Madame Poupou hat das woher, warum, wieso, wo sind die delfine hin und wo kommen die kleinen thunfischdosen her, schon toll beschrieben.
Samstag, 4. September 2010
Making Sense of Sarrazin, nächste Annäherung
Ausgerechnet die Bild scheint zu ähnlichen Schlußfolgerungen zu kommen wie ich, wenn es darum geht, was nun die eigentliche Substanz des Sarrazin-Boheis ist. Ich schrieb der "größte und emotionalste Teil der Posts bezog sich gar nicht auf Sarrazin oder Muslime oder Integration, sondern regte sich eher über die Medien und Politiker auf", Bild schreibt "Das wird man ja wohl sagen dürfen!", Metadebatte galore.
Aber was ist "das"? Um Sarrazins Buch und die Thesen kann es nicht gehen, ein reltiv typischer Kommentar: "So muss man sich zwingend fragen, warum so bekannte Intellektuelle wie G. di Lorenzo oder Frau Stern, an einzelnen Worten im Buch reiten, statt zu versuchen den Sinn des Buches zu verstehen." Was ist "der Sinn"?, Das "das", das "darüber"? Leute, die meinen, dass jugendliche Gewalttäter hart bestraft gehören sind nun auch öffentlich nicht selten. Daraus Hartz-IV-Empfänger für überbezahlt zu erklären, haben ganze Lobbyverbände ihre Hauptexistenzberechtigung gezogen. Kann man sagen, dass Gewalttäter meistens jung sind, fast immer männlich, und überdurchschnittlich oft türkische Eltern oder Großeltern haben - zwar mit Zögern, aber mittlerweile geht das.
Sind sie alle nur verwirrt und weinerlich, verwechseln sie "man darf nicht", mit "es gibt große Teile der Öffentlichkeit, die das anders sehen?" Sicher auch. Vorallem aber scheint es doch darauf hinaus zu laufen: irgendwann muss man in all den Argumentationen sagen, dass Türken per se weniger Wert sind als Deutsche, sonst gehen sie nicht auf. Sobald man detailliert wird, wird man als Rassist angreifbar, bleibt man vage, kommt ein "darüber, "das", "der Sinn" heraus. Ewiges Diskussionsdilemma. Deshalb reden die einen jetzt auch über "einzelne Worte", Statistiken, Tabellen, die anderen über das vage Große und Ganze.
Aber was ist "das"? Um Sarrazins Buch und die Thesen kann es nicht gehen, ein reltiv typischer Kommentar: "So muss man sich zwingend fragen, warum so bekannte Intellektuelle wie G. di Lorenzo oder Frau Stern, an einzelnen Worten im Buch reiten, statt zu versuchen den Sinn des Buches zu verstehen." Was ist "der Sinn"?, Das "das", das "darüber"? Leute, die meinen, dass jugendliche Gewalttäter hart bestraft gehören sind nun auch öffentlich nicht selten. Daraus Hartz-IV-Empfänger für überbezahlt zu erklären, haben ganze Lobbyverbände ihre Hauptexistenzberechtigung gezogen. Kann man sagen, dass Gewalttäter meistens jung sind, fast immer männlich, und überdurchschnittlich oft türkische Eltern oder Großeltern haben - zwar mit Zögern, aber mittlerweile geht das.
Sind sie alle nur verwirrt und weinerlich, verwechseln sie "man darf nicht", mit "es gibt große Teile der Öffentlichkeit, die das anders sehen?" Sicher auch. Vorallem aber scheint es doch darauf hinaus zu laufen: irgendwann muss man in all den Argumentationen sagen, dass Türken per se weniger Wert sind als Deutsche, sonst gehen sie nicht auf. Sobald man detailliert wird, wird man als Rassist angreifbar, bleibt man vage, kommt ein "darüber, "das", "der Sinn" heraus. Ewiges Diskussionsdilemma. Deshalb reden die einen jetzt auch über "einzelne Worte", Statistiken, Tabellen, die anderen über das vage Große und Ganze.
Ausgerechnet die Bild scheint zu ähnlichen Schlußfolgerungen zu kommen wie ich, wenn es darum geht, was nun die eigentliche Substanz des Sarrazin-Boheis ist. Ich schrieb der "größte und emotionalste Teil der Posts bezog sich gar nicht auf Sarrazin oder Muslime oder Integration, sondern regte sich eher über die Medien und Politiker auf", Bild schreibt "Das wird man ja wohl sagen dürfen!", Metadebatte galore.
Aber was ist "das"? Um Sarrazins Buch und die Thesen kann es nicht gehen, ein reltiv typischer Kommentar: "So muss man sich zwingend fragen, warum so bekannte Intellektuelle wie G. di Lorenzo oder Frau Stern, an einzelnen Worten im Buch reiten, statt zu versuchen den Sinn des Buches zu verstehen." Was ist "der Sinn"?, Das "das", das "darüber"? Leute, die meinen, dass jugendliche Gewalttäter hart bestraft gehören sind nun auch öffentlich nicht selten. Daraus Hartz-IV-Empfänger für überbezahlt zu erklären, haben ganze Lobbyverbände ihre Hauptexistenzberechtigung gezogen. Kann man sagen, dass Gewalttäter meistens jung sind, fast immer männlich, und überdurchschnittlich oft türkische Eltern oder Großeltern haben - zwar mit Zögern, aber mittlerweile geht das.
Sind sie alle nur verwirrt und weinerlich, verwechseln sie "man darf nicht", mit "es gibt große Teile der Öffentlichkeit, die das anders sehen?" Sicher auch. Vorallem aber scheint es doch darauf hinaus zu laufen: irgendwann muss man in all den Argumentationen sagen, dass Türken per se weniger Wert sind als Deutsche, sonst gehen sie nicht auf. Sobald man detailliert wird, wird man als Rassist angreifbar, bleibt man vage, kommt ein "darüber, "das", "der Sinn" heraus. Ewiges Diskussionsdilemma. Deshalb reden die einen jetzt auch über "einzelne Worte", Statistiken, Tabellen, die anderen über das vage Große und Ganze.
Aber was ist "das"? Um Sarrazins Buch und die Thesen kann es nicht gehen, ein reltiv typischer Kommentar: "So muss man sich zwingend fragen, warum so bekannte Intellektuelle wie G. di Lorenzo oder Frau Stern, an einzelnen Worten im Buch reiten, statt zu versuchen den Sinn des Buches zu verstehen." Was ist "der Sinn"?, Das "das", das "darüber"? Leute, die meinen, dass jugendliche Gewalttäter hart bestraft gehören sind nun auch öffentlich nicht selten. Daraus Hartz-IV-Empfänger für überbezahlt zu erklären, haben ganze Lobbyverbände ihre Hauptexistenzberechtigung gezogen. Kann man sagen, dass Gewalttäter meistens jung sind, fast immer männlich, und überdurchschnittlich oft türkische Eltern oder Großeltern haben - zwar mit Zögern, aber mittlerweile geht das.
Sind sie alle nur verwirrt und weinerlich, verwechseln sie "man darf nicht", mit "es gibt große Teile der Öffentlichkeit, die das anders sehen?" Sicher auch. Vorallem aber scheint es doch darauf hinaus zu laufen: irgendwann muss man in all den Argumentationen sagen, dass Türken per se weniger Wert sind als Deutsche, sonst gehen sie nicht auf. Sobald man detailliert wird, wird man als Rassist angreifbar, bleibt man vage, kommt ein "darüber, "das", "der Sinn" heraus. Ewiges Diskussionsdilemma. Deshalb reden die einen jetzt auch über "einzelne Worte", Statistiken, Tabellen, die anderen über das vage Große und Ganze.
Making Sense of Sarrazin, nächste Annäherung
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Deutsche Debattenkultur,
Politik,
Rassismus,
Sarrazin
Die seltsamen Kräfte der brandenburgischen Steppe
Die brandenburgische Steppe muß seltsame Kräfte des schriftstellerischen Kraftraubes aufweisen. Nachdem Dieter Moors mit seinem Brandenburg-Buch schon eher enttäuschte, habe ich die Suche nach dem netten Brandenburg-Roman fortgesetzt. Diesmal kam Roger Boyes' Ossi forever dran. Und, ähnlich wie bei Moor, ein eigentlich von mir sehr geschätzter Autor wird plötzlich kraftlos.
Boyes ist Korrespondet der Times in Berlin und schreibt eine von mir sehr geschätzte Kolumne im Tagesspiegel. Er hat einen echten Roman geschrieben, der davon handelt wie ein britischer Berlin-Korrespondent zusammen mit seiner deutschen Freundin ein Bed&Breakfast in einem Schloss im tiefen Brandenburg eröffnen will. Die Story unterscheidet sich nur marginal von Moor (statt britischen Journalist bei Boyes, ist es ein Schweizer Fernsehmann bei Moor, statt einem Bed&Breakfast ist es bei Moor ein Bauernhof), die Gegend weist Ähnlichkeiten auf (Ex-Militärflughafen bei Moor, Ex-russische Kasernen bei Boyes) und selbst die Eigenheiten der Bücher sind ähnlich.
Moor hätte vermutlich besser ein Buch über die Schweiz geschrieben - seine Beschreibungen dort sind treffend, bissig, spannend; Boyes eines über England oder Berlin - dito. Aber wenn es um Brandenburg geht, scheint die Steppe den Autoren alle schriftstellerische Kraft aus den Federn zu ziehen. Man kann ihr dabei zusehen, wie sie sich im Winde verliert, riesige Weizenfelder scheinen den schriftstellerischen Impuls zu schlucken. Da werden die Charaktere oberflächlicher, die Handlung zieht sich, was in unbrandenburgischen Teilen eine scharfe Beobachtung war, liest sich wie verschwommenes Hörensagen aus zweiter Hand.
Wo allerdings Moor anscheinend seinen Nachbarn nicht weh tun, und man deshalb des Eindruck hat, dass die spannendes Geschichten alle nicht im Buch stehen, geht es bei Boyes andersrum. Teilweise wird es, mit Verlaub, eher abstrus und mit einer Handlung bei denen man schon in westdeutschen 90er-Krimis zur Ex-DDR gedacht hätte "Ah ja."
