Samstag, 30. Oktober 2010

Darummagichberlin (XIV)

Der Berliner Verkehrsteilnehmer gibt nie auf, und kämpft für seine Rechte. Beides am selben Tag sogar.


Koch-Notiz an mich selber bezüglich Rezeptauswahl

Wenn absehbar ist, dass das Kochen erst zwischen 21 und 22 Uhr anfängt, dann nicht das unbekannte Rezept nehmen, bei dem Schritt 13 lautet "jetzt mindestens 4 Stunden im Kühlschrank ziehen lassen."


Freitag, 29. Oktober 2010

Frei wie Arial. Schriften ohne Urheberrecht.

Eine Welt ohne Urheberrecht ist möglich. Beispielsweise wenn man Koch ist, oder Witzeerzähler, oder Magier, oder Schriftendesigner. Mit den aufkommenden Diskussionen um die Grundsätze des Urheberrechts wendet sich die Wissenschaft dankenswerterweise auch den bisher eher unbeachtet gebliebenen Randbereichen zu. Nachdem ich hier letztens schon die Studie zu Stand-Up-Comedians erwähnte, gibt es auch eine zu Schriftendesign:

Blake Fry: WHY TYPEFACES PROLIFERATE WITHOUT COPYRIGHT PROTECTION. In: J. ON TELECOMM. & HIGH TECH. L. [Vol. 8]

Zumindest in den USA, wo Herr Fry forscht, sind diese Schriften urheberrechtsfrei. Trotzdem, oder laut Fry eher deswegen, besteht eine lebendige Szene, die in den letzten Jahrzehnten stark angewachsen ist. Das Angebot an Schriften ist nie so groß gewesen wie heute, und auch im Vergleich zu Europa - wo ein Schutz existiert - geht es ihr sehr gut.

Fry skizziert wirklich ausführlich und interessant die Entwicklung der Schriftentwicklung, die Zeit ihres Bestehens immer an ein anderes Medium gebunden war. Bis ins späte 19. Jahrhundert hinein war der mechanische Aufwand der Typenproduktion so groß, dass der eigentliche Design-Prozess kaum ins Gewicht fiel. Als im späten 19. Jahrhundert die ersten maschinisierten Reproduktionsmöglichkeiten entstanden waren die Schriften ein Zusatz der von den großen Druckmaschinenherstellern nebenbei angeboten wurde. Heute wichtigster Auftraggeber für Schriften ist Adobe, die mit diesem Geschäftsfeld kaum Gewinn machen, aber die benutzen um die bekannten Softwareprogramme zu verkaufen.

Er beschreibt die Probleme, die es macht, Original und Fälschung zu bestimmen, wenn mindestens an Textschrift enge funktionale Anforderungen existieren, die real benutzten Textschriften zudem alle auf Vorbilder zurückgehen, die größtenteils mehrere hundert Jahre alt sind. Ein rechtlicher Schutz würde sich kompliziert gestalten, selbst wenn er erwünscht wäre. Fry beschreibt aber auch, warum die Schriftendesigner trotzdem aktuell prosperieren.

Zum einen sieht er soziale Normen als wichtige Regelungskonstante in dem Bereich. Der reale professionelle Markt ist klein und übersichtlich, ein bekannter Plagiator würde schnell alle Möglichkeiten der Zusammenarbeit verlieren. Dabei existieren vor allem zwei Normen: keine vollständige 1-1 Kopie, und wo andere Ideen einfließen müssen diese benannt werden. Auf Kundenseite - vor allem bei Graphikdesignern - existieren ähnliche Normen, jedoch sind diese deutlich schwerer durchzusetzen.

Die technische Entwicklung macht zudem neue Schriften notwendig. Je nach Anwendungszweck sind leicht verschiedene Ausführungen einer Schriftidee notwendig, die technische Entwicklung hat die Zahl möglicher Anwendungen exponentiell größer werden lassen, so dass auch der Bedarf an Schriften steigt. Zudem ermöglicht die Technik auch Leuten das Schriftdesign, die noch vor einigen Jahren an hohen finanziellen und technischen Einstiegshürden gescheitert wären. Während die Zahl, und vermutlich auch der Anteil, schlechter Schriften gestiegen ist, ist auch die Zahl guter professioneller Schriften in die Höhe geschossen.

Zudem unterliegt Schrift, ähnlich wie Mode, Geschmackszyklen, die eine ständige Reproduktion und Neuerfindung notwendig macht. Einst beliebte Werbeschriften fallen aus der Mode, neue Schriften sollen neuen Zeitgeist transportieren, Werbetreibende versuchen über eine originelle Schrift aus der Menge herauszufallen.

