Samstag, 25. Dezember 2010
Freitag, 24. Dezember 2010
Traktorfreitag: Feiert schön
Sternlein blinkt.
Englein singt.
Häslein schweigt.
Rehlein schaut.
Gänslein
Weihnachtstraktor.
Zeit der Wunder.
Sternlein blinkt.
Englein singt.
Häslein schweigt.
Rehlein schaut.
Gänslein
Weihnachtstraktor.
Zeit der Wunder.
Traktorfreitag: Feiert schön
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Donnerstag, 23. Dezember 2010
SEO für Anfänger
Ich hätte es ahnen können: Neben dem Google-Dauerbrenner Hitler-Witze scheint auch der Wollfetischismus einen Nerv zu treffen. Google, Du hast einen eigentümlichen Geschmack. Kennt jemand zufällig Hitlerwitze mit Wolle?
Ich hätte es ahnen können: Neben dem Google-Dauerbrenner Hitler-Witze scheint auch der Wollfetischismus einen Nerv zu treffen. Google, Du hast einen eigentümlichen Geschmack. Kennt jemand zufällig Hitlerwitze mit Wolle?
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Mittwoch, 22. Dezember 2010
My Blackberry is not working
(Wer mag, darf sich an dieser Stelle einen Rant über ARD/ZDF und Haushaltsgebühr im Vergleich zur BBC vorstellen.)
(via Thomas Knüwer)
(Wer mag, darf sich an dieser Stelle einen Rant über ARD/ZDF und Haushaltsgebühr im Vergleich zur BBC vorstellen.)
(via Thomas Knüwer)
My Blackberry is not working
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Dienstag, 21. Dezember 2010
Rezension: Sparda-Badeschaf
Die Sparda-Bank war ja schon mehrfach Thema dieses Blogs. Nach etwas unsaftem Beginn verstehen wir uns mittlerweile prächtig. Letztens hatte ich dort einen etwas längeren Termin, und kam geradezu begeistert wieder. Nicht nur, dass sie ausnehmend nett, und freundlich waren; vor allem waren sie bereit jede meiner dummen Rückfragen im Zweifel auch dreimal zu beantworten, bis ich alles so verstanden hatte, wie ich wollte. Doch, kann ich nur empfehlen.
Was aber eigentlich das wirklich Wichtige war: seit diesem Besuch habe ich ein Badeschaf. Soweit ich verstanden habe, entstammt es der Werbekampagne "Wir bringen ihre Schäfchen ins Trockene".
Das hohle Plastikgefährt, ist 10 cm lang, 8 cm hoch und wiegt 36 Gramm. Auf dem Boden steht eine sechsstellige Nummer, bei der ich keinen Bezug zu irgendwas herstellen kann. Und es schwimmt. Und es hat eine drollige abnehmbare Mütze.
Der Boden ist glatt; das hilft beim trockenen Stehen, scheint aber im Wasser nur mäßig geeignet zu sein. Sollte man zu bewegterem Baden neigen, hat das Schaf leichte Gleichgewichtsprobleme und kippt über. Glücklicherweise kann man die Mütze abnehmen, dann schwimmt es wieder.
Weitere Nachteile: es handelt sich um kein Quietscheschaf, das Schaf bleibt stumm. Das Material ist ein bißchen rutschig und das Schaf an sich ungriffig. Ich will ja nicht gleich Wolle, aber doch auch kein Schaf, dass einem sofort aus der Hand glitscht. Und natürlich ist es viel zu weiß, um annähernd realistisch zu sein.
Andererseits: Juchu! Ich habe ein Badeschaf! Liebe Bank, Du bist super!
Die Sparda-Bank war ja schon mehrfach Thema dieses Blogs. Nach etwas unsaftem Beginn verstehen wir uns mittlerweile prächtig. Letztens hatte ich dort einen etwas längeren Termin, und kam geradezu begeistert wieder. Nicht nur, dass sie ausnehmend nett, und freundlich waren; vor allem waren sie bereit jede meiner dummen Rückfragen im Zweifel auch dreimal zu beantworten, bis ich alles so verstanden hatte, wie ich wollte. Doch, kann ich nur empfehlen.
Was aber eigentlich das wirklich Wichtige war: seit diesem Besuch habe ich ein Badeschaf. Soweit ich verstanden habe, entstammt es der Werbekampagne "Wir bringen ihre Schäfchen ins Trockene".
Das hohle Plastikgefährt, ist 10 cm lang, 8 cm hoch und wiegt 36 Gramm. Auf dem Boden steht eine sechsstellige Nummer, bei der ich keinen Bezug zu irgendwas herstellen kann. Und es schwimmt. Und es hat eine drollige abnehmbare Mütze.
Der Boden ist glatt; das hilft beim trockenen Stehen, scheint aber im Wasser nur mäßig geeignet zu sein. Sollte man zu bewegterem Baden neigen, hat das Schaf leichte Gleichgewichtsprobleme und kippt über. Glücklicherweise kann man die Mütze abnehmen, dann schwimmt es wieder.
Weitere Nachteile: es handelt sich um kein Quietscheschaf, das Schaf bleibt stumm. Das Material ist ein bißchen rutschig und das Schaf an sich ungriffig. Ich will ja nicht gleich Wolle, aber doch auch kein Schaf, dass einem sofort aus der Hand glitscht. Und natürlich ist es viel zu weiß, um annähernd realistisch zu sein.
Andererseits: Juchu! Ich habe ein Badeschaf! Liebe Bank, Du bist super!
Rezension: Sparda-Badeschaf
Montag, 20. Dezember 2010
Projekt Silberwissen, Wikimedia?
Bitte sagt mir, dass der Projektname ein Test ist oder so. Oder wurde Projekt Silberwissen jetzt eingeführt, um nachträglich den Projektnamen 50plus zu rehabilitieren? So plötzlich im Vergleich klingt 50plus gleich viel besser als vorher.