Letztlich ist der Boyes damit noch unterhaltsamer als der Moor, ab und an gelingt es Boyes schöne Szenen und Beobachtungen einzuschmuggeln. Die britische Fontanegesellschaft ist ebenso wie der 17-jährige karibische Koch eine wirklich schöne Idee. Und wenn man sich entschließt Teile der Handlung zu ignorieren, ist es zumindest eine nette Unterhaltung. Nur auf der Suche nach dem guten Brandenburg-Roman bin ich weiterhin.
Boyes ist Korrespondet der Times in Berlin und schreibt eine von mir sehr geschätzte Kolumne im Tagesspiegel. Er hat einen echten Roman geschrieben, der davon handelt wie ein britischer Berlin-Korrespondent zusammen mit seiner deutschen Freundin ein Bed&Breakfast in einem Schloss im tiefen Brandenburg eröffnen will. Die Story unterscheidet sich nur marginal von Moor (statt britischen Journalist bei Boyes, ist es ein Schweizer Fernsehmann bei Moor, statt einem Bed&Breakfast ist es bei Moor ein Bauernhof), die Gegend weist Ähnlichkeiten auf (Ex-Militärflughafen bei Moor, Ex-russische Kasernen bei Boyes) und selbst die Eigenheiten der Bücher sind ähnlich.
Moor hätte vermutlich besser ein Buch über die Schweiz geschrieben - seine Beschreibungen dort sind treffend, bissig, spannend; Boyes eines über England oder Berlin - dito. Aber wenn es um Brandenburg geht, scheint die Steppe den Autoren alle schriftstellerische Kraft aus den Federn zu ziehen. Man kann ihr dabei zusehen, wie sie sich im Winde verliert, riesige Weizenfelder scheinen den schriftstellerischen Impuls zu schlucken. Da werden die Charaktere oberflächlicher, die Handlung zieht sich, was in unbrandenburgischen Teilen eine scharfe Beobachtung war, liest sich wie verschwommenes Hörensagen aus zweiter Hand.
Wo allerdings Moor anscheinend seinen Nachbarn nicht weh tun, und man deshalb des Eindruck hat, dass die spannendes Geschichten alle nicht im Buch stehen, geht es bei Boyes andersrum. Teilweise wird es, mit Verlaub, eher abstrus und mit einer Handlung bei denen man schon in westdeutschen 90er-Krimis zur Ex-DDR gedacht hätte "Ah ja."
Letztlich ist der Boyes damit noch unterhaltsamer als der Moor, ab und an gelingt es Boyes schöne Szenen und Beobachtungen einzuschmuggeln. Die britische Fontanegesellschaft ist ebenso wie der 17-jährige karibische Koch eine wirklich schöne Idee. Und wenn man sich entschließt Teile der Handlung zu ignorieren, ist es zumindest eine nette Unterhaltung. Nur auf der Suche nach dem guten Brandenburg-Roman bin ich weiterhin.
Die brandenburgische Steppe muß seltsame Kräfte des schriftstellerischen Kraftraubes aufweisen. Nachdem Dieter Moors mit seinem Brandenburg-Buch schon eher enttäuschte, habe ich die Suche nach dem netten Brandenburg-Roman fortgesetzt. Diesmal kam Roger Boyes' Ossi forever dran. Und, ähnlich wie bei Moor, ein eigentlich von mir sehr geschätzter Autor wird plötzlich kraftlos.
Boyes ist Korrespondet der Times in Berlin und schreibt eine von mir sehr geschätzte Kolumne im Tagesspiegel. Er hat einen echten Roman geschrieben, der davon handelt wie ein britischer Berlin-Korrespondent zusammen mit seiner deutschen Freundin ein Bed&Breakfast in einem Schloss im tiefen Brandenburg eröffnen will. Die Story unterscheidet sich nur marginal von Moor (statt britischen Journalist bei Boyes, ist es ein Schweizer Fernsehmann bei Moor, statt einem Bed&Breakfast ist es bei Moor ein Bauernhof), die Gegend weist Ähnlichkeiten auf (Ex-Militärflughafen bei Moor, Ex-russische Kasernen bei Boyes) und selbst die Eigenheiten der Bücher sind ähnlich.
Moor hätte vermutlich besser ein Buch über die Schweiz geschrieben - seine Beschreibungen dort sind treffend, bissig, spannend; Boyes eines über England oder Berlin - dito. Aber wenn es um Brandenburg geht, scheint die Steppe den Autoren alle schriftstellerische Kraft aus den Federn zu ziehen. Man kann ihr dabei zusehen, wie sie sich im Winde verliert, riesige Weizenfelder scheinen den schriftstellerischen Impuls zu schlucken. Da werden die Charaktere oberflächlicher, die Handlung zieht sich, was in unbrandenburgischen Teilen eine scharfe Beobachtung war, liest sich wie verschwommenes Hörensagen aus zweiter Hand.
Wo allerdings Moor anscheinend seinen Nachbarn nicht weh tun, und man deshalb des Eindruck hat, dass die spannendes Geschichten alle nicht im Buch stehen, geht es bei Boyes andersrum. Teilweise wird es, mit Verlaub, eher abstrus und mit einer Handlung bei denen man schon in westdeutschen 90er-Krimis zur Ex-DDR gedacht hätte "Ah ja."
Letztlich ist der Boyes damit noch unterhaltsamer als der Moor, ab und an gelingt es Boyes schöne Szenen und Beobachtungen einzuschmuggeln. Die britische Fontanegesellschaft ist ebenso wie der 17-jährige karibische Koch eine wirklich schöne Idee. Und wenn man sich entschließt Teile der Handlung zu ignorieren, ist es zumindest eine nette Unterhaltung. Nur auf der Suche nach dem guten Brandenburg-Roman bin ich weiterhin.
Boyes ist Korrespondet der Times in Berlin und schreibt eine von mir sehr geschätzte Kolumne im Tagesspiegel. Er hat einen echten Roman geschrieben, der davon handelt wie ein britischer Berlin-Korrespondent zusammen mit seiner deutschen Freundin ein Bed&Breakfast in einem Schloss im tiefen Brandenburg eröffnen will. Die Story unterscheidet sich nur marginal von Moor (statt britischen Journalist bei Boyes, ist es ein Schweizer Fernsehmann bei Moor, statt einem Bed&Breakfast ist es bei Moor ein Bauernhof), die Gegend weist Ähnlichkeiten auf (Ex-Militärflughafen bei Moor, Ex-russische Kasernen bei Boyes) und selbst die Eigenheiten der Bücher sind ähnlich.
Moor hätte vermutlich besser ein Buch über die Schweiz geschrieben - seine Beschreibungen dort sind treffend, bissig, spannend; Boyes eines über England oder Berlin - dito. Aber wenn es um Brandenburg geht, scheint die Steppe den Autoren alle schriftstellerische Kraft aus den Federn zu ziehen. Man kann ihr dabei zusehen, wie sie sich im Winde verliert, riesige Weizenfelder scheinen den schriftstellerischen Impuls zu schlucken. Da werden die Charaktere oberflächlicher, die Handlung zieht sich, was in unbrandenburgischen Teilen eine scharfe Beobachtung war, liest sich wie verschwommenes Hörensagen aus zweiter Hand.
Wo allerdings Moor anscheinend seinen Nachbarn nicht weh tun, und man deshalb des Eindruck hat, dass die spannendes Geschichten alle nicht im Buch stehen, geht es bei Boyes andersrum. Teilweise wird es, mit Verlaub, eher abstrus und mit einer Handlung bei denen man schon in westdeutschen 90er-Krimis zur Ex-DDR gedacht hätte "Ah ja."
Letztlich ist der Boyes damit noch unterhaltsamer als der Moor, ab und an gelingt es Boyes schöne Szenen und Beobachtungen einzuschmuggeln. Die britische Fontanegesellschaft ist ebenso wie der 17-jährige karibische Koch eine wirklich schöne Idee. Und wenn man sich entschließt Teile der Handlung zu ignorieren, ist es zumindest eine nette Unterhaltung. Nur auf der Suche nach dem guten Brandenburg-Roman bin ich weiterhin.
Die seltsamen Kräfte der brandenburgischen Steppe
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Freitag, 3. September 2010
Einzelepisodenverbot
Das Einzelepisodenverbot der deutschen Wikipedia muß weg! Sprich: es muß möglich sein, auch Artikel zu einzelnen Episoden einer Fernsehserie zu schreiben. Soweit sind wir hier eins. Uneins sind wir aber: gibt es das Verbot überhaupt?
Weiß grad zufällig jemand der Vorbeikommenden, ob das so ein richtig niedergeschriebenes Verbot ist? Oder ist die ablehnende Policy nur ein alter, seit Jahren eingebübter, Brauch ist, von dem jeder denkt, dass es schon tief in den Eingeweiden des Regelwerks stehen wird? Ein Himmelreich für eine übersichtliche Regelseite!
Und wo ich in die Runde frage: kennt jemand Sekundärliteratur zu [[Hammerhai (Band)]]. Mir scheint, dass es doch sehr mutig war, die Band als Artikelthema beim Schreibwettbewerb zu nominieren.
Weiß grad zufällig jemand der Vorbeikommenden, ob das so ein richtig niedergeschriebenes Verbot ist? Oder ist die ablehnende Policy nur ein alter, seit Jahren eingebübter, Brauch ist, von dem jeder denkt, dass es schon tief in den Eingeweiden des Regelwerks stehen wird? Ein Himmelreich für eine übersichtliche Regelseite!
Und wo ich in die Runde frage: kennt jemand Sekundärliteratur zu [[Hammerhai (Band)]]. Mir scheint, dass es doch sehr mutig war, die Band als Artikelthema beim Schreibwettbewerb zu nominieren.
Das Einzelepisodenverbot der deutschen Wikipedia muß weg! Sprich: es muß möglich sein, auch Artikel zu einzelnen Episoden einer Fernsehserie zu schreiben. Soweit sind wir hier eins. Uneins sind wir aber: gibt es das Verbot überhaupt?