Sollte Schrift also verrechtlicht werden, sieht Fry wenig Gewinn. Die Gefahr besteht, dass starre rechtliche Regeln die zu aller Zufriedenheit arbeitenden sozialen Normen zerstören, und vieles was an Kreativität und Innovationskraft in der Szene besteht, aushöhlen. Der Europa/USA-Vergleich zeigt, dass der schwächere Schutz keineswegs für eine geringere Produktivität sorgt, im Gegenteil steigert er Flexibilität und Anpassungsfähigkeit. Wobei auch Fry einräumen muss, dass im Gegensatz zu vielen Kunstmärkten die Gewinnchancen gering sind. Ähnliche wie diese Winner-takes-it-all-Märkte betreibt der größte Teil der Beteiligten das Geschäft mit minimalem Gewinn. Während allerdings erfolgreiche Komiker oder Musiker Reichtümer anhäufen können, reicht es selbst bei Schriftgestalter-Stars nur zu einem sicheren Auskommen.

Und da wiederum liegen die kleineren Schwächen an Frys Text. Der Europa/USA-Vergleich wird eher postuliert als bewiesen, auch wenn er generell so wirkt als könnte er mit einem educated guess die Lage einschätzen. Seine Erfolgsbilanz des schwächeren Schutzes bezieht sich nur auf die Vielfältigkeit der Schriftgestaltung, nicht auf die ökonomische Situation der Gestalter, die er normativ außen vor lässt. Die Frage, ob beispielsweise ein stärkerer Schutz auch die Verhandlungsposition der Gestalter gegenüber Adobe oder Apple stärken könnte, stellt er gar nicht erst.

Dennoch insgesamt ein inspirierender Text, der ein weitgehend im Schatten liegendes Feld der Geistigen-Eigentums-Debatte beleuchtet, und mir bisher unbekannte Aspekte ausführt, bzw. andere Studien bestätigt.

Und am Rande: ich habe selten einen Text eines Juristen gelesen, der derart von einem Enthusiasmus für sein nichtjuristisches Empirisches Thema durchdrungen war. Ich habe mindestens ebensoviel über die Anforderungen an Schriftgestaltung im Metallsatz, komische Onlinediskussionen, die Erwerbssituation begeisterter Hobbyisten und ähnliches erfahren wie über die Ökonomie des Urheberrechts.



Kürzestupdate zur außerordentlichen Wikimedia-Mitgliederversammlung

Mal ein kurzes Update zur gGmbh-Gründung von Wikimedia Deutschland und den anschließenden Verwerfungen. Die gGmbh existiert mittlerweile, worauf die Diskussion um Sinn oder Zweck und vor allem Ausgestaltung ziemlich eingeschlafen ist.

Wikimedia Deutschland und Misstrauensvotumsantragssteller haben sich auf ein Verfahren geeinigt, über das Antragsteller mit allen Mitglieder kommunizieren können. Jetzt ist das Anschreiben an alle erreichbaren Wikimedia-Mitglieder tatsächlich rausgegangen. Jetzt kommt die spannende Frage, ob sich die benötigten 62 Mitglieder überzeugen lassen eine außerordentliche Mitgliederversammlung einzuberufen.



Offene Tabs wegbloggen

Die Jungs vom Hertha/Schulle-Song haben jetzt auch E-Gitarren gefunden und Moabit gegen "mein Berlin" getauscht. Beides nicht unbedingt Verbesserungen.

Und eines Tages wird Libyen das Internet lahmlegen. O'Reilly: What to consider before shortening links.

Allein wegen der Überschrift: "South Park" guys admit copying

Vietnamese zum merken. Roger Boyes: Erst Vertragsarbeiter, heute Ananas süß-sauer

Roger Boyes gleich nochmal mit einem der interessanteren Texte zu Sarrazin. Sarrazin and Turkish hair dressers

Wie viele Elemente gibt es im Periodensystem? A Handy Alternative Therapy Flowchart

Was langes für das Wochenende. Seymour M. Hersh im New Yorker: Should we be worried about a cyber war?


Abstract City: Guten Morgen Physik. Unpopular Science.

Tagesspiegel-Fotostrecke. Wilde Tiere in Berlin.

KoopTech Kurzrant: Es geht nicht darum, nix zu zahlen. Aber darum, mit den Texten arbeiten zu können.

Und weil ich eh grad schon das E-Gitarren-Hertha-Video verlinkt hab, jetzt noch mal die Akustikversion:





Guten Morgen


Not the Cranberries.

Donnerstag, 28. Oktober 2010

7 Stunden. 50 PS. Geschätzte 3000 Alleebäume. 20 polnische LKWs. Real existierendes Radio mit einer unermeßlichen Vorliebe für Wiederholungen.


Da fühlt man sich wie ein Schaf mit Seegang.


Mittwoch, 27. Oktober 2010

Zwei Schiffe und ein Kran

Brunsbuettel zwei schiffe im elbhafen

Weil es grad schon wieder nach unten rutscht. Der Schmalspur-Schneespur-Gastblogger hat geschrieben: Und was für ein Post: Die offene Wikipedia und ihre Feinde. Nun allerdings frage ich mich: wird er vor dem 31. Oktober noch Berlin hassen?


Iberty lügt, Bahninkompetenz erwiesen

Diesem Zug bin ich vorhin auf freier Strecke begegnet. Dabei ist noch gar nicht April. Überraschenderweise ist die Bekannte der Sparklubgenossin der Mutter, die ich zufällig im Heider Elektronikmarkt treffe, doch keine Quelle, der ich blind vertrauen sollte.



