiederum die mediale Aufmerksamkeit für 10 Jahre Wikipedia sinnvoll lenken können. Diese Aufmerksamkeit wird sich wahrscheinlich wieder durch verstärkte Anrufe & Mails bemerkmbar machen, womit die Büroleitung (Noelle) wiederum ihre Berechtigung hat.

Meinst du nicht? Werd' mal konkret mit deiner Kritik und fabuliere nicht so viel rum (wie auch hier http://asinliberty.blogspot.com/2010/11/wikipedia-in-der-schulzeit-wenn-niemand.html).

dirkfranke hat gesagt…

@sebmol,

das ist natürlich eine gute frage, und erstmal ein lauter denkansatz um welche größenordnungen es sich handelt. sobald ich dazu komme, will ich das noch mal näher angehen, zB sollten die zweckgebundenen sachen mE ganz aus der rechnung raus. und zedler mit "soll dem projekt direkt helfen, hilft de facto aber nur über größere umwege" muss man dann noch von profanen verwaltungskosten unterscheiden und so. hier war drin "Förderung des Ehrenamts", Wikitionary, Wikisource, Literaturstipendium, Redaktionen, Community-Budget.

@gundula,


und die tatsache, dass "ein Assistent für Catrin Schoneville bezahlt werden kann, die wiederum die mediale Aufmerksamkeit für 10 Jahre Wikipedia sinnvoll lenken können. Diese Aufmerksamkeit wird sich wahrscheinlich wieder durch verstärkte Anrufe & Mails bemerkmbar machen," - beschreibt dass nicht recht gut den ablauf, dass die geschäftstelle sich mit den spendengeldern eine sich selbst reproduzierenden kreislauf schafft, der an den projekt schlicht und einfach vorbeiläuft. der verschafft zwar der geschäftstelle arbeit, hilft aber den projekten nur sehr sehr indirekt hilft? ich glaube nicht, dass die menschen spenden, damit mehr leute in der geschäftstelle anrufen..

Gundula Gause und Klaus-Peter Siegloch hat gesagt…

Nein, das eine bedingt zwar das andere, aber dennoch ist das ja per se nicht sinnlos oder unnütz. Ein Fundraiser kostet ja nun wenig als er einnimmt, ein Assistent bringt mehr als er kostet. Das ist kein Selbstzweck.

Anyway, beantwortest du meine Frage nicht. Es scheint so als ob es schiene, dass dir die Arbeit der Geschäfstelle en detail gar nicht bekannt oder bewusst ist (ob das jetzt an dir oder an der Kommunikation der Geschäftsstelle/des Vorstandes liegt, sei mal nebensächlich) und du hier interessante Behauptungen/Vorschläge ohne Hintergrund aufstellst.

Auch Mitarbeiter, die allein für "Projektarbeit" zuständig sind, bringen per se ja auch nicht mehr Projekte. Und die Wikipedia-/Wikimedia-Community - deren Teil du ja ebenfalls bist - hat sich auch nicht gerade durch überschwängliche Projektarbeit ausgezeichnet. Ein Problemfall auf beiden Seiten?

Man kann nur Geld in etwas stecken, dass auch da ist. Und es scheint nicht gerade hundert unterfinanzierte, aber vom Konzept her fertige Projekte im Start zu geben. Und die besten, die es gibt, werden über Wissenswert gefördert.

dirkfranke hat gesagt…

Nun ja, das 92% aller Ausgaben sinnlos sind, sagt ja niemand; nur dass die Gelder nicht direkt an die Projekte gehen. Und ja, mein Post von vor ein paar Tagen "wenn wir nicht genug Ideen für sinnvolles haben, dann lieber den Banner nur die halbe Zeit" war jetzt nicht komplett unernst gemeint.

Noch bin ich bei der Faktensammlung: es gibt seit ein paar Jahren sehr viel Geld + in den Projekten lebt es sich genau wie zu Zeiten als es wenig Geld gab. Wo ist es hin? Nicht dort.