Weiß grad zufällig jemand der Vorbeikommenden, ob das so ein richtig niedergeschriebenes Verbot ist? Oder ist die ablehnende Policy nur ein alter, seit Jahren eingebübter, Brauch ist, von dem jeder denkt, dass es schon tief in den Eingeweiden des Regelwerks stehen wird? Ein Himmelreich für eine übersichtliche Regelseite!
Und wo ich in die Runde frage: kennt jemand Sekundärliteratur zu [[Hammerhai (Band)]]. Mir scheint, dass es doch sehr mutig war, die Band als Artikelthema beim Schreibwettbewerb zu nominieren.
Weiß grad zufällig jemand der Vorbeikommenden, ob das so ein richtig niedergeschriebenes Verbot ist? Oder ist die ablehnende Policy nur ein alter, seit Jahren eingebübter, Brauch ist, von dem jeder denkt, dass es schon tief in den Eingeweiden des Regelwerks stehen wird? Ein Himmelreich für eine übersichtliche Regelseite!
Und wo ich in die Runde frage: kennt jemand Sekundärliteratur zu [[Hammerhai (Band)]]. Mir scheint, dass es doch sehr mutig war, die Band als Artikelthema beim Schreibwettbewerb zu nominieren.
Einzelepisodenverbot
Deep, down and dirty.
Panische Schafherden blöken laut, und so ein bißchen erinnert die deutsche Medienlandschaft ja an eine dauerpanische Schafherde. Kein Wunder, dass man neben Sarrazin gerade kaum etwas zum Thema Einwanderung hört. Aber wie die Schafherde so ist, sie wird weitertrotten, und Sarrazin taugt nicht genug als Demagoge um politisch je wirklich wichtig zu werden.
Wichtig hingegen ist die gesellschaftliche Strömung, auf die er aufsetzt. Vermutlich ist die Strömung nicht so groß, wie die Beschwerintensität vermuten lässt. Aber wenn die SPD sich schon genötigt sieht, sich bei ihren Mitgliedern für den Rausschmiss zu rechtfertigen, muss sie da sein. Aber was will sie, wohin strömt sie? Bis zum sozialdarwinistischen Kern seiner Thesen scheinen mir nur die wenigsten Leute Sarrazin zu folgen; dass sie alle rassistisch sind, ist zwar eine einladende Aussage, springt aber auch deutlich zu kurz.
Ich hatte ja schon mal gemutmaßt, wo Sarrazins Resonanzraum eigentlich hallt. Glücklicherweise aber haben wir ja mittlerweile Empörung 2.0, man kann dem Volk aufs Maul schauen, und ich mag es ja eher deep, down and dirty. Einfach mal konzentriert in die Kommentare einer Zeitung zum Thema schauen, was genau die Leute denn nun wollen. Die Zeit nehme ich, weil mir die selbst oft eher zu possierlich und gemessen ist, und ich hoffe, da eher den possierlich-gemessenen Teil der Internetempörten abzugreifen.
Natürlich gibt es ein paar Unwägbarkeiten zu beachten: Leute, die im Internet kommentieren, sind kein breiter Bevölkerungsschnitt. Die Zeit wird ihre Diskussion sicher moderieren, so dass die heftigeren Ausfälle und steileren Theorien nicht mehr im Kommentarstream auftauchen.
Ich nehme den Artikel Zurück ins Vorgestern, der einen allgemeinen Ansatz hat, so dass die Diskussion hoffentlich nicht in Detailfragen abgleitet. Mir geht es nicht darum, dass inhaltlich zu diskutieren. Erstmal will ich nur wissen, warum ein komischer Alter Mann solche Reaktionen auslösen kann.
Insgesamt hab ich 250 Diskussionsbeiträge gelesen, dabei stellen die Sarrazin-Anhänger eine Mehrheit, gegen Ende der Diskussion nimmt diese allerdings etwas ab. Vielleicht sind seine Anhänger schneller als die anderen? Oder nur Ungeduldiger? Wie üblich bei solchen "Diskussionen" gelingt es keinem einzigen Diskussionsteilnehmer, einen anderen von irgendetwas zu überzeugen.
Geachtet hab' ich vor allem darauf, was seine Anhänger oder Verteidiger sagen, die sind ja der Resonanzraum, der mich interessiert. Aber mir fiel doch auf, dass mein Hüftschuß vom letzten mal "Vorwärts in die Vergangenheit" anscheinend wirklich ein Treffer war. Bei einem Thema, das ja um Deutschlands Zukunft geht, hat nicht ein Diskussionsteilnehmer eine positive Vision. Weder ide Sarrazin-Verteidiger noch die Gegner. Die Frage ist eher, ob es schlimm oder ganz schlimm wird und vor allem, wer Schuld daran ist.
Auch relativ deutlich ist, dass Sarrazin sich mit seinem Biologismus auf Abwege begibt. Da mag fast kaum einer drauf einsteigen. Und diejenigen, die dem zustimmen, stimmen wohl eher vage dem allgemeinen Prinzip zu: "Denn erst wenn man in Deutschlanf über "Gene" (unabänderbar) redet, bewegt (und bezahlt) sich der Gutmenschenmob." Selbst prinzipielle Befürworter Sarrazins aber wiegeln bei den Thesen ab und reden von "Nebenschauplätzen, auf die Sarrazin sich dummerweise hat drängen lassen". Und überhaupt "So muss man sich zwingend fragen, warum so bekannte Intellektuelle wie G. di Lorenzo oder Frau Stern, an einzelnen Worten im Buch reiten, statt zu versuchen den Sinn des Buches zu verstehen."

Werden wir morgen noch alle zu Essen haben?
Relativ deutlich ist, dass wenige Teilnehmer fühlen, dass ihre konkreten Probleme in der Debatte aufgegriffen werden. Diese sind aber deutlich in der Minderheit. Einer beklagt sich, er sei seit Jahren in Integrationsprojekten, und kein Migrant hätte ihn je dafür gelobt, ein anderer beschwert sich, seine vierjährige rede von "Schlampen" und ähnlichem, seitdem sie türkische vierjährige in der Kita trifft.
Generell überwiegt ein eher allgemeiner Diskurs, der sich auf Statistiken, gefühlte Fremdheit, allgemeine Ablehnung des Islam oder ähnliches bezieht. Der kann auf den echten Problemen aufbauen: "Geduld können ja die 68er Rentner haben - nicht aber wir junge Eltern, deren Kinder jetzt funktionierende Schulen brauchen" oder "dass wir insbesondere bei den türkisch-arabischen Mitbürgern ein echtes Bemühen, einen sichtbaren Willen zu wirklicher Eingliederung vermissen. Die absentieren (ghettoisieren) sich eher mehr", kommt aber natürlich nicht ohne jede Menge Stereotype und Verallgemeinerungen aus.
Das kann rational sein, "Man hat Lehrer [jahrzehntelang] gnadenlos vor Schulklassen gestellt, in denen kaum jemand Deutsch sprach und hat sie den normalen Lehrplan abspulen lassen-völlig sinnlos, wie nachvollziehbar ist", aber auch komplett irrational: "Die Mehrheit der Deutschen ist nicht fremdenfeindlich. Sie hat aber Angst vor den Schwertversen im Koran". Scheint insgesamt auf "Warum können sich Italiener, Polen und Vietnamesen integrieren, Türken und Araber aber nicht? Vielleicht liegt es ja doch an den Islam-Mentalität" zuzulaufen.
Spannend der Diskussionsteilnehmer, der wiederholt auf ähnliche Statistiken für Italiener wie für Türken hinweist und demgegenüber die statistisch gute Integration der Iraner stellt, aber auf keinerlei Resonanz trifft.
Allgemeinen Kulturkampf gibt es natürlich auch, der ist relativ gleichmäßig zwischen "zuviel Allah" und "zuviel BMW" aufgespalten, gern auch zusammen in einer allgemeinen Attitüde von "Macho-Alluren, Körperkult und Übersexualisierung". Die gelungene Integration heute sei wohl, dass "Türken und Türkischstämmige würden jetzt nicht mehr bei Allah, sondern bei "ihrem BMW" schwören". Und überhaupt die Kriminalitätsstatistiken.
Natürlich muss in so einer Debatte auch der allgemeine Deutschtumskomplex zu Tage treten: "Manchmal bekommt man das Gefühl, das eigentliche Ziel unserer Herr Politiker sei die Ausmerzung aller deutschen Elemente in diesem Lande" und überhaupt "Ich hätte mir auch gewünscht, dass man die Deutschen gefragt hätte, ob ihr Land Einwanderungsland werden solle, was niemand anders zu entscheiden hat als die Eingeborenen selbst."
Dann gibt es noch den Bereich der Verschwörungstheorien. Bei dem gehe ich stark davon aus, nur den Bruchteil zu sehen, den die Zeit nicht gelöscht hat. In der Diskussion steht noch semiverklausuliert "Brauchen wir immer noch einen Abschlußbericht, aus der jüdischen Gemeinde?", da kann man sich dann denken, was in Gänze da stand. Nicht ganz so antisemitisch: "Der vorauseilende Gehorsam von Politikern und Institutionen aufgrund der öffentlichen Hatz soll offenbar von den Versäumnissen und vom Selbstbetrug der politischen Klasse (zugunsten derjenigen, die von den Billigjobbern der Zuwanderung profitieren) ablenken und Sarrazin zum Sündenbock." Eher bedrohlich klingend finde ich ja Aussagen wie: "Es wird vielmehr konkrete Namen geben, nämlich alle, die das Buch verissen haben, die konkret zur Verantwortung gezogen werden müssen!"

Steht ein Kulturkampf bevor?