Die offene Wikipedia und ihre Feinde

Wikipedia, das wissen nicht nur Southpark und sein mutmaßliches Alter ego Eric Goldman, hat ein Problem: Den Verlust der Offenheit, die Wikipedia groß gemacht hat. Das gilt nicht nur für die Offenheit der eigentlichen Enzyklopädie, d. i. der Artikel, die nach und nach durch technische, teilweise notwendige Finessen wie Sperren oder Sichtungen eingeschränkt wurde, sondern auch und vor allem für die Sozialstruktur. Die Wikipedianer begrüßen Neulinge meist mit Löschanträgen und Textbausteinen, die Außenwelt wird, sobald sie sich – ob in Form von wissenschaftlichen Konferenzen, von Blogbeiträgen oder gar von neuangemeldeten Benutzern, die in der Wikipedia ihre Meinung kundtun – zunächst misstrauisch beäugt und schließlich verhöhnt, angegriffen, rausgeworfen. Für die bereits anerkannten Wikipedianer gilt Walter Kempowskis Wort über die bundesrepublikanische Gesellschaft: „Ein Schritt vom Wege, und Sie sind erledigt.“ In den Worten des großen Iberty-Schreibrechterteilers: „Wikipedia ist ein paranoider arroganter Haufen geworden, der nicht mehr auf Leute zugeht sondern Angst vor jeder Veränderung hat und mit Liebe im eigenen Saft schmort. Scheint wohl jeder Community irgendwann zu passieren, ist insofern nicht überraschend aber dennoch bedauerlich. Ich kann niemand verdenken sich das in der Freizeit nicht freiwillig anzutun. [...] ich vergass: unglaublich intolerant.“

Woher kommt diese Xenophobie und Intoleranz? Ich versuche es mal mit einer „ideengeschichtlichen“ Antwort, geleitet von einer provokanten These: Einer der ärgsten Feinde der offenen Wikipedia ist das Konsens-Prinzip. (Bei der unten skizzierten Entwicklung spielen natürlich auch andere Faktoren eine wichtige Rolle, ich konzentriere mich aber hier auf die Rolle des Konsensprinzips. Wer das zu weit hergeholt oder zu einseitig findet, darf gerne seine eigene Ideengeschichte schreiben :-).)

Wikipedia definiert „Konsens“ wie folgt:

Der Konsens (Betonung auf der zweiten Silbe; lat. consentire = übereinstimmen) bedeutet die Übereinstimmung von Menschen − meist innerhalb einer Gruppe − hinsichtlich einer gewissen Thematik ohne verdeckten oder offenen Widerspruch.

Ohne verdeckten oder offenen Widerspruch. Interessant wäre sicherlich, auf welchem Wege dieses Prinzip Eingang in die (deutsche) Wikipedia fand, dafür müsste ich aber vermutlich wochenlang Wikiarchäologie betreiben, und am Ende sagt mir Elian, das war alles ganz anders. Von daher gehe ich gleich zu der Frage über, was das Konsensprinzip mit der Wikipedia angestellt hat. Fakt ist: Konsens im eigentlichen Sinne funktioniert nur in kleinen Gruppen. Solange die Wikipedia noch aus 20 Leuten bestand, die sich mehr oder weniger einig waren und sich darüber hinaus nur schwer in die Quere kommen konnten, weil die weiten Felder des menschlichen Wissens weitgehend unbeackert waren, konnte man für alle akzeptable Entscheidungen treffen. Nun hatte man Wikipedia aber als ein offenes System konzipiert, an dem wikiprinzipiell jeder teilnehmen durfte (sic Präteritum). Die Zahl der Mitarbeiter stieg rasch an, und damit geriet der bisher erreichte Konsens unter den Benutzern zunehmend in Gefahr – denn mit der Zahl der Mitarbeiter stieg auch deren Heterogenität im Denken und Handeln.

Nicht genug: Die Wikipedia wurde durch Usenet-Propaganda und schließlich durch Medienberichte (etwa einen großen Spiegel-Artikel Anfang 2004) immer bekannter, womit auch die tatsächlichen Attacken von außen zunahmen. Vandalismus wurde ein größeres Problem, war aber naturgemäß nie ein wirklicher Streitpunkt – „Ficken ficken ficken soll stehenbleiben, ist doch ein konstruktiver Beitrag“ war und ist keine vertretbare Position. Schwerwiegender wurde das automatisch auftauchende Problem der enzyklopädischen Relevanz. Schon die Frage, ob in einer Internetenzyklopädie, die nicht mehr durch Papierknappheit künstlich begrenzt ist, überhaupt eine Auswahl nach Wichtigkeit getroffen werden muss, wird seither kontrovers diskutiert. Immerhin konnte man sich – aus diversen schwerwiegenden Gründen, etwa dem Persönlichkeitsrecht, aber wohl vor allem dem menschlichen Reflex folgend, Wichtiges von Unwichtigem zu entscheiden – darauf einigen, dass es eine Scheidelinie der „Relevanz“ geben müsse. Wo diese aber liegen soll, ist bis heute Gegenstand der Diskussion (interessant in diesem Zusammenhang vor allem die Entwicklung der Seite Wikipedia:Relevanzkriterien, die im April 2004 angelegt wurde und auf der schon bald eine rege Diskussion einsetzte).