Bitte sagt mir, dass der Projektname ein Test ist oder so. Oder wurde Projekt Silberwissen jetzt eingeführt, um nachträglich den Projektnamen 50plus zu rehabilitieren? So plötzlich im Vergleich klingt 50plus gleich viel besser als vorher.
Projekt Silberwissen, Wikimedia?
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Darummagichberlin (XXII)
Dialog heute Abend: "Ach, Staaken war mal im Osten? Und ich dachte immer, das wäre einfach nur so häßlich."
Dialog heute Abend: "Ach, Staaken war mal im Osten? Und ich dachte immer, das wäre einfach nur so häßlich."
Darummagichberlin (XXII)
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Weiterer Preissturz für Wikipedia-Artikel. Boden erreicht.
Der Lohn für Wiki Bio on Goran liegt doch tatsächlich bei 0,00 Dollar. Immerhin, in noch tiefere Tiefen werden die Honorare wohl nicht sinken.
Der Lohn für Wiki Bio on Goran liegt doch tatsächlich bei 0,00 Dollar. Immerhin, in noch tiefere Tiefen werden die Honorare wohl nicht sinken.
Weiterer Preissturz für Wikipedia-Artikel. Boden erreicht.
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Balettmontag: Traktor
Montag ist leer so ohne Traktor. Kein Traktormontag mehr, nur noch Wochenanfang. Wenn der Traktor weg ist, was dann? Genau. Ballett! Um die Eingewöhnung zu erleichtern, allerdings erstmal ein Traktorpost zum Thema Ballett? Überraschenderweise gibt es eher weniger Punkte der Überschreidung. Traktorballet wäre zwar offensichtlich, aber ist dann doch eher Traktor goes Ballett als Ballett goes Traktor. Aufgeführt zum 20-jährigen Jubiläum des schwedischen Ice-Hotels und mir unbegreiflicherweise zur Zeit nur mit niedrigen dreistelligen Zuschauerzahlen ausgestattet.
Aber dann? Das Time Magazine 1960 sah das Ballett gar als Gegensatz des Traktors! Time: Cinema: Russian Without Tractors Time immerhin gibt den richtigen Typ: Russland. Sowjetunion. Wenn ein Staat je sowohl Traktoren als auch Ballett zu obersten Priorität erklärt hat, dann die Sowjetunion. Und siehe da, es gibt auch ein Ballett im Traktoristen-Milieu: Dmitri Schostakowitschs Der helle Bach. spiegelt dabei auch noch Glanz und vor allem Elend sowjetischer Kulturpolitik.
Das Ballett ist eine Komödie, die auf einem kollektivierten Bauernhof spielt. Der Handlungsort sollte das Wohlwollen der Zensoren sichern, die Oper stammt von 1935, einer Zeit, in der Verfolgungen und Deportationen zum Alltag gehörten. Obwohl anspruchsvoll und musikalisch auf der Höhe der Zeit, sollte Der helle Bach doch leicht verständlich sein. Die Uraufführung in Leningrad traf auf begeistert Zuseher, die Oper war weitgehend ausverkauft, die sowjetischen Kritiker begeistert.
Andererseits war Schostakowistsch schon durch seine Oper Lady Macbeth von Mzensk in Ungnade gefallen. Obwohl für die Moskauer Aufführung entschäft und verharmlost, war die Oper wohl von Beginn an chancenos. Die Prawda schrieb einen vernichtenden Verriss, warf den Künstlern falsches Klassenbewusst sein und großrussische Attitüten gegenüber der Bauernklasse vor.
Die Kritik war vernichtend: Schostakowitsch, als der berühmteste am Werk beteiligtem durfte weiter komponieren, stellte jedoch alle Arbeiten an dramatischen Werken ein. Der Co-Librettist Adrian Piotrowski landete im Gulag, der Choreograph Fedor Lopukschow verlor seinen Posten als Chef des Bolschoi-Balletts und wurde wohl noch durch verwandtschaftliche Beziehungen vor dem Gulag bewahrt. Das Bolschoi wartete bis 2003, bis es den hellen Bach wieder inszeniert.
Aber dann? Das Time Magazine 1960 sah das Ballett gar als Gegensatz des Traktors! Time: Cinema: Russian Without Tractors Time immerhin gibt den richtigen Typ: Russland. Sowjetunion. Wenn ein Staat je sowohl Traktoren als auch Ballett zu obersten Priorität erklärt hat, dann die Sowjetunion. Und siehe da, es gibt auch ein Ballett im Traktoristen-Milieu: Dmitri Schostakowitschs Der helle Bach. spiegelt dabei auch noch Glanz und vor allem Elend sowjetischer Kulturpolitik.
Das Ballett ist eine Komödie, die auf einem kollektivierten Bauernhof spielt. Der Handlungsort sollte das Wohlwollen der Zensoren sichern, die Oper stammt von 1935, einer Zeit, in der Verfolgungen und Deportationen zum Alltag gehörten. Obwohl anspruchsvoll und musikalisch auf der Höhe der Zeit, sollte Der helle Bach doch leicht verständlich sein. Die Uraufführung in Leningrad traf auf begeistert Zuseher, die Oper war weitgehend ausverkauft, die sowjetischen Kritiker begeistert.
Andererseits war Schostakowistsch schon durch seine Oper Lady Macbeth von Mzensk in Ungnade gefallen. Obwohl für die Moskauer Aufführung entschäft und verharmlost, war die Oper wohl von Beginn an chancenos. Die Prawda schrieb einen vernichtenden Verriss, warf den Künstlern falsches Klassenbewusst sein und großrussische Attitüten gegenüber der Bauernklasse vor.