Was aber durchaus auch spannend war. Der mit Abstand größte und emotionalste Teil der Posts bezog sich gar nicht auf Sarrazin oder Muslime oder Integration, sondern regte sich eher über die Medien und Politiker auf. Jede verbale Handbremse, die in den eigentlichen Integrationsbeiträgen noch angezogen war, bricht jetzt auf. "Nun kommt jemand der genau den Finger da reinsteckt wos den Politikern besonders weh tut ... ... mit oberlehrerhafte Bevormundung durch den Zeitgeist ... Hexenjagd ... Meinungsverfälscher-Eliten ... totgeschwiegen ...Gleichschaltung ... auf Teufel komm raus soll ich das Buch nicht lesen ... Wer in der Öffentlichkeit nicht die Meinung einer Multikulti und Pro EU vertritt muss „Übergeschnappt“ sein. So empfinde ich die derzeitige Situation in Deutschland ... der Bevölkerung wurde eine eigene Meinung doch abgesprochen. Das ist das Tabu ... in den Redaktionsstuben der 'Elite'medien säßen nicht wenige, vielleicht genmanipulierte Pavlov-Hunde-Mutattionen ...Das ist ja wie DDR, entweder du spielst mit oder du verlierst deine Existenzgrundlage ...der Kritiker nach bekannter Methode beruflich vernichtet worden. ... Wir haben in Deutschland keine Meinungsfreiheit, sondern nur noch das Recht auf Bekanntgabe unserer Ansicht ...Heisig war extremem Druck durch die Kreise ausgesetzt, die jetzt auch die durch Sarrazin entfachte Diskussion unterdrücken wollen ... Àlles Kasperle- Theater! Und alles Propaganda- Fernsehen via Zwangsgebühren! ...dass es sich um eine Kampagne handelte, um Sarrazin fertig zu machen wegen der zu befürchtenden Unruhe im Multi-Kulti Hain ... hat früher im Politbüro der DDR gearbeitet... "erbarmungslosem Meinungsterror " Hochemotionale Verbalsisierung der Aussage: "Das lässt den Schluss zu, dass Politik und Bevölkerung deutlich unterschiedliche Sprachen sprechen".
Zumindest hier also eine durchaus aufschlußreiche und vor allem aber explosive Mischung, die die Diskussionspartner. Einige reale Probleme, verstärkt durch Rassimus und emotionale Ablehnung und vor allem befeuert durch einen tiefen Vertrauensverlust in die Eliten und eine gefühlt komplett hoffnungsfreie gesellschaftliche Zukunft. Das ist noch kein politisches Programm, aber eine Blase, die man einfach und leicht anstechen kann mit explosiven Folgen. Und man wird sie sicher nicht los, indem man jetzt das fröhliche Schlag-auf-den-Sarrazin-Bohei veranstaltet.
Wichtig hingegen ist die gesellschaftliche Strömung, auf die er aufsetzt. Vermutlich ist die Strömung nicht so groß, wie die Beschwerintensität vermuten lässt. Aber wenn die SPD sich schon genötigt sieht, sich bei ihren Mitgliedern für den Rausschmiss zu rechtfertigen, muss sie da sein. Aber was will sie, wohin strömt sie? Bis zum sozialdarwinistischen Kern seiner Thesen scheinen mir nur die wenigsten Leute Sarrazin zu folgen; dass sie alle rassistisch sind, ist zwar eine einladende Aussage, springt aber auch deutlich zu kurz.
Ich hatte ja schon mal gemutmaßt, wo Sarrazins Resonanzraum eigentlich hallt. Glücklicherweise aber haben wir ja mittlerweile Empörung 2.0, man kann dem Volk aufs Maul schauen, und ich mag es ja eher deep, down and dirty. Einfach mal konzentriert in die Kommentare einer Zeitung zum Thema schauen, was genau die Leute denn nun wollen. Die Zeit nehme ich, weil mir die selbst oft eher zu possierlich und gemessen ist, und ich hoffe, da eher den possierlich-gemessenen Teil der Internetempörten abzugreifen.
Natürlich gibt es ein paar Unwägbarkeiten zu beachten: Leute, die im Internet kommentieren, sind kein breiter Bevölkerungsschnitt. Die Zeit wird ihre Diskussion sicher moderieren, so dass die heftigeren Ausfälle und steileren Theorien nicht mehr im Kommentarstream auftauchen.
Ich nehme den Artikel Zurück ins Vorgestern, der einen allgemeinen Ansatz hat, so dass die Diskussion hoffentlich nicht in Detailfragen abgleitet. Mir geht es nicht darum, dass inhaltlich zu diskutieren. Erstmal will ich nur wissen, warum ein komischer Alter Mann solche Reaktionen auslösen kann.
Insgesamt hab ich 250 Diskussionsbeiträge gelesen, dabei stellen die Sarrazin-Anhänger eine Mehrheit, gegen Ende der Diskussion nimmt diese allerdings etwas ab. Vielleicht sind seine Anhänger schneller als die anderen? Oder nur Ungeduldiger? Wie üblich bei solchen "Diskussionen" gelingt es keinem einzigen Diskussionsteilnehmer, einen anderen von irgendetwas zu überzeugen.
Geachtet hab' ich vor allem darauf, was seine Anhänger oder Verteidiger sagen, die sind ja der Resonanzraum, der mich interessiert. Aber mir fiel doch auf, dass mein Hüftschuß vom letzten mal "Vorwärts in die Vergangenheit" anscheinend wirklich ein Treffer war. Bei einem Thema, das ja um Deutschlands Zukunft geht, hat nicht ein Diskussionsteilnehmer eine positive Vision. Weder ide Sarrazin-Verteidiger noch die Gegner. Die Frage ist eher, ob es schlimm oder ganz schlimm wird und vor allem, wer Schuld daran ist.
Auch relativ deutlich ist, dass Sarrazin sich mit seinem Biologismus auf Abwege begibt. Da mag fast kaum einer drauf einsteigen. Und diejenigen, die dem zustimmen, stimmen wohl eher vage dem allgemeinen Prinzip zu: "Denn erst wenn man in Deutschlanf über "Gene" (unabänderbar) redet, bewegt (und bezahlt) sich der Gutmenschenmob." Selbst prinzipielle Befürworter Sarrazins aber wiegeln bei den Thesen ab und reden von "Nebenschauplätzen, auf die Sarrazin sich dummerweise hat drängen lassen". Und überhaupt "So muss man sich zwingend fragen, warum so bekannte Intellektuelle wie G. di Lorenzo oder Frau Stern, an einzelnen Worten im Buch reiten, statt zu versuchen den Sinn des Buches zu verstehen."
Werden wir morgen noch alle zu Essen haben?
Relativ deutlich ist, dass wenige Teilnehmer fühlen, dass ihre konkreten Probleme in der Debatte aufgegriffen werden. Diese sind aber deutlich in der Minderheit. Einer beklagt sich, er sei seit Jahren in Integrationsprojekten, und kein Migrant hätte ihn je dafür gelobt, ein anderer beschwert sich, seine vierjährige rede von "Schlampen" und ähnlichem, seitdem sie türkische vierjährige in der Kita trifft.
Generell überwiegt ein eher allgemeiner Diskurs, der sich auf Statistiken, gefühlte Fremdheit, allgemeine Ablehnung des Islam oder ähnliches bezieht. Der kann auf den echten Problemen aufbauen: "Geduld können ja die 68er Rentner haben - nicht aber wir junge Eltern, deren Kinder jetzt funktionierende Schulen brauchen" oder "dass wir insbesondere bei den türkisch-arabischen Mitbürgern ein echtes Bemühen, einen sichtbaren Willen zu wirklicher Eingliederung vermissen. Die absentieren (ghettoisieren) sich eher mehr", kommt aber natürlich nicht ohne jede Menge Stereotype und Verallgemeinerungen aus.
Das kann rational sein, "Man hat Lehrer [jahrzehntelang] gnadenlos vor Schulklassen gestellt, in denen kaum jemand Deutsch sprach und hat sie den normalen Lehrplan abspulen lassen-völlig sinnlos, wie nachvollziehbar ist", aber auch komplett irrational: "Die Mehrheit der Deutschen ist nicht fremdenfeindlich. Sie hat aber Angst vor den Schwertversen im Koran". Scheint insgesamt auf "Warum können sich Italiener, Polen und Vietnamesen integrieren, Türken und Araber aber nicht? Vielleicht liegt es ja doch an den Islam-Mentalität" zuzulaufen.
Spannend der Diskussionsteilnehmer, der wiederholt auf ähnliche Statistiken für Italiener wie für Türken hinweist und demgegenüber die statistisch gute Integration der Iraner stellt, aber auf keinerlei Resonanz trifft.
Allgemeinen Kulturkampf gibt es natürlich auch, der ist relativ gleichmäßig zwischen "zuviel Allah" und "zuviel BMW" aufgespalten, gern auch zusammen in einer allgemeinen Attitüde von "Macho-Alluren, Körperkult und Übersexualisierung". Die gelungene Integration heute sei wohl, dass "Türken und Türkischstämmige würden jetzt nicht mehr bei Allah, sondern bei "ihrem BMW" schwören". Und überhaupt die Kriminalitätsstatistiken.
Natürlich muss in so einer Debatte auch der allgemeine Deutschtumskomplex zu Tage treten: "Manchmal bekommt man das Gefühl, das eigentliche Ziel unserer Herr Politiker sei die Ausmerzung aller deutschen Elemente in diesem Lande" und überhaupt "Ich hätte mir auch gewünscht, dass man die Deutschen gefragt hätte, ob ihr Land Einwanderungsland werden solle, was niemand anders zu entscheiden hat als die Eingeborenen selbst."
Dann gibt es noch den Bereich der Verschwörungstheorien. Bei dem gehe ich stark davon aus, nur den Bruchteil zu sehen, den die Zeit nicht gelöscht hat. In der Diskussion steht noch semiverklausuliert "Brauchen wir immer noch einen Abschlußbericht, aus der jüdischen Gemeinde?", da kann man sich dann denken, was in Gänze da stand. Nicht ganz so antisemitisch: "Der vorauseilende Gehorsam von Politikern und Institutionen aufgrund der öffentlichen Hatz soll offenbar von den Versäumnissen und vom Selbstbetrug der politischen Klasse (zugunsten derjenigen, die von den Billigjobbern der Zuwanderung profitieren) ablenken und Sarrazin zum Sündenbock." Eher bedrohlich klingend finde ich ja Aussagen wie: "Es wird vielmehr konkrete Namen geben, nämlich alle, die das Buch verissen haben, die konkret zur Verantwortung gezogen werden müssen!"
Steht ein Kulturkampf bevor?