In den ersten Diskussionen bildete sich so ein „Konsens“ heraus – allerdings nicht im eigentlichen Sinne einer Meinung, die von allen übereinstimmend geteilt wird, sondern im Sinne eines Standpunkts, der von der Mehrzahl der etablierten Mitarbeiter aus bestimmten Gründen unterstützt wird. Spätestens hier beginnt eine eigenständige wikipedianische Begriffsgeschichte des Wortes. Praktisch exerziert wurde das anhand der Frage, ob Artikel über einzelne Straßen in die Wikipedia aufgenommen werden sollen. Ulrich Fuchs entwickelte eine recht komplexe frühwikipedianische Enzyklopädietheorie, die Artikel über Straßen und andere „Dinge“ (his words) mehr oder weniger radikal ausschloss. Achim Raschka demontierte Fuchsens Theorie, indem er kurzerhand einen exzellenten Artikel über eine Straße verfasste (die Warschauer Straße in Berlin) – mit dem Ergebnis, dass sich Ulrich Fuchs schließlich aus der Wikipedia zurückzog und ein eigenes Projekt gründete.

Hieraus hätte man die Lehre ziehen können, dass ein „Konsens“ im eigentlichen Sinne in einem großen, heterogenen Projekt nicht möglich ist, weil es immer jemanden gibt, der die dominierende Meinung nicht teilt und sich auch von einer überwältigenden Mehrheit nicht überzeugen lässt. Man hätte sagen können: okay, wir haben eine klare Mehrheit von Leuten mit guten Argumenten, die wollen, dass Straßen eigene Artikel bekommen. Man ließ aber den Begriff „Mehrheit“ lieber weg und fügte stattdessen das Wort „Konsens“ ein. Ein Konsens hatte in dieser Frage aber nicht bestanden, eine „Übereinstimmung von Menschen − meist innerhalb einer Gruppe − hinsichtlich einer gewissen Thematik ohne verdeckten oder offenen Widerspruch“ war nicht zustande gekommen. Die implizite Aussage dahinter: Wer widerspricht, ist nicht Teil der Gruppe.

Auf dieser Basis konnte das gedeihen, was ungefähr seit 2005 die Wikipedia beherrschte: Ein inner circle, der sich meist selbst als Kreis von „verdienten Benutzern“ bezeichnete. Der inner circle hatte in jahrelanger Zusammenarbeit und nicht zuletzt mittels unmittelbarer Kommunikation über den Wikipedia-Chat und auf Stammtischen eine relativ hohe Homogenität und mithin einen Konsens innerhalb der eigenen Gruppe erreicht. Es galt nun, diesen gegen die anstürmende Außenwelt, vor allem gegen die neuen Benutzer, zu verteidigen. Als ich im Sommer 2005 zur Wikipedia kam, war dieser Abwehrkampf in vollem Gange. Beispiel: Der neue Benutzer WikiCare eröffnete eine Seite mit dem Titel Wikipedia:Qualitätssicherung (QS) als Antwort auf die Tatsache, dass Verbesserungswünsche für Artikel immer häufiger auf den sogenannten Löschkandidaten ausgesprochen wurden. Hier sollten fortan Artikel ohne Druck und unter freundlicheren Voraussetzungen verbessert werden. Gute Idee, dachten sich die ebenfalls recht neuen Benutzer Kenwilliams, Thomas S., Tolanor und Wiggum und machten sich – im Gegensatz übrigens zu WikiCare, der nie einen einzigen Artikel verbessert hat – an die Arbeit. Halt, rief da der inner circle in Gestalt der Promis Southpark, Finanzer, Elian, Artikel kann man auch ohne Bausteine überarbeiten, auch ohne Listen, auch ohne Menschen, die diese Listen abarbeiten und schließlich archivieren müssen, und in den gravierenden Fällen kann ein bisschen Druck in Form eines Löschantrags auch nicht schaden. Dass sie damit recht hatten, beweist nicht zuletzt die Tatsache, dass unsere Eingangskontrolleure heute nahezu vollständig verlernt haben, Artikel selbstständig erstzuversorgen, etwa durch Wikifizierungen oder eine zumindest oberflächliche Google-Recherche, und stattdessen lieber gleich einen Baustein setzen, ob das nun ein Schnelllösch-, Lösch- oder QS-Antrag ist.