Die Kritik war vernichtend: Schostakowitsch, als der berühmteste am Werk beteiligtem durfte weiter komponieren, stellte jedoch alle Arbeiten an dramatischen Werken ein. Der Co-Librettist Adrian Piotrowski landete im Gulag, der Choreograph Fedor Lopukschow verlor seinen Posten als Chef des Bolschoi-Balletts und wurde wohl noch durch verwandtschaftliche Beziehungen vor dem Gulag bewahrt. Das Bolschoi wartete bis 2003, bis es den hellen Bach wieder inszeniert.
Montag ist leer so ohne Traktor. Kein Traktormontag mehr, nur noch Wochenanfang. Wenn der Traktor weg ist, was dann? Genau. Ballett! Um die Eingewöhnung zu erleichtern, allerdings erstmal ein Traktorpost zum Thema Ballett? Überraschenderweise gibt es eher weniger Punkte der Überschreidung. Traktorballet wäre zwar offensichtlich, aber ist dann doch eher Traktor goes Ballett als Ballett goes Traktor. Aufgeführt zum 20-jährigen Jubiläum des schwedischen Ice-Hotels und mir unbegreiflicherweise zur Zeit nur mit niedrigen dreistelligen Zuschauerzahlen ausgestattet.
Aber dann? Das Time Magazine 1960 sah das Ballett gar als Gegensatz des Traktors! Time: Cinema: Russian Without Tractors Time immerhin gibt den richtigen Typ: Russland. Sowjetunion. Wenn ein Staat je sowohl Traktoren als auch Ballett zu obersten Priorität erklärt hat, dann die Sowjetunion. Und siehe da, es gibt auch ein Ballett im Traktoristen-Milieu: Dmitri Schostakowitschs Der helle Bach. spiegelt dabei auch noch Glanz und vor allem Elend sowjetischer Kulturpolitik.
Das Ballett ist eine Komödie, die auf einem kollektivierten Bauernhof spielt. Der Handlungsort sollte das Wohlwollen der Zensoren sichern, die Oper stammt von 1935, einer Zeit, in der Verfolgungen und Deportationen zum Alltag gehörten. Obwohl anspruchsvoll und musikalisch auf der Höhe der Zeit, sollte Der helle Bach doch leicht verständlich sein. Die Uraufführung in Leningrad traf auf begeistert Zuseher, die Oper war weitgehend ausverkauft, die sowjetischen Kritiker begeistert.
Andererseits war Schostakowistsch schon durch seine Oper Lady Macbeth von Mzensk in Ungnade gefallen. Obwohl für die Moskauer Aufführung entschäft und verharmlost, war die Oper wohl von Beginn an chancenos. Die Prawda schrieb einen vernichtenden Verriss, warf den Künstlern falsches Klassenbewusst sein und großrussische Attitüten gegenüber der Bauernklasse vor.
Die Kritik war vernichtend: Schostakowitsch, als der berühmteste am Werk beteiligtem durfte weiter komponieren, stellte jedoch alle Arbeiten an dramatischen Werken ein. Der Co-Librettist Adrian Piotrowski landete im Gulag, der Choreograph Fedor Lopukschow verlor seinen Posten als Chef des Bolschoi-Balletts und wurde wohl noch durch verwandtschaftliche Beziehungen vor dem Gulag bewahrt. Das Bolschoi wartete bis 2003, bis es den hellen Bach wieder inszeniert.
Aber dann? Das Time Magazine 1960 sah das Ballett gar als Gegensatz des Traktors! Time: Cinema: Russian Without Tractors Time immerhin gibt den richtigen Typ: Russland. Sowjetunion. Wenn ein Staat je sowohl Traktoren als auch Ballett zu obersten Priorität erklärt hat, dann die Sowjetunion. Und siehe da, es gibt auch ein Ballett im Traktoristen-Milieu: Dmitri Schostakowitschs Der helle Bach. spiegelt dabei auch noch Glanz und vor allem Elend sowjetischer Kulturpolitik.
Das Ballett ist eine Komödie, die auf einem kollektivierten Bauernhof spielt. Der Handlungsort sollte das Wohlwollen der Zensoren sichern, die Oper stammt von 1935, einer Zeit, in der Verfolgungen und Deportationen zum Alltag gehörten. Obwohl anspruchsvoll und musikalisch auf der Höhe der Zeit, sollte Der helle Bach doch leicht verständlich sein. Die Uraufführung in Leningrad traf auf begeistert Zuseher, die Oper war weitgehend ausverkauft, die sowjetischen Kritiker begeistert.
Andererseits war Schostakowistsch schon durch seine Oper Lady Macbeth von Mzensk in Ungnade gefallen. Obwohl für die Moskauer Aufführung entschäft und verharmlost, war die Oper wohl von Beginn an chancenos. Die Prawda schrieb einen vernichtenden Verriss, warf den Künstlern falsches Klassenbewusst sein und großrussische Attitüten gegenüber der Bauernklasse vor.
Die Kritik war vernichtend: Schostakowitsch, als der berühmteste am Werk beteiligtem durfte weiter komponieren, stellte jedoch alle Arbeiten an dramatischen Werken ein. Der Co-Librettist Adrian Piotrowski landete im Gulag, der Choreograph Fedor Lopukschow verlor seinen Posten als Chef des Bolschoi-Balletts und wurde wohl noch durch verwandtschaftliche Beziehungen vor dem Gulag bewahrt. Das Bolschoi wartete bis 2003, bis es den hellen Bach wieder inszeniert.
Balettmontag: Traktor
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Sonntag, 19. Dezember 2010
Vom Nachttisch geholt: Bücherrundumschlag
Hier gibt es nicht nur offene Tabs, sondern auch geschlossene Bücher. Mal ein Rundumschlag durch das, was sich hier in letzter Zeit so ansammelte.