Was aber durchaus auch spannend war. Der mit Abstand größte und emotionalste Teil der Posts bezog sich gar nicht auf Sarrazin oder Muslime oder Integration, sondern regte sich eher über die Medien und Politiker auf. Jede verbale Handbremse, die in den eigentlichen Integrationsbeiträgen noch angezogen war, bricht jetzt auf. "Nun kommt jemand der genau den Finger da reinsteckt wos den Politikern besonders weh tut ... ... mit oberlehrerhafte Bevormundung durch den Zeitgeist ... Hexenjagd ... Meinungsverfälscher-Eliten ... totgeschwiegen ...Gleichschaltung ... auf Teufel komm raus soll ich das Buch nicht lesen ... Wer in der Öffentlichkeit nicht die Meinung einer Multikulti und Pro EU vertritt muss „Übergeschnappt“ sein. So empfinde ich die derzeitige Situation in Deutschland ... der Bevölkerung wurde eine eigene Meinung doch abgesprochen. Das ist das Tabu ... in den Redaktionsstuben der 'Elite'medien säßen nicht wenige, vielleicht genmanipulierte Pavlov-Hunde-Mutattionen ...Das ist ja wie DDR, entweder du spielst mit oder du verlierst deine Existenzgrundlage ...der Kritiker nach bekannter Methode beruflich vernichtet worden. ... Wir haben in Deutschland keine Meinungsfreiheit, sondern nur noch das Recht auf Bekanntgabe unserer Ansicht ...Heisig war extremem Druck durch die Kreise ausgesetzt, die jetzt auch die durch Sarrazin entfachte Diskussion unterdrücken wollen ... Àlles Kasperle- Theater! Und alles Propaganda- Fernsehen via Zwangsgebühren! ...dass es sich um eine Kampagne handelte, um Sarrazin fertig zu machen wegen der zu befürchtenden Unruhe im Multi-Kulti Hain ... hat früher im Politbüro der DDR gearbeitet... "erbarmungslosem Meinungsterror " Hochemotionale Verbalsisierung der Aussage: "Das lässt den Schluss zu, dass Politik und Bevölkerung deutlich unterschiedliche Sprachen sprechen".
Zumindest hier also eine durchaus aufschlußreiche und vor allem aber explosive Mischung, die die Diskussionspartner. Einige reale Probleme, verstärkt durch Rassimus und emotionale Ablehnung und vor allem befeuert durch einen tiefen Vertrauensverlust in die Eliten und eine gefühlt komplett hoffnungsfreie gesellschaftliche Zukunft. Das ist noch kein politisches Programm, aber eine Blase, die man einfach und leicht anstechen kann mit explosiven Folgen. Und man wird sie sicher nicht los, indem man jetzt das fröhliche Schlag-auf-den-Sarrazin-Bohei veranstaltet.
Panische Schafherden blöken laut, und so ein bißchen erinnert die deutsche Medienlandschaft ja an eine dauerpanische Schafherde. Kein Wunder, dass man neben Sarrazin gerade kaum etwas zum Thema Einwanderung hört. Aber wie die Schafherde so ist, sie wird weitertrotten, und Sarrazin taugt nicht genug als Demagoge um politisch je wirklich wichtig zu werden.
Wichtig hingegen ist die gesellschaftliche Strömung, auf die er aufsetzt. Vermutlich ist die Strömung nicht so groß, wie die Beschwerintensität vermuten lässt. Aber wenn die SPD sich schon genötigt sieht, sich bei ihren Mitgliedern für den Rausschmiss zu rechtfertigen, muss sie da sein. Aber was will sie, wohin strömt sie? Bis zum sozialdarwinistischen Kern seiner Thesen scheinen mir nur die wenigsten Leute Sarrazin zu folgen; dass sie alle rassistisch sind, ist zwar eine einladende Aussage, springt aber auch deutlich zu kurz.
Ich hatte ja schon mal gemutmaßt, wo Sarrazins Resonanzraum eigentlich hallt. Glücklicherweise aber haben wir ja mittlerweile Empörung 2.0, man kann dem Volk aufs Maul schauen, und ich mag es ja eher deep, down and dirty. Einfach mal konzentriert in die Kommentare einer Zeitung zum Thema schauen, was genau die Leute denn nun wollen. Die Zeit nehme ich, weil mir die selbst oft eher zu possierlich und gemessen ist, und ich hoffe, da eher den possierlich-gemessenen Teil der Internetempörten abzugreifen.
Natürlich gibt es ein paar Unwägbarkeiten zu beachten: Leute, die im Internet kommentieren, sind kein breiter Bevölkerungsschnitt. Die Zeit wird ihre Diskussion sicher moderieren, so dass die heftigeren Ausfälle und steileren Theorien nicht mehr im Kommentarstream auftauchen.
Ich nehme den Artikel Zurück ins Vorgestern, der einen allgemeinen Ansatz hat, so dass die Diskussion hoffentlich nicht in Detailfragen abgleitet. Mir geht es nicht darum, dass inhaltlich zu diskutieren. Erstmal will ich nur wissen, warum ein komischer Alter Mann solche Reaktionen auslösen kann.
Insgesamt hab ich 250 Diskussionsbeiträge gelesen, dabei stellen die Sarrazin-Anhänger eine Mehrheit, gegen Ende der Diskussion nimmt diese allerdings etwas ab. Vielleicht sind seine Anhänger schneller als die anderen? Oder nur Ungeduldiger? Wie üblich bei solchen "Diskussionen" gelingt es keinem einzigen Diskussionsteilnehmer, einen anderen von irgendetwas zu überzeugen.
Geachtet hab' ich vor allem darauf, was seine Anhänger oder Verteidiger sagen, die sind ja der Resonanzraum, der mich interessiert. Aber mir fiel doch auf, dass mein Hüftschuß vom letzten mal "Vorwärts in die Vergangenheit" anscheinend wirklich ein Treffer war. Bei einem Thema, das ja um Deutschlands Zukunft geht, hat nicht ein Diskussionsteilnehmer eine positive Vision. Weder ide Sarrazin-Verteidiger noch die Gegner. Die Frage ist eher, ob es schlimm oder ganz schlimm wird und vor allem, wer Schuld daran ist.
Auch relativ deutlich ist, dass Sarrazin sich mit seinem Biologismus auf Abwege begibt. Da mag fast kaum einer drauf einsteigen. Und diejenigen, die dem zustimmen, stimmen wohl eher vage dem allgemeinen Prinzip zu: "Denn erst wenn man in Deutschlanf über "Gene" (unabänderbar) redet, bewegt (und bezahlt) sich der Gutmenschenmob." Selbst prinzipielle Befürworter Sarrazins aber wiegeln bei den Thesen ab und reden von "Nebenschauplätzen, auf die Sarrazin sich dummerweise hat drängen lassen". Und überhaupt "So muss man sich zwingend fragen, warum so bekannte Intellektuelle wie G. di Lorenzo oder Frau Stern, an einzelnen Worten im Buch reiten, statt zu versuchen den Sinn des Buches zu verstehen."

Werden wir morgen noch alle zu Essen haben?
Relativ deutlich ist, dass wenige Teilnehmer fühlen, dass ihre konkreten Probleme in der Debatte aufgegriffen werden. Diese sind aber deutlich in der Minderheit. Einer beklagt sich, er sei seit Jahren in Integrationsprojekten, und kein Migrant hätte ihn je dafür gelobt, ein anderer beschwert sich, seine vierjährige rede von "Schlampen" und ähnlichem, seitdem sie türkische vierjährige in der Kita trifft.
Generell überwiegt ein eher allgemeiner Diskurs, der sich auf Statistiken, gefühlte Fremdheit, allgemeine Ablehnung des Islam oder ähnliches bezieht. Der kann auf den echten Problemen aufbauen: "Geduld können ja die 68er Rentner haben - nicht aber wir junge Eltern, deren Kinder jetzt funktionierende Schulen brauchen" oder "dass wir insbesondere bei den türkisch-arabischen Mitbürgern ein echtes Bemühen, einen sichtbaren Willen zu wirklicher Eingliederung vermissen. Die absentieren (ghettoisieren) sich eher mehr", kommt aber natürlich nicht ohne jede Menge Stereotype und Verallgemeinerungen aus.
Das kann rational sein, "Man hat Lehrer [jahrzehntelang] gnadenlos vor Schulklassen gestellt, in denen kaum jemand Deutsch sprach und hat sie den normalen Lehrplan abspulen lassen-völlig sinnlos, wie nachvollziehbar ist", aber auch komplett irrational: "Die Mehrheit der Deutschen ist nicht fremdenfeindlich. Sie hat aber Angst vor den Schwertversen im Koran". Scheint insgesamt auf "Warum können sich Italiener, Polen und Vietnamesen integrieren, Türken und Araber aber nicht? Vielleicht liegt es ja doch an den Islam-Mentalität" zuzulaufen.
Spannend der Diskussionsteilnehmer, der wiederholt auf ähnliche Statistiken für Italiener wie für Türken hinweist und demgegenüber die statistisch gute Integration der Iraner stellt, aber auf keinerlei Resonanz trifft.
Allgemeinen Kulturkampf gibt es natürlich auch, der ist relativ gleichmäßig zwischen "zuviel Allah" und "zuviel BMW" aufgespalten, gern auch zusammen in einer allgemeinen Attitüde von "Macho-Alluren, Körperkult und Übersexualisierung". Die gelungene Integration heute sei wohl, dass "Türken und Türkischstämmige würden jetzt nicht mehr bei Allah, sondern bei "ihrem BMW" schwören". Und überhaupt die Kriminalitätsstatistiken.
Natürlich muss in so einer Debatte auch der allgemeine Deutschtumskomplex zu Tage treten: "Manchmal bekommt man das Gefühl, das eigentliche Ziel unserer Herr Politiker sei die Ausmerzung aller deutschen Elemente in diesem Lande" und überhaupt "Ich hätte mir auch gewünscht, dass man die Deutschen gefragt hätte, ob ihr Land Einwanderungsland werden solle, was niemand anders zu entscheiden hat als die Eingeborenen selbst."