Wichtiger aber ist die Form, in der die QS bekämpft wurde: Nämlich mit dem Hinweis auf einen bestehenden „Konsens“ unter den „verdienten Benutzern“, den man als Neuling nicht einfach so umwerfen könne. Dass „Konsens“ weitgehend gleichbedeutend mit „Meinung des inner circle“ war, konnte einem neuen Benutzer zunächst nicht klar werden. Noch gravierender war die Tatsache, dass sich der inner circle, indem er dieses ominöse Wort für sich reklamierte, nicht als eine Gruppe unter vielen verstand, sondern als rechtmäßige Vertreterin der reinen Wikipedia-Lehre. Alles, worauf ein Neuling glaubte hoffen zu können – dass er an dem, was allgemein „Konsens“ genannt wurde, mitbasteln dürfe, oder dass er vielleicht eine Mehrheit von Benutzern hinter sich versammeln könne oder schon versammelt habe, war in Wahrheit nichtig angesichts der Tatsache, dass er durch die pure Reklamation des Konsens durch den inneren Kreis bereits aus der „eigentlichen“ Wikipedia ausgeschlossen war – was er spätestens merken konnte, wenn er bei einer Adminkandidatur obskure Gegenstimmen wie „Bauchgefühl“, „seltsame Ansichten“ oder „hat zuviele Babels auf der Benutzerseite“ kassierte. Jeder, der auf den Löschkandidaten für „verbessern statt löschen“ votierte oder einfach nur „behalten!“ schrieb, ohne seine Ansicht zu begründen, der bunte Babel-Bausteine auf seiner Benutzerseite sammelte oder Themenstubs einführen wollte, wich von den ungeschriebenen Gesetzen des sogenannten Konsens ab – eine Abweichung, die sofort registriert wurde und ihn zunächst einmal, ohne dass er es merkte, aus der Gemeinschaft der anerkannten, „verdienten“ Wikipedianer ausschloss.

Nun tat aber nicht jeder solchermaßen Ausgeschlossene der Wikipedia den Gefallen, sich einfach zu verkrümeln und einen Fork aufzumachen, um damit den vermeintlichen Konsens zu einem tatsächlichen zu machen. Im Gegenteil blieben die meisten Benutzer und formten ihre eigenen informellen Gruppen oder integrierten sich in das bestehende System. Die Zahl der Benutzer, die den „Konsens“ nicht teilten, stieg sogar bedrohlich an. Hier ist der Ursprung einer besonders beliebten Spielart des „Konsens“ zu suchen: Der Verdammung demokratischer Vorgänge innerhalb der Wikipedia. Die Seite Nimm nicht an Abstimmungen teil fand viel Beifall; die dümmliche Behauptung „Wikipedia ist keine Demokratie, sondern eine Enzyklopädie“, 2006/2007 fast allgegegenwärtig (prominent vertreten etwa in Markus Muellers Mantras: „Hier gibt es keine Demokratie.“), konnte nur in dieser Atmosphäre einer unterschwellig wahrgenommenen Bedrohung der eigenen Hegemonialstellung ihre erstaunliche Karriere antreten. Natürlich kann über Wahrheit und Wissen nicht abgestimmt werden. Dies war aber auch nie Gegenstand der Debatte. Wikipedia ist nicht nur eine Enzyklopädie, sondern auch ein soziales Projekt, dessen Regeln im sozialen Mit- und Gegeneinander festgelegt werden. Dabei können auch demokratische Vorgehensweisen eine Rolle spielen: Wikipedia kann gleichzeitig Enzyklopädie und Demokratie sein – ebenso wie Deutschland gleichzeitig ein Staat und eine Demokratie sein kann.

Der „Konsens“, der einen Komplex von übereinstimmenden Meinungen einer bestimmten Gruppe bezeichnete, der „Core-Community“, war also keineswegs immer von vernünftigen Überlegungen, sondern oft auch schlicht von den Interessen dieser Gruppe geleitet: Das Eherne Gesetz der Oligarchie schlug zu. Das Wikipedia-spezifische Konsensprinzip entfaltete dabei eine ganz besondere Dynamik: Weil der „Konsens“ zunehmend als übergeordnete, nicht mehr diskutable Grundwahrheit begriffen wurde, war seine Umsetzung auch den bisher gültigen Regeln nicht mehr unterworfen. Man [d. h. auch ich] fing beispielsweise an, Löschungen von Babelsammlungen bewusst ohne entsprechende Diskussion, sogar ohne Schnelllöschantrag vorzunehmen, weil der angebliche Konsens eben vorsah, dass solche Sammlungen schädlich für eine „ernsthafte Enzyklopädie“ seien. Die Core-Community verstand sich als Streiter für den Konsens, der Neulingen auch gar nicht mehr auseinandergesetzt und erklärt, geschweige denn diskutiert und infrage gestellt zu werden brauchte. Weil diese Neulinge, denen man nichts erklärte, die man stattdessen vor vollendete Tatsachen stellte, nicht so einfach spurten, entwickelte sich ein Korpsgeist in der inneren Community. An diesem Punkt brauchte jemand, der zwar bewusst und ganz offensichtlich gegen Wikipedia-Regeln und -Gepflogenheiten verstoßen hatte – etwa indem er einen angeblich schlechten, aber vielleicht schon seit Jahren so dastehenden Artikel ohne Diskussion löschte – keine Sanktionen mehr zu fürchten. Das Konsens-Korps kam ihm sogleich zuhilfe, indem es einfach behauptete, der jeweilige Kritiker der Aktion habe keine Ahnung – nämlich von was? Vom Konsens.