Noel Behn. The Kremlin Letter. World Books 1968. Das Buch verdanke ich den stets empfehlenswerten Five Books, in diesem Fall glaube ich der Empfehlung von vergessenen Cold-War-Thrillern. Das Buch immerhin ist durch den Film
nicht so ganz vergessen. Handlung: eine Gruppe Freelance-Agenten aus den USA wird umfangreich vorbereitet und dann in den Jahren des Nach-Stalinismus nach Moskau geschleust, um einen geheimnisvollen Brief aus höchsten Westkreisen an einen Kreml-Machtaspiranten wieder zu beschaffen. Wie es sich gehört gibt es viel Verrat und verratene Verräter und menschliche Abgründe.
Kurz gelesen nach Mills (s. unten) war dies jedoch irgendwie enttäuschend. Direkt nach dem wirklich schwarzen und bitterem Realismus von Mills, hatte ich zu oft das Gefühl doch in einer James-Bond-artigen Traumwelt zu leben, in der Übermenschen durch die Gegend laufen. Schon nicht ungeschickt, wie sich das Übermenschentum im realen Einsatz immer mehr abnutzt, die Menschen immer menschlicher werden und die Gegend immer grauer und trauriger. Ausnehmend clever konstruiert ist das auch. Aber irgendwie fehlte mir bei all der Cleverness der emotionale Gehalt. Schon am Anfang war ich unfähig, zu einem Charakter eine emotionale Bindung herzustellen, und so saß ich da eher vor. Sicher gute, unterhaltsame, dunkle Lektüre, aber auch sicher nichts für die Insel.
Juli Zeh. Schilf. Schöffling & Co. 2007. Neben Mills die zweite dringende Leseempfehlung dieser Seite. Nachdem ich mich schon andauernd auf Juli Zeh berufe, versuche ich jetzt auch langsam, mehr von ihr zu lesen.
Die Hauptfigur von Schilf ist der theoretische Physiker Sebastian, der zu einem Mord erpresst wird. Nebenfiguren sind sein Freund und Rivale Oskar, eine überehrgeizige Kommissarin, ein Kommissar mit tödlichen Kopfschmerzen und die Frage wieviele Universen es gibt, und ob wir in mehreren gleichzeitig sein können.
Gleichzeitig wirklich und unwirklich, intelligent genug aufgebaut, dass ich das Buch eigentlich noch mehrmals lesen müsste, um das in Gänze würdigen zu können, strudelartig hineinziehend. Mehr als einmal bringt es mich dazu, liebgewordene Annahmen zu hinterfragen, und sprachlich ist es wie jedes Juli-Zeh-Buch bisher ein einziges Highlight. Gripping.
Anja Marschall (Hg.): Matjes mild bis makaber. Deich Verlag, Glückstadt. 2009. Ehrlich gesagt, bin da ein leichten Täuschung aufersessen, dachte ich doch, es gäbe zumindest etwas zur Kulturgeschichte im Buch. De facto ist es aber eine reine Sammlung von Kurzgeschichten, in denen irgendwo ein Matjes vorkommen muss. Und obwohl ich ja eigentlich wirklich Fan davon bin, wenn Leute selber etwas machen, und unter die Leute bringen, war ich hier doch relativ enttäuscht. Der Matjes an sich spielt meistens nur eine Nebenrolle, fast immer könnte er problemlos durch Kaffe, Rinderbraten, Kohl wasauchimmer ersetzt werden, ohne dass die Geschichte sich veränderte. Sprachlich ist es meistens sehr beschränkt und die überraschendne Pointen.. Naja.. Leicht geschockt war ich allerdings als ich am Ende las, dass fast alle Kurzgeschichtenautoren eher professionell schreiben. Immerhin: mit Herzblut und so richtig schlecht kann ich solche Bücher nicht finden.
Michael Ende. Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer. Thienemann. 2004. Nachdem ich Jahrzehnte nur die Fernsehversion des Buches kannte, wurde mir jetzt endlich mal Buchversion aufgedrängt. Die Geschichte an sich setze ich als bekannt voraus, für spannende Zwischentonsuche empfehle ich die zB die FAZ, für mich war es jetzt eine sehr nette Lektüre, die auch mit Altersabstand nichts von ihrer Faszination verloren hat. Hätte es nicht leicht abwertende Konnotationen, würde ich ja sagen, unglaublich niedlich. Aber tiefer. Einfach zauberhaft.
Archaeonaut 7. Stadt und Kloster Riesa. Archäologie und frühe Geschichte. Landesamr für Archäologie. Dresden 2007. Leider - wie zu viele historische Texte - geschrieben ohne jede Rücksicht auf Leser. Habe mich bis zum Ende durchgequält, aber wenn man nicht eh schon Spezialist für Riesaer Frühgeschichte ist, ist das fast unzumutbar.
Manning O'Brine. Mills. Corgi Books 1969. Das andere Buch von den Five Books. Während es dort vor allem als liebenswerte Schilderung Italiens angepriesen wurde, ist mir dann doch zuerst aufgefallen, dass jeder Deutsche im Buch entweder Nazi oder ausgesprochenes Charakterschwein ist - meistens beides - und außerdem spätestens zwei Seiten nach dem Deutschen-Outing als erschosssen wird.