Dann gibt es noch den Bereich der Verschwörungstheorien. Bei dem gehe ich stark davon aus, nur den Bruchteil zu sehen, den die Zeit nicht gelöscht hat. In der Diskussion steht noch semiverklausuliert "Brauchen wir immer noch einen Abschlußbericht, aus der jüdischen Gemeinde?", da kann man sich dann denken, was in Gänze da stand. Nicht ganz so antisemitisch: "Der vorauseilende Gehorsam von Politikern und Institutionen aufgrund der öffentlichen Hatz soll offenbar von den Versäumnissen und vom Selbstbetrug der politischen Klasse (zugunsten derjenigen, die von den Billigjobbern der Zuwanderung profitieren) ablenken und Sarrazin zum Sündenbock." Eher bedrohlich klingend finde ich ja Aussagen wie: "Es wird vielmehr konkrete Namen geben, nämlich alle, die das Buch verissen haben, die konkret zur Verantwortung gezogen werden müssen!"

Steht ein Kulturkampf bevor?
Was aber durchaus auch spannend war. Der mit Abstand größte und emotionalste Teil der Posts bezog sich gar nicht auf Sarrazin oder Muslime oder Integration, sondern regte sich eher über die Medien und Politiker auf. Jede verbale Handbremse, die in den eigentlichen Integrationsbeiträgen noch angezogen war, bricht jetzt auf. "Nun kommt jemand der genau den Finger da reinsteckt wos den Politikern besonders weh tut ... ... mit oberlehrerhafte Bevormundung durch den Zeitgeist ... Hexenjagd ... Meinungsverfälscher-Eliten ... totgeschwiegen ...Gleichschaltung ... auf Teufel komm raus soll ich das Buch nicht lesen ... Wer in der Öffentlichkeit nicht die Meinung einer Multikulti und Pro EU vertritt muss „Übergeschnappt“ sein. So empfinde ich die derzeitige Situation in Deutschland ... der Bevölkerung wurde eine eigene Meinung doch abgesprochen. Das ist das Tabu ... in den Redaktionsstuben der 'Elite'medien säßen nicht wenige, vielleicht genmanipulierte Pavlov-Hunde-Mutattionen ...Das ist ja wie DDR, entweder du spielst mit oder du verlierst deine Existenzgrundlage ...der Kritiker nach bekannter Methode beruflich vernichtet worden. ... Wir haben in Deutschland keine Meinungsfreiheit, sondern nur noch das Recht auf Bekanntgabe unserer Ansicht ...Heisig war extremem Druck durch die Kreise ausgesetzt, die jetzt auch die durch Sarrazin entfachte Diskussion unterdrücken wollen ... Àlles Kasperle- Theater! Und alles Propaganda- Fernsehen via Zwangsgebühren! ...dass es sich um eine Kampagne handelte, um Sarrazin fertig zu machen wegen der zu befürchtenden Unruhe im Multi-Kulti Hain ... hat früher im Politbüro der DDR gearbeitet... "erbarmungslosem Meinungsterror " Hochemotionale Verbalsisierung der Aussage: "Das lässt den Schluss zu, dass Politik und Bevölkerung deutlich unterschiedliche Sprachen sprechen".
Zumindest hier also eine durchaus aufschlußreiche und vor allem aber explosive Mischung, die die Diskussionspartner. Einige reale Probleme, verstärkt durch Rassimus und emotionale Ablehnung und vor allem befeuert durch einen tiefen Vertrauensverlust in die Eliten und eine gefühlt komplett hoffnungsfreie gesellschaftliche Zukunft. Das ist noch kein politisches Programm, aber eine Blase, die man einfach und leicht anstechen kann mit explosiven Folgen. Und man wird sie sicher nicht los, indem man jetzt das fröhliche Schlag-auf-den-Sarrazin-Bohei veranstaltet.
Wichtig hingegen ist die gesellschaftliche Strömung, auf die er aufsetzt. Vermutlich ist die Strömung nicht so groß, wie die Beschwerintensität vermuten lässt. Aber wenn die SPD sich schon genötigt sieht, sich bei ihren Mitgliedern für den Rausschmiss zu rechtfertigen, muss sie da sein. Aber was will sie, wohin strömt sie? Bis zum sozialdarwinistischen Kern seiner Thesen scheinen mir nur die wenigsten Leute Sarrazin zu folgen; dass sie alle rassistisch sind, ist zwar eine einladende Aussage, springt aber auch deutlich zu kurz.
Ich hatte ja schon mal gemutmaßt, wo Sarrazins Resonanzraum eigentlich hallt. Glücklicherweise aber haben wir ja mittlerweile Empörung 2.0, man kann dem Volk aufs Maul schauen, und ich mag es ja eher deep, down and dirty. Einfach mal konzentriert in die Kommentare einer Zeitung zum Thema schauen, was genau die Leute denn nun wollen. Die Zeit nehme ich, weil mir die selbst oft eher zu possierlich und gemessen ist, und ich hoffe, da eher den possierlich-gemessenen Teil der Internetempörten abzugreifen.
Natürlich gibt es ein paar Unwägbarkeiten zu beachten: Leute, die im Internet kommentieren, sind kein breiter Bevölkerungsschnitt. Die Zeit wird ihre Diskussion sicher moderieren, so dass die heftigeren Ausfälle und steileren Theorien nicht mehr im Kommentarstream auftauchen.
Ich nehme den Artikel Zurück ins Vorgestern, der einen allgemeinen Ansatz hat, so dass die Diskussion hoffentlich nicht in Detailfragen abgleitet. Mir geht es nicht darum, dass inhaltlich zu diskutieren. Erstmal will ich nur wissen, warum ein komischer Alter Mann solche Reaktionen auslösen kann.
Insgesamt hab ich 250 Diskussionsbeiträge gelesen, dabei stellen die Sarrazin-Anhänger eine Mehrheit, gegen Ende der Diskussion nimmt diese allerdings etwas ab. Vielleicht sind seine Anhänger schneller als die anderen? Oder nur Ungeduldiger? Wie üblich bei solchen "Diskussionen" gelingt es keinem einzigen Diskussionsteilnehmer, einen anderen von irgendetwas zu überzeugen.
Geachtet hab' ich vor allem darauf, was seine Anhänger oder Verteidiger sagen, die sind ja der Resonanzraum, der mich interessiert. Aber mir fiel doch auf, dass mein Hüftschuß vom letzten mal "Vorwärts in die Vergangenheit" anscheinend wirklich ein Treffer war. Bei einem Thema, das ja um Deutschlands Zukunft geht, hat nicht ein Diskussionsteilnehmer eine positive Vision. Weder ide Sarrazin-Verteidiger noch die Gegner. Die Frage ist eher, ob es schlimm oder ganz schlimm wird und vor allem, wer Schuld daran ist.
Auch relativ deutlich ist, dass Sarrazin sich mit seinem Biologismus auf Abwege begibt. Da mag fast kaum einer drauf einsteigen. Und diejenigen, die dem zustimmen, stimmen wohl eher vage dem allgemeinen Prinzip zu: "Denn erst wenn man in Deutschlanf über "Gene" (unabänderbar) redet, bewegt (und bezahlt) sich der Gutmenschenmob." Selbst prinzipielle Befürworter Sarrazins aber wiegeln bei den Thesen ab und reden von "Nebenschauplätzen, auf die Sarrazin sich dummerweise hat drängen lassen". Und überhaupt "So muss man sich zwingend fragen, warum so bekannte Intellektuelle wie G. di Lorenzo oder Frau Stern, an einzelnen Worten im Buch reiten, statt zu versuchen den Sinn des Buches zu verstehen."
Werden wir morgen noch alle zu Essen haben?
Relativ deutlich ist, dass wenige Teilnehmer fühlen, dass ihre konkreten Probleme in der Debatte aufgegriffen werden. Diese sind aber deutlich in der Minderheit. Einer beklagt sich, er sei seit Jahren in Integrationsprojekten, und kein Migrant hätte ihn je dafür gelobt, ein anderer beschwert sich, seine vierjährige rede von "Schlampen" und ähnlichem, seitdem sie türkische vierjährige in der Kita trifft.
Generell überwiegt ein eher allgemeiner Diskurs, der sich auf Statistiken, gefühlte Fremdheit, allgemeine Ablehnung des Islam oder ähnliches bezieht. Der kann auf den echten Problemen aufbauen: "Geduld können ja die 68er Rentner haben - nicht aber wir junge Eltern, deren Kinder jetzt funktionierende Schulen brauchen" oder "dass wir insbesondere bei den türkisch-arabischen Mitbürgern ein echtes Bemühen, einen sichtbaren Willen zu wirklicher Eingliederung vermissen. Die absentieren (ghettoisieren) sich eher mehr", kommt aber natürlich nicht ohne jede Menge Stereotype und Verallgemeinerungen aus.
Das kann rational sein, "Man hat Lehrer [jahrzehntelang] gnadenlos vor Schulklassen gestellt, in denen kaum jemand Deutsch sprach und hat sie den normalen Lehrplan abspulen lassen-völlig sinnlos, wie nachvollziehbar ist", aber auch komplett irrational: "Die Mehrheit der Deutschen ist nicht fremdenfeindlich. Sie hat aber Angst vor den Schwertversen im Koran". Scheint insgesamt auf "Warum können sich Italiener, Polen und Vietnamesen integrieren, Türken und Araber aber nicht? Vielleicht liegt es ja doch an den Islam-Mentalität" zuzulaufen.
Spannend der Diskussionsteilnehmer, der wiederholt auf ähnliche Statistiken für Italiener wie für Türken hinweist und demgegenüber die statistisch gute Integration der Iraner stellt, aber auf keinerlei Resonanz trifft.
Allgemeinen Kulturkampf gibt es natürlich auch, der ist relativ gleichmäßig zwischen "zuviel Allah" und "zuviel BMW" aufgespalten, gern auch zusammen in einer allgemeinen Attitüde von "Macho-Alluren, Körperkult und Übersexualisierung". Die gelungene Integration heute sei wohl, dass "Türken und Türkischstämmige würden jetzt nicht mehr bei Allah, sondern bei "ihrem BMW" schwören". Und überhaupt die Kriminalitätsstatistiken.