Trotz oder gerade wegen des sich formierenden Gleichschritts der Korpsmitglieder löst sich die Cor(e)ps Community seit etwa 2007 zunehmend auf. Das hat vor allem zwei Gründe: 1) Trotz der Repressionen konnten sich alternative Denkmodelle zum „offiziellen“, angeblichen Konsens allein wegen der schieren Hartnäckigkeit ihrer Verfechter halten oder sogar durchsetzen: Babels gibt es immer noch, die Qualitätssicherung leider ebenfalls. Radikale Konsenskrieger wie Markus Mueller verabschiedeten sich deshalb frustiert aus der Wikipedia. 2) Auf der anderen Seite des wikipolitischen Spektrums fühlten sich einige der wichtigsten Protagonisten des inner circle desto unwohler, je mehr sich der inner circle radikalisierte. Dass Benutzer ausgegrenzt und gemobbt wurden, wurde eine schwer zu übersehende Tatsache, mit dem Resultat, dass sich eine Reihe von Benutzern – teilweise mit öffentlichen Erklärungen wie Elians „Warum ich nicht mehr mitspiele“ – aus dem bisherigen Bereich der Konsensoligarchie oder sogar aus der Wikipedia verabschiedeten.

Heute besteht die Community aus kleineren Gruppen, die über gemeinsame Interessen oder (meistens) gemeinsame Ansichten zueinander gefunden haben und sich etwa über interne Chatkanäle austauschen. Einen Korpsgeist gibt es innerhalb dieser Gruppen immer noch, dessen Durchsetzung ist aber im Sinne einer „wikipolitischen“ Gesamtausrichtung der Wikipedia erheblich schwerer geworden. Der Begriff Konsens aber hat trotz dieser Veränderungen überlebt – mithilfe einer weiteren Bedeutungsverschiebung. In Ermangelung einer festgefügten Gruppe, die den Konsens festlegen könnte, ist er zu einer Art Rousseauschem volonté générale geworden: Ein vor Urzeiten von Gott, Jimbo oder Kurt Jansson in den Boden gerammter Kultstein, um den nun alle tanzen müssen. Wer aus der Reihe tanzt, wird auch heute noch mit dem impliziten oder expliziten Ausschluss aus der Gemeinschaft der „verdienten Wikipedianer“ bestraft. Leider ist die kultische Deutung des Steins heute nichtmal mehr für den Eingeweihten leicht, sodass es umso unsinniger ist, sich auf ihn zu berufen.

Das Konsensprinzip ist eine zutiefst autoritäre Ideologie. Es schafft einen großen Graben zwischen denen, die dem vermeintlichen „Konsens“ folgen und folglich als „verdiente Autoren“ zu gelten haben und denen, die der Meinung der Corps Community nicht folgen wollen und folglich „Trolle und Deppen“ oder „Störer“ sein müssen. Die Rede von „Trollen“, „Störern“, „Projektschädlingen“ zeigt, wie tief das Konsensprinzip – die Unfähigkeit, abweichende Meinungen zu ertragen, weil nicht sein kann, was nicht sein darf – Einzug ins Denken der Wikipedianer gehalten hat. Der antidemokratische Ruf nach „Reinheit“ und „Sauberkeit“, das Verlangen, dass „endlich mal aufgeräumt“ werden müsse, begegnet in vielen Diskussionsbeiträgen. Die Geburt des wikipedianischen Autoritarismus aus dem Geiste des Konsensprinzips wäre zu verhindern gewesen, wenn man sich von Anfang an auf einen demokratischen Meinungspluralismus verständigt hätte. Eine Abweichung von dem, was ein kleiner Kreis von Wikipedianern als „Konsens“ definiert hat, hat nicht automatisch den Untergang der Wikipedia zur Folge. Im Gegenteil ergänzt sie das ohnehin heterogene Meinungsspektrum um einen weiteren Standpunkt, dem sich wiederum neue Benutzer anschließen können. Und die brauchen wir, um die fehlenden 100 Millionen Einträge irgendwann doch noch schreiben und die 700 000 schlechten oder suboptimalen Artikel weiter verbessern zu können.

Die Nöte des Drschrotti mit der Schleckmuschel

Schleckmuscheln - multi-colored

Erinnert sich jemand an Schleckmuscheln? Für diejenigen, die die 80er verdrängt haben: Schleckmuscheln, auch bekannt als Leckmuscheln, sind niedliche Süßigkeiten, bei denen man die übliche Zucker-Aromastoff-Mischung aus einer muschelförmigen Schale lecken muss. Anscheinend existieren sie noch, denn ein offensichtlicher Teilnehmer der Schleckmuschel-Industrie schlug letztes Jahr in Wikipedia auf. Womit man rechnen sollte: die Schleckmuschelindustrie ist nicht so friedlich wie es Ihrem Produkt entspräche.

Seit 2008 gibt es einen Schleckmuschel-Wikipedia-Artikel. Leider ist der Schleckmuschelmarkt wissenschaftlich nicht erschlossen, so dass sich die Quellensuche als schwierig gestaltete und die Schreiber auch auf einfache Websites in ihrer Recherche zurückgreifen mussten. Am 15. April 2009 enthielt der Artikel unter anderem den Satz:

Schleckmuscheln werden von der Firma Trawigo produziert und vertrieben.[1]
Belegt ist der Satz mit einem Link zum Unternehmen Trawigo. Trawigo nun wiederum nimmt die Website irgendwann vom Netz.