Das Buch steckt noch tief in den Nachwehen des zweiten Weltkriegs. Mills, die Titelfigur, war ehemals als britischer Agent bei den italienischen Partisanen, ist danach in den Secret Service der Nachkriegszeit gegangen, sein Herz gehört aber weiterhin Italien. Neben seinen Tätigkeiten als britischer Agent sucht er so quasi freiberuflich ehemalige Nazis, und als er einen von denen in einer der eindrucklichsten Anfangsszenen eines Buch umbringt, hat er plötzlich alle wichtigen Geheimdienste auf den Spuren. Die Glauben, dass der Deutsche noch ein Geheimnis hatte, dass nun Mills meistbietend verkaufen will. Mills wiederum liefert sich mit den diversen Geheimdiensten eine Katz- und Mausjagd quer durch Italien. Die Vergangeheit des zweiten Weltkriegs steht übermächtig über dem Buch, die Handlungen sind lebendig, die Szenen ergreifend. Ein kurzes, aber intensives Buch,
Riesaer Geschichten. Ein Bummel entlang der Hauptstraße. Jahreszahlfindichnicht. Das allerdings ist ein liebenswertes Heimatkundebuch, wie ich es gern öfter sehen würde. Die Riesaer Hauptstraße ist, wie unschwer zu erraten, die Hauptstraße in Riesa. Zu fast jedem Haus gibt es eine kurze archivfundierte Geschichte, und sowohl historische wie auch aktuelle Fotos. Wo vorhanden kommen Zeitzeugenberichte dazu, und eine kluge lesenswerte Zitierweise der Quellen. Insgesamt in seiner Gründlichkeit bewundernstwert, beim lesen wird die Straße lebendig, und beim Durchschlendern ist diese Stadt eine andere als vorher. Soviel reicher als vorher, soviel spannender, bewegter.
Noel Behn. The Kremlin Letter. World Books 1968. Das Buch verdanke ich den stets empfehlenswerten Five Books, in diesem Fall glaube ich der Empfehlung von vergessenen Cold-War-Thrillern. Das Buch immerhin ist durch den Film
nicht so ganz vergessen. Handlung: eine Gruppe Freelance-Agenten aus den USA wird umfangreich vorbereitet und dann in den Jahren des Nach-Stalinismus nach Moskau geschleust, um einen geheimnisvollen Brief aus höchsten Westkreisen an einen Kreml-Machtaspiranten wieder zu beschaffen. Wie es sich gehört gibt es viel Verrat und verratene Verräter und menschliche Abgründe.
Kurz gelesen nach Mills (s. unten) war dies jedoch irgendwie enttäuschend. Direkt nach dem wirklich schwarzen und bitterem Realismus von Mills, hatte ich zu oft das Gefühl doch in einer James-Bond-artigen Traumwelt zu leben, in der Übermenschen durch die Gegend laufen. Schon nicht ungeschickt, wie sich das Übermenschentum im realen Einsatz immer mehr abnutzt, die Menschen immer menschlicher werden und die Gegend immer grauer und trauriger. Ausnehmend clever konstruiert ist das auch. Aber irgendwie fehlte mir bei all der Cleverness der emotionale Gehalt. Schon am Anfang war ich unfähig, zu einem Charakter eine emotionale Bindung herzustellen, und so saß ich da eher vor. Sicher gute, unterhaltsame, dunkle Lektüre, aber auch sicher nichts für die Insel.
Juli Zeh. Schilf. Schöffling & Co. 2007. Neben Mills die zweite dringende Leseempfehlung dieser Seite. Nachdem ich mich schon andauernd auf Juli Zeh berufe, versuche ich jetzt auch langsam, mehr von ihr zu lesen.
Die Hauptfigur von Schilf ist der theoretische Physiker Sebastian, der zu einem Mord erpresst wird. Nebenfiguren sind sein Freund und Rivale Oskar, eine überehrgeizige Kommissarin, ein Kommissar mit tödlichen Kopfschmerzen und die Frage wieviele Universen es gibt, und ob wir in mehreren gleichzeitig sein können.
Gleichzeitig wirklich und unwirklich, intelligent genug aufgebaut, dass ich das Buch eigentlich noch mehrmals lesen müsste, um das in Gänze würdigen zu können, strudelartig hineinziehend. Mehr als einmal bringt es mich dazu, liebgewordene Annahmen zu hinterfragen, und sprachlich ist es wie jedes Juli-Zeh-Buch bisher ein einziges Highlight. Gripping.
Anja Marschall (Hg.): Matjes mild bis makaber. Deich Verlag, Glückstadt. 2009. Ehrlich gesagt, bin da ein leichten Täuschung aufersessen, dachte ich doch, es gäbe zumindest etwas zur Kulturgeschichte im Buch. De facto ist es aber eine reine Sammlung von Kurzgeschichten, in denen irgendwo ein Matjes vorkommen muss. Und obwohl ich ja eigentlich wirklich Fan davon bin, wenn Leute selber etwas machen, und unter die Leute bringen, war ich hier doch relativ enttäuscht. Der Matjes an sich spielt meistens nur eine Nebenrolle, fast immer könnte er problemlos durch Kaffe, Rinderbraten, Kohl wasauchimmer ersetzt werden, ohne dass die Geschichte sich veränderte. Sprachlich ist es meistens sehr beschränkt und die überraschendne Pointen.. Naja.. Leicht geschockt war ich allerdings als ich am Ende las, dass fast alle Kurzgeschichtenautoren eher professionell schreiben. Immerhin: mit Herzblut und so richtig schlecht kann ich solche Bücher nicht finden.
Michael Ende. Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer. Thienemann. 2004. Nachdem ich Jahrzehnte nur die Fernsehversion des Buches kannte, wurde mir jetzt endlich mal Buchversion aufgedrängt. Die Geschichte an sich setze ich als bekannt voraus, für spannende Zwischentonsuche empfehle ich die zB die FAZ, für mich war es jetzt eine sehr nette Lektüre, die auch mit Altersabstand nichts von ihrer Faszination verloren hat. Hätte es nicht leicht abwertende Konnotationen, würde ich ja sagen, unglaublich niedlich. Aber tiefer. Einfach zauberhaft.
Archaeonaut 7. Stadt und Kloster Riesa. Archäologie und frühe Geschichte. Landesamr für Archäologie. Dresden 2007. Leider - wie zu viele historische Texte - geschrieben ohne jede Rücksicht auf Leser. Habe mich bis zum Ende durchgequält, aber wenn man nicht eh schon Spezialist für Riesaer Frühgeschichte ist, ist das fast unzumutbar.