Natürlich muss in so einer Debatte auch der allgemeine Deutschtumskomplex zu Tage treten: "Manchmal bekommt man das Gefühl, das eigentliche Ziel unserer Herr Politiker sei die Ausmerzung aller deutschen Elemente in diesem Lande" und überhaupt "Ich hätte mir auch gewünscht, dass man die Deutschen gefragt hätte, ob ihr Land Einwanderungsland werden solle, was niemand anders zu entscheiden hat als die Eingeborenen selbst."
Dann gibt es noch den Bereich der Verschwörungstheorien. Bei dem gehe ich stark davon aus, nur den Bruchteil zu sehen, den die Zeit nicht gelöscht hat. In der Diskussion steht noch semiverklausuliert "Brauchen wir immer noch einen Abschlußbericht, aus der jüdischen Gemeinde?", da kann man sich dann denken, was in Gänze da stand. Nicht ganz so antisemitisch: "Der vorauseilende Gehorsam von Politikern und Institutionen aufgrund der öffentlichen Hatz soll offenbar von den Versäumnissen und vom Selbstbetrug der politischen Klasse (zugunsten derjenigen, die von den Billigjobbern der Zuwanderung profitieren) ablenken und Sarrazin zum Sündenbock." Eher bedrohlich klingend finde ich ja Aussagen wie: "Es wird vielmehr konkrete Namen geben, nämlich alle, die das Buch verissen haben, die konkret zur Verantwortung gezogen werden müssen!"
Steht ein Kulturkampf bevor?
Was aber durchaus auch spannend war. Der mit Abstand größte und emotionalste Teil der Posts bezog sich gar nicht auf Sarrazin oder Muslime oder Integration, sondern regte sich eher über die Medien und Politiker auf. Jede verbale Handbremse, die in den eigentlichen Integrationsbeiträgen noch angezogen war, bricht jetzt auf. "Nun kommt jemand der genau den Finger da reinsteckt wos den Politikern besonders weh tut ... ... mit oberlehrerhafte Bevormundung durch den Zeitgeist ... Hexenjagd ... Meinungsverfälscher-Eliten ... totgeschwiegen ...Gleichschaltung ... auf Teufel komm raus soll ich das Buch nicht lesen ... Wer in der Öffentlichkeit nicht die Meinung einer Multikulti und Pro EU vertritt muss „Übergeschnappt“ sein. So empfinde ich die derzeitige Situation in Deutschland ... der Bevölkerung wurde eine eigene Meinung doch abgesprochen. Das ist das Tabu ... in den Redaktionsstuben der 'Elite'medien säßen nicht wenige, vielleicht genmanipulierte Pavlov-Hunde-Mutattionen ...Das ist ja wie DDR, entweder du spielst mit oder du verlierst deine Existenzgrundlage ...der Kritiker nach bekannter Methode beruflich vernichtet worden. ... Wir haben in Deutschland keine Meinungsfreiheit, sondern nur noch das Recht auf Bekanntgabe unserer Ansicht ...Heisig war extremem Druck durch die Kreise ausgesetzt, die jetzt auch die durch Sarrazin entfachte Diskussion unterdrücken wollen ... Àlles Kasperle- Theater! Und alles Propaganda- Fernsehen via Zwangsgebühren! ...dass es sich um eine Kampagne handelte, um Sarrazin fertig zu machen wegen der zu befürchtenden Unruhe im Multi-Kulti Hain ... hat früher im Politbüro der DDR gearbeitet... "erbarmungslosem Meinungsterror " Hochemotionale Verbalsisierung der Aussage: "Das lässt den Schluss zu, dass Politik und Bevölkerung deutlich unterschiedliche Sprachen sprechen".
Zumindest hier also eine durchaus aufschlußreiche und vor allem aber explosive Mischung, die die Diskussionspartner. Einige reale Probleme, verstärkt durch Rassimus und emotionale Ablehnung und vor allem befeuert durch einen tiefen Vertrauensverlust in die Eliten und eine gefühlt komplett hoffnungsfreie gesellschaftliche Zukunft. Das ist noch kein politisches Programm, aber eine Blase, die man einfach und leicht anstechen kann mit explosiven Folgen. Und man wird sie sicher nicht los, indem man jetzt das fröhliche Schlag-auf-den-Sarrazin-Bohei veranstaltet.
Deep, down and dirty.
tl;dr
Die New York Times hat hier einen spannend scheinenden Artikel zum Thema, Nutella, Welthunger und geistiges Eigentum.
Soweit ich das bisher überblicke hat ein französischer Doktor erst Nutella-inspiriert eine einfach überall herzustellende Erdnusspaste entwickelt, um halbverhungerte Kinder wieder aufzupäppeln, und jetzt darf sie niemand verwenden, weil das natürlich alles patentiert und so ist. Ich freu mich aufs Wochenende.
Soweit ich das bisher überblicke hat ein französischer Doktor erst Nutella-inspiriert eine einfach überall herzustellende Erdnusspaste entwickelt, um halbverhungerte Kinder wieder aufzupäppeln, und jetzt darf sie niemand verwenden, weil das natürlich alles patentiert und so ist. Ich freu mich aufs Wochenende.
Die New York Times hat hier einen spannend scheinenden Artikel zum Thema, Nutella, Welthunger und geistiges Eigentum.
Soweit ich das bisher überblicke hat ein französischer Doktor erst Nutella-inspiriert eine einfach überall herzustellende Erdnusspaste entwickelt, um halbverhungerte Kinder wieder aufzupäppeln, und jetzt darf sie niemand verwenden, weil das natürlich alles patentiert und so ist. Ich freu mich aufs Wochenende.
Soweit ich das bisher überblicke hat ein französischer Doktor erst Nutella-inspiriert eine einfach überall herzustellende Erdnusspaste entwickelt, um halbverhungerte Kinder wieder aufzupäppeln, und jetzt darf sie niemand verwenden, weil das natürlich alles patentiert und so ist. Ich freu mich aufs Wochenende.
tl;dr
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Patente
Zucchini-Lachs-Rollen
Netzpolitik.org hat vor einiger Zeit einen sehr lesenswerten Text zum Thema "Sechs Jahre netzpolitik.org" geschrieben. Der enthält Vieles, das mit Zucchini-Lachs-Rollen eher wenig Zusammenhang aufweist. Einen wichtigen Satz schreibt Markus Beckedahl dort aber zum Thema "warum bloggen"?
Genau, erinnern, das ist es. Gestern bin ich in den weiten Welten des Netzes über ein Rezept gestolpert, hab es ausprobiert. kollektiv für gut befunden und nun grause ich mich, dass ich es nie wieder erinnern werden kann.
Man nehme:
200g Räucherlachs
1 Apfel
1/2 Bund Frühlingszwiebeln
1 große Zucchino
1/2 Zitrone für Saft
Lachs, Apfel, Frühlingszwiebeln kleinkriegen, Apfel in Zitronensaft baden, dann alles zusammenschütten. Mit Senf, Honig, Pfeffer, Salz abschmecken, halbe Stunde ziehen lassen.
Derweil Zucchino längs in dünne Streifen schneiden. Kurz anbraten. Abkühlen lassen.
Füllung in die Streifen einrollen. Laut dem doofen Internet dann mit Schnittlauch verschnüren, aber das ist komplett total absolut unmöglich! Essen.
Schöner Abendsnack für gute Laune. Allerdings bin ich immer noch in meiner Seele verwundet, weil der Penny schönere Zucchini hatte als der türkische Gemüsehändler. Wo ist Sarrazin, wenn man ihn mal braucht?
Seitdem nutze ich dieses Blog und mittlerweile auch immer mehr Twitter, um möglichst alle Netzpolitisch-relevanten Artikel zu filtern und auf diese zu verweisen. Das dient gleichzeitig dazu, dass ich mir die Artikel im Blog bookmarken kann und mich an die meisten Artikel auch noch erinnern kann.
Genau, erinnern, das ist es. Gestern bin ich in den weiten Welten des Netzes über ein Rezept gestolpert, hab es ausprobiert. kollektiv für gut befunden und nun grause ich mich, dass ich es nie wieder erinnern werden kann.
Man nehme:
200g Räucherlachs
1 Apfel
1/2 Bund Frühlingszwiebeln
1 große Zucchino
1/2 Zitrone für Saft
Lachs, Apfel, Frühlingszwiebeln kleinkriegen, Apfel in Zitronensaft baden, dann alles zusammenschütten. Mit Senf, Honig, Pfeffer, Salz abschmecken, halbe Stunde ziehen lassen.
Derweil Zucchino längs in dünne Streifen schneiden. Kurz anbraten. Abkühlen lassen.
Füllung in die Streifen einrollen. Laut dem doofen Internet dann mit Schnittlauch verschnüren, aber das ist komplett total absolut unmöglich! Essen.
Schöner Abendsnack für gute Laune. Allerdings bin ich immer noch in meiner Seele verwundet, weil der Penny schönere Zucchini hatte als der türkische Gemüsehändler. Wo ist Sarrazin, wenn man ihn mal braucht?
Netzpolitik.org hat vor einiger Zeit einen sehr lesenswerten Text zum Thema "Sechs Jahre netzpolitik.org" geschrieben. Der enthält Vieles, das mit Zucchini-Lachs-Rollen eher wenig Zusammenhang aufweist. Einen wichtigen Satz schreibt Markus Beckedahl dort aber zum Thema "warum bloggen"?
Genau, erinnern, das ist es. Gestern bin ich in den weiten Welten des Netzes über ein Rezept gestolpert, hab es ausprobiert. kollektiv für gut befunden und nun grause ich mich, dass ich es nie wieder erinnern werden kann.
Man nehme:
200g Räucherlachs
1 Apfel
1/2 Bund Frühlingszwiebeln
1 große Zucchino
1/2 Zitrone für Saft
Lachs, Apfel, Frühlingszwiebeln kleinkriegen, Apfel in Zitronensaft baden, dann alles zusammenschütten. Mit Senf, Honig, Pfeffer, Salz abschmecken, halbe Stunde ziehen lassen.
Derweil Zucchino längs in dünne Streifen schneiden. Kurz anbraten. Abkühlen lassen.
Füllung in die Streifen einrollen. Laut dem doofen Internet dann mit Schnittlauch verschnüren, aber das ist komplett total absolut unmöglich! Essen.