Das nun wiederum führte zum Auftritt von Drschrotti. Drschrotti hat eine Schleckmuschelobsession; sämtliche Beiträge dieses einst hoffnungsvollen Jungwikipedianers drehten sich um die Schleckmuschel. Um genau zu sein, darum, die Schleckmuschel von Trawigo zu trennen. Sein erster Beitrag ist ein Löschantrag gegen die Trawigo-Erwähnung, der dann auch die gesamte Argumentation zusammenfasst:

Diese Behauptung suggeriert, daß Trawigo die Schleckmuscheln als einzige Firma produziert und vertreibt. Das ist nachweislich absolut falsch !!! Es verzerrt den Wettbewerb und verschafft der Firma Trawigo einen unlauteren Vorteil. Das um so mehr, weil jeder der in google Schleckmuschel sucht dies vorfindet:


Nun bringt Drschrotti leider keine Nachweise über weitere Hersteller und erweitert das Wissen, sondern er legt nach, der Trawigo-Geschäftsführer sei 79!

Die nicht-Überzeugten Wikipedianer kriegen zu hören, dass sie gar nicht seriös seien, nicht akribisch prüfen würden, und der Schleckmuschelmarkt der Wettbewerbsverzerrung unterläge. Zwei Tage später zeitigen die Tiraden Erfolg. Trawigo existiert auch in der Wikipedia nicht mehr, der Schleckmuschelartikel existiert weiterhin; nur weiß kein Leser mehr, wo die kleinen Schleckmuscheln eigentlich herkommen.

Was schade ist: Drschrotti, wenn Du mehr weißt, dann sage es doch einfach. Das würde allen Beteiligten mehr helfen als vage Rants im Nebel der Überlegenheit. Liebe Wikipedianer: man kann Euch auch instrumentalisieren, wenn man löschen statt werben will. Liebe Leser: Falls sich hier jemand mit Schleckmuscheln auskennt..


Bauer Beck fährt weg

Nachdem ich seit achtneun Tagen abends nichts anderes mehr vorlesen darf als dieses Buch, ist es, denke ich, Zeit für eine kleine Rezension.

"Bauer Beck fährt weg". Alles fängt damit an, dass die Magd Toni plötzlich Urlaub machen will. "Irgendwer muss die Hühner füttern" meint Bauer Beck. "Irgendwer muss aber auch eine Sandburg bauen" meint die Toni und weg ist sie auf ihrem Motorroller. Fährt Bauer Beck eben auch in Urlaub. Aber das ist gar nicht so einfach, denn da sind noch die ganzen Tiere. Nachdem radikale Lösungen erwogen ("Schlachten, alle schlachten" murmelte Bauer Beck") und verworfen wurden, packt Bauer Beck die ganze Bagage, Hund, Kuh, Kälbchen, Pferd, Ziege, Schaf, Schwein, Hühner und die beiden Streithähne auf seinen Anhänger und tuckert auf seinem hellblauen Traktor gen Meer.

Damit beginnt Bauer Becks Kampf gegen engstirnige Verbote und Bürokratie. Ohne Papiere dürfen die Tiere nicht über die Grenze, am Strand ist das Zelten verboten, auf dem Zeltplatz zwar das Zelten erlaubt, aber Hunde verboten, und auch die Hotelunterkunft gestaltet sich schwierig.

Die Sprache des Buchs nutzt sich mit ihrem Wortwitz und festen Wendungen, die das ganze Buch durchziehen ("Nichts zu machen?" fragte Bauer Beck. "Nichts zu machen."), selbst nach dem x-ten Vorlesen nicht so leicht ab. Die Dialoge kann man auch recht gut zu zweit vorlesen.

Der wirkliche Knüller sind jedoch die Zeichnungen von Daniel Napp (schon bekannt aus Dr. Brumm fährt Zug). Wie er es schafft, Hund, Kuh, Kälbchen, Pferd, Ziege, Schaf und Schwein, die sich über die Theke der Hotelrezeption lehnen, jeweils einen ganz eigenen Gesichtsausdruck zu verpassen, muss man gesehen haben. Die Campingplatzeinfahrt, graue Funktionsarchitektur mit dahinter ein paar Wohnwagen – verloren liegt auf dunkelgraugrünem Rasen ein Ball. "Der Ball ist traurig", meint das Kind beim Vorlesen dazu jedesmal. Bildkomposition und Aufbau sind durchdacht und passen perfekt zum Inhalt.

Technische Daten
Bauer Beck fährt weg von Christian Tielmann (Text) und Daniel Napp (Illustrationen)
Sauerländer, 32 Seiten
Alterempfehlung 5 - 7 Jahre (kann man durchaus runterschrauben)
Elternvotum: Kultbuch
Kindervotum: Kultbuch

So, jetzt bin ich auch nur ein Viertelstündchen zu spät zum Traktormontag, zu dem ich diesmal Bauer Becks schönen Oldtimer (einen Eicher?) einreiche. Und nächstes Mal gibt es wieder einen schönen saftigen Verriss, man kann ja nicht dauernd über den grünen Klee loben... Ich hab da noch ein paar Kandidaten auf Lager.