Manning O'Brine. Mills. Corgi Books 1969. Das andere Buch von den Five Books. Während es dort vor allem als liebenswerte Schilderung Italiens angepriesen wurde, ist mir dann doch zuerst aufgefallen, dass jeder Deutsche im Buch entweder Nazi oder ausgesprochenes Charakterschwein ist - meistens beides - und außerdem spätestens zwei Seiten nach dem Deutschen-Outing als erschosssen wird.
Das Buch steckt noch tief in den Nachwehen des zweiten Weltkriegs. Mills, die Titelfigur, war ehemals als britischer Agent bei den italienischen Partisanen, ist danach in den Secret Service der Nachkriegszeit gegangen, sein Herz gehört aber weiterhin Italien. Neben seinen Tätigkeiten als britischer Agent sucht er so quasi freiberuflich ehemalige Nazis, und als er einen von denen in einer der eindrucklichsten Anfangsszenen eines Buch umbringt, hat er plötzlich alle wichtigen Geheimdienste auf den Spuren. Die Glauben, dass der Deutsche noch ein Geheimnis hatte, dass nun Mills meistbietend verkaufen will. Mills wiederum liefert sich mit den diversen Geheimdiensten eine Katz- und Mausjagd quer durch Italien. Die Vergangeheit des zweiten Weltkriegs steht übermächtig über dem Buch, die Handlungen sind lebendig, die Szenen ergreifend. Ein kurzes, aber intensives Buch,
Riesaer Geschichten. Ein Bummel entlang der Hauptstraße. Jahreszahlfindichnicht. Das allerdings ist ein liebenswertes Heimatkundebuch, wie ich es gern öfter sehen würde. Die Riesaer Hauptstraße ist, wie unschwer zu erraten, die Hauptstraße in Riesa. Zu fast jedem Haus gibt es eine kurze archivfundierte Geschichte, und sowohl historische wie auch aktuelle Fotos. Wo vorhanden kommen Zeitzeugenberichte dazu, und eine kluge lesenswerte Zitierweise der Quellen. Insgesamt in seiner Gründlichkeit bewundernstwert, beim lesen wird die Straße lebendig, und beim Durchschlendern ist diese Stadt eine andere als vorher. Soviel reicher als vorher, soviel spannender, bewegter.
Hier gibt es nicht nur offene Tabs, sondern auch geschlossene Bücher. Mal ein Rundumschlag durch das, was sich hier in letzter Zeit so ansammelte.
Noel Behn. The Kremlin Letter. World Books 1968. Das Buch verdanke ich den stets empfehlenswerten Five Books, in diesem Fall glaube ich der Empfehlung von vergessenen Cold-War-Thrillern. Das Buch immerhin ist durch den Film
nicht so ganz vergessen. Handlung: eine Gruppe Freelance-Agenten aus den USA wird umfangreich vorbereitet und dann in den Jahren des Nach-Stalinismus nach Moskau geschleust, um einen geheimnisvollen Brief aus höchsten Westkreisen an einen Kreml-Machtaspiranten wieder zu beschaffen. Wie es sich gehört gibt es viel Verrat und verratene Verräter und menschliche Abgründe.
Kurz gelesen nach Mills (s. unten) war dies jedoch irgendwie enttäuschend. Direkt nach dem wirklich schwarzen und bitterem Realismus von Mills, hatte ich zu oft das Gefühl doch in einer James-Bond-artigen Traumwelt zu leben, in der Übermenschen durch die Gegend laufen. Schon nicht ungeschickt, wie sich das Übermenschentum im realen Einsatz immer mehr abnutzt, die Menschen immer menschlicher werden und die Gegend immer grauer und trauriger. Ausnehmend clever konstruiert ist das auch. Aber irgendwie fehlte mir bei all der Cleverness der emotionale Gehalt. Schon am Anfang war ich unfähig, zu einem Charakter eine emotionale Bindung herzustellen, und so saß ich da eher vor. Sicher gute, unterhaltsame, dunkle Lektüre, aber auch sicher nichts für die Insel.
Juli Zeh. Schilf. Schöffling & Co. 2007. Neben Mills die zweite dringende Leseempfehlung dieser Seite. Nachdem ich mich schon andauernd auf Juli Zeh berufe, versuche ich jetzt auch langsam, mehr von ihr zu lesen.
Die Hauptfigur von Schilf ist der theoretische Physiker Sebastian, der zu einem Mord erpresst wird. Nebenfiguren sind sein Freund und Rivale Oskar, eine überehrgeizige Kommissarin, ein Kommissar mit tödlichen Kopfschmerzen und die Frage wieviele Universen es gibt, und ob wir in mehreren gleichzeitig sein können.
Gleichzeitig wirklich und unwirklich, intelligent genug aufgebaut, dass ich das Buch eigentlich noch mehrmals lesen müsste, um das in Gänze würdigen zu können, strudelartig hineinziehend. Mehr als einmal bringt es mich dazu, liebgewordene Annahmen zu hinterfragen, und sprachlich ist es wie jedes Juli-Zeh-Buch bisher ein einziges Highlight. Gripping.
Anja Marschall (Hg.): Matjes mild bis makaber. Deich Verlag, Glückstadt. 2009. Ehrlich gesagt, bin da ein leichten Täuschung aufersessen, dachte ich doch, es gäbe zumindest etwas zur Kulturgeschichte im Buch. De facto ist es aber eine reine Sammlung von Kurzgeschichten, in denen irgendwo ein Matjes vorkommen muss. Und obwohl ich ja eigentlich wirklich Fan davon bin, wenn Leute selber etwas machen, und unter die Leute bringen, war ich hier doch relativ enttäuscht. Der Matjes an sich spielt meistens nur eine Nebenrolle, fast immer könnte er problemlos durch Kaffe, Rinderbraten, Kohl wasauchimmer ersetzt werden, ohne dass die Geschichte sich veränderte. Sprachlich ist es meistens sehr beschränkt und die überraschendne Pointen.. Naja.. Leicht geschockt war ich allerdings als ich am Ende las, dass fast alle Kurzgeschichtenautoren eher professionell schreiben. Immerhin: mit Herzblut und so richtig schlecht kann ich solche Bücher nicht finden.
Michael Ende. Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer. Thienemann. 2004. Nachdem ich Jahrzehnte nur die Fernsehversion des Buches kannte, wurde mir jetzt endlich mal Buchversion aufgedrängt. Die Geschichte an sich setze ich als bekannt voraus, für spannende Zwischentonsuche empfehle ich die zB die FAZ, für mich war es jetzt eine sehr nette Lektüre, die auch mit Altersabstand nichts von ihrer Faszination verloren hat. Hätte es nicht leicht abwertende Konnotationen, würde ich ja sagen, unglaublich niedlich. Aber tiefer. Einfach zauberhaft.
Archaeonaut 7. Stadt und Kloster Riesa. Archäologie und frühe Geschichte. Landesamr für Archäologie. Dresden 2007. Leider - wie zu viele historische Texte - geschrieben ohne jede Rücksicht auf Leser. Habe mich bis zum Ende durchgequält, aber wenn man nicht eh schon Spezialist für Riesaer Frühgeschichte ist, ist das fast unzumutbar.
Manning O'Brine. Mills. Corgi Books 1969. Das andere Buch von den Five Books. Während es dort vor allem als liebenswerte Schilderung Italiens angepriesen wurde, ist mir dann doch zuerst aufgefallen, dass jeder Deutsche im Buch entweder Nazi oder ausgesprochenes Charakterschwein ist - meistens beides - und außerdem spätestens zwei Seiten nach dem Deutschen-Outing als erschosssen wird.
Das Buch steckt noch tief in den Nachwehen des zweiten Weltkriegs. Mills, die Titelfigur, war ehemals als britischer Agent bei den italienischen Partisanen, ist danach in den Secret Service der Nachkriegszeit gegangen, sein Herz gehört aber weiterhin Italien. Neben seinen Tätigkeiten als britischer Agent sucht er so quasi freiberuflich ehemalige Nazis, und als er einen von denen in einer der eindrucklichsten Anfangsszenen eines Buch umbringt, hat er plötzlich alle wichtigen Geheimdienste auf den Spuren. Die Glauben, dass der Deutsche noch ein Geheimnis hatte, dass nun Mills meistbietend verkaufen will. Mills wiederum liefert sich mit den diversen Geheimdiensten eine Katz- und Mausjagd quer durch Italien. Die Vergangeheit des zweiten Weltkriegs steht übermächtig über dem Buch, die Handlungen sind lebendig, die Szenen ergreifend. Ein kurzes, aber intensives Buch,
Riesaer Geschichten. Ein Bummel entlang der Hauptstraße. Jahreszahlfindichnicht. Das allerdings ist ein liebenswertes Heimatkundebuch, wie ich es gern öfter sehen würde. Die Riesaer Hauptstraße ist, wie unschwer zu erraten, die Hauptstraße in Riesa. Zu fast jedem Haus gibt es eine kurze archivfundierte Geschichte, und sowohl historische wie auch aktuelle Fotos. Wo vorhanden kommen Zeitzeugenberichte dazu, und eine kluge lesenswerte Zitierweise der Quellen. Insgesamt in seiner Gründlichkeit bewundernstwert, beim lesen wird die Straße lebendig, und beim Durchschlendern ist diese Stadt eine andere als vorher. Soviel reicher als vorher, soviel spannender, bewegter.
Noel Behn. The Kremlin Letter. World Books 1968. Das Buch verdanke ich den stets empfehlenswerten Five Books, in diesem Fall glaube ich der Empfehlung von vergessenen Cold-War-Thrillern. Das Buch immerhin ist durch den Film
nicht so ganz vergessen. Handlung: eine Gruppe Freelance-Agenten aus den USA wird umfangreich vorbereitet und dann in den Jahren des Nach-Stalinismus nach Moskau geschleust, um einen geheimnisvollen Brief aus höchsten Westkreisen an einen Kreml-Machtaspiranten wieder zu beschaffen. Wie es sich gehört gibt es viel Verrat und verratene Verräter und menschliche Abgründe.
Kurz gelesen nach Mills (s. unten) war dies jedoch irgendwie enttäuschend. Direkt nach dem wirklich schwarzen und bitterem Realismus von Mills, hatte ich zu oft das Gefühl doch in einer James-Bond-artigen Traumwelt zu leben, in der Übermenschen durch die Gegend laufen. Schon nicht ungeschickt, wie sich das Übermenschentum im realen Einsatz immer mehr abnutzt, die Menschen immer menschlicher werden und die Gegend immer grauer und trauriger. Ausnehmend clever konstruiert ist das auch. Aber irgendwie fehlte mir bei all der Cleverness der emotionale Gehalt. Schon am Anfang war ich unfähig, zu einem Charakter eine emotionale Bindung herzustellen, und so saß ich da eher vor. Sicher gute, unterhaltsame, dunkle Lektüre, aber auch sicher nichts für die Insel.
Juli Zeh. Schilf. Schöffling & Co. 2007. Neben Mills die zweite dringende Leseempfehlung dieser Seite. Nachdem ich mich schon andauernd auf Juli Zeh berufe, versuche ich jetzt auch langsam, mehr von ihr zu lesen.
Die Hauptfigur von Schilf ist der theoretische Physiker Sebastian, der zu einem Mord erpresst wird. Nebenfiguren sind sein Freund und Rivale Oskar, eine überehrgeizige Kommissarin, ein Kommissar mit tödlichen Kopfschmerzen und die Frage wieviele Universen es gibt, und ob wir in mehreren gleichzeitig sein können.