Montag, 25. Oktober 2010

Die seltsamen Bräuche der Wikipedianer: Die Präventivsperre für Castingshowteilnehmer

Wikipedia-Unterseiten bergen doch so manches Geheimnis und sind voller Überraschungen. Eine der instruktiveren damit, welche Probleme sich stellen, und wie die real existierende Wikipedia in dieser Hinsicht ist Wikipedia:Präventivsperre für Castingshowteilnehmer.

Die Seite existiert seit 2008, ist weitgehend unkontrovers und tatsächlich in Benutzung. Sie ist Folge langjähriger Grundsatzdiskussionen, die schließlich mehr oder weniger zum Konsens führten, dass alleinige Teilnahme an einer Castingshow nicht ausreicht, um länger eine gewisse Mindestbedeutung für die Welt zu haben.

Grundsätzlich funktioniert die Seite so, dass der geneigte Wikipedianer Namen von aktuellen Castingshowteilnehmern auf ihr einträgt. Zu diesen Teilnehmern können dann keine Artikel mehr angelegt werden, es sei denn der designierte Autor findet eine andere Schreibweise des Namens. Zu Ende der Staffel werden die Namen wieder entfernt, motivierte Schreiber können die Artikel theoretisch wieder anlegen.

Die Logik hinter der Seite ist einfach, sie zeigt recht instruktiv, wie sich Wikipedia Grundkonflikte in der Praxis ausspielen. Die theoretische Forderung nach Offenheit und Einzelfallprüfung gegen langjährige schlechte Erfahrung. Die theoretische Einsicht, dass man auch einen 25-jährigen Nachwuchssänger enzyklopädisch aufbereiten kann ohne Persönlichkeitsrechte zu verletzen, gegen die Erfahrung, dass diejenigen, die es könnten, sich im Normalfall nicht für DSDS interessieren.

Aber ach, was soll man sagen: natürlich ist es anmaßend schon im voraus wissen zu wollen, wer wichtig ist, wer nicht, zu wem man etwas sinnvolles schreiben kann, zu wem nicht. Andererseits: jede Erfahrung zeigt, dass bei Castingshowteilnehmerartikeln nicht niemals nie etwas anderes eingetragen wird, als die neusten Presseschnipsel von RTLSATPROARD. Und nein, es ist keine gute Idee, Wikipedia als Presseoutlet der genannten Fernsehsender zu mißbrauchen. Und ja, die Diskussionen um unpräventiv gesperrte Teilnehmer waren oft sehr emotional, sehr destruktiv, und beiderseits nicht unbedingt von Empathie geprägt. Die Präventivsperr-Seite trägt eher zur Stimungsverbesserung bei.

Aber es ist anmaßend! Und borniert!


Und Berliner meckern über die S-Bahn..

Hier auf dem Dorf fährt ein Zug. Einmal die Stunde in die nächstkleinere Stadt, wo man dann umsteigen kann, um wieder eine Stadt weiter zu kommen. Jetzt aber leider nicht mehr. Bis April. Das nenn ich Verspätung.


Traktormontag: Bauer-sucht-Frau-Ausgabe

Darf ich mal eigentlich als Trendsetter und Fernsehavantgardist fühlen, weil ich schon Ende der 1990er Kuppelshows auf MDR kuckte? Wer außer mir hätte gedacht, dass das mal das erfolgreichste Format im deutschen Fernsehen wird?

Es gibt unglaublich süüüüüüüüüße Lämmer im Bild. Weswegen der humorvolle Hesse mein Favorit ist.

Wahrscheinlich die einzige Sendung des deutschen Fernsehens, in der nicht nur Autonummernschilder verpixelt werden, sondern auch die Ohrmarken von Kälbchen.

Aber weil das hier ja Traktormontag ist, noch ein bißchen Treckertreck:





Brausende Blätter hin oder her

Nordsee-Nordseewetter ist noch deutlich nordseeiger als Berlin-Nordseewetter. Beeindruckend, herbstlich, und nass.

Ui, hohe Wasserwerferdichte bei Gorleben

Schon jetzt in der Anfahrt. Hab heute in der entsprechenden Gegend auf der Autobahn doch einige in die Richtung getroffen.


Sonntag, 24. Oktober 2010

Darummagichberlin (XIII)

Kirchhof stahnsdorf nebelarbeiten ohne adresse

Südwestkirchhof Stahnsdorf
.

In einer verwandten Mitteilung. Der Schmalspur-Schneeschleuder-Gastblogger hat gestern über dem Bulgogi angekündigt, eine Gegenserie "darumhasseichberlin" aufzumachen. Ich harre voller Spannung der Dinge, was wir vor dem 31.10. noch davon sehen werden.


Nordseewetter, I rejoice

Der Wind, er braust.
Das Blatt, es saust
an mir vorbei.

Eine Buche knörzt.