Gleichzeitig wirklich und unwirklich, intelligent genug aufgebaut, dass ich das Buch eigentlich noch mehrmals lesen müsste, um das in Gänze würdigen zu können, strudelartig hineinziehend. Mehr als einmal bringt es mich dazu, liebgewordene Annahmen zu hinterfragen, und sprachlich ist es wie jedes Juli-Zeh-Buch bisher ein einziges Highlight. Gripping.
Anja Marschall (Hg.): Matjes mild bis makaber. Deich Verlag, Glückstadt. 2009. Ehrlich gesagt, bin da ein leichten Täuschung aufersessen, dachte ich doch, es gäbe zumindest etwas zur Kulturgeschichte im Buch. De facto ist es aber eine reine Sammlung von Kurzgeschichten, in denen irgendwo ein Matjes vorkommen muss. Und obwohl ich ja eigentlich wirklich Fan davon bin, wenn Leute selber etwas machen, und unter die Leute bringen, war ich hier doch relativ enttäuscht. Der Matjes an sich spielt meistens nur eine Nebenrolle, fast immer könnte er problemlos durch Kaffe, Rinderbraten, Kohl wasauchimmer ersetzt werden, ohne dass die Geschichte sich veränderte. Sprachlich ist es meistens sehr beschränkt und die überraschendne Pointen.. Naja.. Leicht geschockt war ich allerdings als ich am Ende las, dass fast alle Kurzgeschichtenautoren eher professionell schreiben. Immerhin: mit Herzblut und so richtig schlecht kann ich solche Bücher nicht finden.
Michael Ende. Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer. Thienemann. 2004. Nachdem ich Jahrzehnte nur die Fernsehversion des Buches kannte, wurde mir jetzt endlich mal Buchversion aufgedrängt. Die Geschichte an sich setze ich als bekannt voraus, für spannende Zwischentonsuche empfehle ich die zB die FAZ, für mich war es jetzt eine sehr nette Lektüre, die auch mit Altersabstand nichts von ihrer Faszination verloren hat. Hätte es nicht leicht abwertende Konnotationen, würde ich ja sagen, unglaublich niedlich. Aber tiefer. Einfach zauberhaft.
Archaeonaut 7. Stadt und Kloster Riesa. Archäologie und frühe Geschichte. Landesamr für Archäologie. Dresden 2007. Leider - wie zu viele historische Texte - geschrieben ohne jede Rücksicht auf Leser. Habe mich bis zum Ende durchgequält, aber wenn man nicht eh schon Spezialist für Riesaer Frühgeschichte ist, ist das fast unzumutbar.
Manning O'Brine. Mills. Corgi Books 1969. Das andere Buch von den Five Books. Während es dort vor allem als liebenswerte Schilderung Italiens angepriesen wurde, ist mir dann doch zuerst aufgefallen, dass jeder Deutsche im Buch entweder Nazi oder ausgesprochenes Charakterschwein ist - meistens beides - und außerdem spätestens zwei Seiten nach dem Deutschen-Outing als erschosssen wird.
Das Buch steckt noch tief in den Nachwehen des zweiten Weltkriegs. Mills, die Titelfigur, war ehemals als britischer Agent bei den italienischen Partisanen, ist danach in den Secret Service der Nachkriegszeit gegangen, sein Herz gehört aber weiterhin Italien. Neben seinen Tätigkeiten als britischer Agent sucht er so quasi freiberuflich ehemalige Nazis, und als er einen von denen in einer der eindrucklichsten Anfangsszenen eines Buch umbringt, hat er plötzlich alle wichtigen Geheimdienste auf den Spuren. Die Glauben, dass der Deutsche noch ein Geheimnis hatte, dass nun Mills meistbietend verkaufen will. Mills wiederum liefert sich mit den diversen Geheimdiensten eine Katz- und Mausjagd quer durch Italien. Die Vergangeheit des zweiten Weltkriegs steht übermächtig über dem Buch, die Handlungen sind lebendig, die Szenen ergreifend. Ein kurzes, aber intensives Buch,
Riesaer Geschichten. Ein Bummel entlang der Hauptstraße. Jahreszahlfindichnicht. Das allerdings ist ein liebenswertes Heimatkundebuch, wie ich es gern öfter sehen würde. Die Riesaer Hauptstraße ist, wie unschwer zu erraten, die Hauptstraße in Riesa. Zu fast jedem Haus gibt es eine kurze archivfundierte Geschichte, und sowohl historische wie auch aktuelle Fotos. Wo vorhanden kommen Zeitzeugenberichte dazu, und eine kluge lesenswerte Zitierweise der Quellen. Insgesamt in seiner Gründlichkeit bewundernstwert, beim lesen wird die Straße lebendig, und beim Durchschlendern ist diese Stadt eine andere als vorher. Soviel reicher als vorher, soviel spannender, bewegter.
Vom Nachttisch geholt: Bücherrundumschlag
elian, ich würde Dich da ja gerne hinschicken.
Aber es wäre gut, wenn Du mal wieder was schriebest.
http://www.girlscanblog.org/
http://www.girlscanblog.org/
elian, ich würde Dich da ja gerne hinschicken.
Um es auch mal zu sagen: Danke Wikipedia. Ihr seid super!
Ich bastele ja gerade mal wieder etwas intensiver an einem Wikipedia-Artikel. Und ich muss ehrlich zugeben: so gute Zusammenarbeit und Hilfe, wie jetzt gerade, habe ich bei Wikipedia seit Jahren nicht mehr erlebt. Ihr seid ein Traum.
Ich bastele ja gerade mal wieder etwas intensiver an einem Wikipedia-Artikel. Und ich muss ehrlich zugeben: so gute Zusammenarbeit und Hilfe, wie jetzt gerade, habe ich bei Wikipedia seit Jahren nicht mehr erlebt. Ihr seid ein Traum.
Um es auch mal zu sagen: Danke Wikipedia. Ihr seid super!
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