Schöner Abendsnack für gute Laune. Allerdings bin ich immer noch in meiner Seele verwundet, weil der Penny schönere Zucchini hatte als der türkische Gemüsehändler. Wo ist Sarrazin, wenn man ihn mal braucht?
Seitdem nutze ich dieses Blog und mittlerweile auch immer mehr Twitter, um möglichst alle Netzpolitisch-relevanten Artikel zu filtern und auf diese zu verweisen. Das dient gleichzeitig dazu, dass ich mir die Artikel im Blog bookmarken kann und mich an die meisten Artikel auch noch erinnern kann.
Genau, erinnern, das ist es. Gestern bin ich in den weiten Welten des Netzes über ein Rezept gestolpert, hab es ausprobiert. kollektiv für gut befunden und nun grause ich mich, dass ich es nie wieder erinnern werden kann.
Man nehme:
200g Räucherlachs
1 Apfel
1/2 Bund Frühlingszwiebeln
1 große Zucchino
1/2 Zitrone für Saft
Lachs, Apfel, Frühlingszwiebeln kleinkriegen, Apfel in Zitronensaft baden, dann alles zusammenschütten. Mit Senf, Honig, Pfeffer, Salz abschmecken, halbe Stunde ziehen lassen.
Derweil Zucchino längs in dünne Streifen schneiden. Kurz anbraten. Abkühlen lassen.
Füllung in die Streifen einrollen. Laut dem doofen Internet dann mit Schnittlauch verschnüren, aber das ist komplett total absolut unmöglich! Essen.
Schöner Abendsnack für gute Laune. Allerdings bin ich immer noch in meiner Seele verwundet, weil der Penny schönere Zucchini hatte als der türkische Gemüsehändler. Wo ist Sarrazin, wenn man ihn mal braucht?
Zucchini-Lachs-Rollen
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Rezept,
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Donnerstag, 2. September 2010
Der Drink dessen Namen nicht genannt werden darf (Update)
Damals als ich noch Jungvolk war, haben wir uns desöfteren auch mal in den Hamburger Sorgenbrecher gequetscht und zum Abschluss des Abends das ein oder andere brennende Ölfeld verkonsumiert. Mit zunehmender Weisheit haben ich dann gelernt, dass das brennende Ölfeld außerhalb des Sorgensbrechers Flaming B52 genannt wird. Damals vor zwei Jahren war eine solche Umbenennung ja eher eine Spielerei. Heute aber erklärt uns ja Thomas Hoeren in der Süddeutschen Zeitung, dass Urheberrecht und verwandte Rechte ein Massenphänomen geworden sind. Keine Wunder, dass sie ihre Rechtstentakel auch in den Bereich der friedlichen Abendgestaltung mit Cocktails ausdehnen.
The Atlantic schrub vor ein paar Tagen, dass auch Cocktailmixer sich Sorgen um ihr geistiges Eigentum machen und stärkeren Schutz einfordern. Ezra Klein widersprach dezent, TechDirt hyperventilierte erwartungsgemäß und scheint kurz davor eine Rettungsmission zur verwirrten Atlantic-Schreiberin zu schicken.
Immerhin, die fröhliche Verwirrung zwischen Urheber- und Markenrecht, die den Atlantic-Artikel durchzieht, spricht dafür, dass die Essenswelt bisher weitgehend IP-Sorgenfrei gelebt hat. Um sich Rezepte in ihrer Substanz schützen zu lassen, bräuchte man sowas abwegiges wie ein unklares Leistungsschutzrecht für Verleger. So bizarre Rechtsverdrehungen wären natürlich vollkommen unvorstellbar.
Gehen wir mal davon aus, dass man auch weiterhin Rum und Limettensaft zusammenschütten kann, ohne einen Abgesandten des kubanischen Justizministeriums am Hals zu haben. Wie ich aber schon mal kurz anriß, wenn Urheberrecht nicht geht, geht meistens Markenrecht. Niemand kann mir verbieten, einfach alle vorhandenen Alkoholika in einer Bar zusammenzuschüten. Theoretisch wäre es aber wohl möglich, dass ich das Ergebnis dann nicht mehr Long Island Ice Tea nennen darf.
Gerade bei Cocktails böte sich die Anwendung des Markenrechts an sich ja auch an. Cocktails leben ja nicht unwesentlich von ihren ikonischen Namen. Würde Mojito "Cocktail 8/45-b" heißen oder wäre "Sex on the Beach" als "Sorting Socks in the Attic" bekannt, wären sie eben nicht bekannt. Mit dem Markenschutz von Cocktails ist vermutlich Geld zu verdienen. Denn bei weitem nicht jede Bar legt die Erfindungsgabe für ein brennendes Ölfeld an den Tag, und die komischen Caipi-Stände auf den komischen Volksfesten hätten das Geld für die Lizenzgebühr sicher auch noch. Ich fürchte ja, ich sehe es kommen. Und danach schützen dann die Fernsehkochs ihre Rezeptnamen.
Kochen und Saufen ohne Sorgen um geistiges Eigentum? Das war einmal. Auf die Aussicht geh ich jetzt mal schauen, was wir eigentlich an Zutaten im Hause haben, und wo der Anzünder für den Gasherd ist.
Update: auch Gulli.com liest techdirt. Wenn auch langsamer ;-) Derweil hat The Atlantic schon wieder nachgelegt.
The Atlantic schrub vor ein paar Tagen, dass auch Cocktailmixer sich Sorgen um ihr geistiges Eigentum machen und stärkeren Schutz einfordern. Ezra Klein widersprach dezent, TechDirt hyperventilierte erwartungsgemäß und scheint kurz davor eine Rettungsmission zur verwirrten Atlantic-Schreiberin zu schicken.
Gehen wir mal davon aus, dass man auch weiterhin Rum und Limettensaft zusammenschütten kann, ohne einen Abgesandten des kubanischen Justizministeriums am Hals zu haben. Wie ich aber schon mal kurz anriß, wenn Urheberrecht nicht geht, geht meistens Markenrecht. Niemand kann mir verbieten, einfach alle vorhandenen Alkoholika in einer Bar zusammenzuschüten. Theoretisch wäre es aber wohl möglich, dass ich das Ergebnis dann nicht mehr Long Island Ice Tea nennen darf.
Gerade bei Cocktails böte sich die Anwendung des Markenrechts an sich ja auch an. Cocktails leben ja nicht unwesentlich von ihren ikonischen Namen. Würde Mojito "Cocktail 8/45-b" heißen oder wäre "Sex on the Beach" als "Sorting Socks in the Attic" bekannt, wären sie eben nicht bekannt. Mit dem Markenschutz von Cocktails ist vermutlich Geld zu verdienen. Denn bei weitem nicht jede Bar legt die Erfindungsgabe für ein brennendes Ölfeld an den Tag, und die komischen Caipi-Stände auf den komischen Volksfesten hätten das Geld für die Lizenzgebühr sicher auch noch. Ich fürchte ja, ich sehe es kommen. Und danach schützen dann die Fernsehkochs ihre Rezeptnamen.
Kochen und Saufen ohne Sorgen um geistiges Eigentum? Das war einmal. Auf die Aussicht geh ich jetzt mal schauen, was wir eigentlich an Zutaten im Hause haben, und wo der Anzünder für den Gasherd ist.
Update: auch Gulli.com liest techdirt. Wenn auch langsamer ;-) Derweil hat The Atlantic schon wieder nachgelegt.
Damals als ich noch Jungvolk war, haben wir uns desöfteren auch mal in den Hamburger Sorgenbrecher gequetscht und zum Abschluss des Abends das ein oder andere brennende Ölfeld verkonsumiert. Mit zunehmender Weisheit haben ich dann gelernt, dass das brennende Ölfeld außerhalb des Sorgensbrechers Flaming B52 genannt wird. Damals vor zwei Jahren war eine solche Umbenennung ja eher eine Spielerei. Heute aber erklärt uns ja Thomas Hoeren in der Süddeutschen Zeitung, dass Urheberrecht und verwandte Rechte ein Massenphänomen geworden sind. Keine Wunder, dass sie ihre Rechtstentakel auch in den Bereich der friedlichen Abendgestaltung mit Cocktails ausdehnen.
The Atlantic schrub vor ein paar Tagen, dass auch Cocktailmixer sich Sorgen um ihr geistiges Eigentum machen und stärkeren Schutz einfordern. Ezra Klein widersprach dezent, TechDirt hyperventilierte erwartungsgemäß und scheint kurz davor eine Rettungsmission zur verwirrten Atlantic-Schreiberin zu schicken.
Immerhin, die fröhliche Verwirrung zwischen Urheber- und Markenrecht, die den Atlantic-Artikel durchzieht, spricht dafür, dass die Essenswelt bisher weitgehend IP-Sorgenfrei gelebt hat. Um sich Rezepte in ihrer Substanz schützen zu lassen, bräuchte man sowas abwegiges wie ein unklares Leistungsschutzrecht für Verleger. So bizarre Rechtsverdrehungen wären natürlich vollkommen unvorstellbar.
Gehen wir mal davon aus, dass man auch weiterhin Rum und Limettensaft zusammenschütten kann, ohne einen Abgesandten des kubanischen Justizministeriums am Hals zu haben. Wie ich aber schon mal kurz anriß, wenn Urheberrecht nicht geht, geht meistens Markenrecht. Niemand kann mir verbieten, einfach alle vorhandenen Alkoholika in einer Bar zusammenzuschüten. Theoretisch wäre es aber wohl möglich, dass ich das Ergebnis dann nicht mehr Long Island Ice Tea nennen darf.
Gerade bei Cocktails böte sich die Anwendung des Markenrechts an sich ja auch an. Cocktails leben ja nicht unwesentlich von ihren ikonischen Namen. Würde Mojito "Cocktail 8/45-b" heißen oder wäre "Sex on the Beach" als "Sorting Socks in the Attic" bekannt, wären sie eben nicht bekannt. Mit dem Markenschutz von Cocktails ist vermutlich Geld zu verdienen. Denn bei weitem nicht jede Bar legt die Erfindungsgabe für ein brennendes Ölfeld an den Tag, und die komischen Caipi-Stände auf den komischen Volksfesten hätten das Geld für die Lizenzgebühr sicher auch noch. Ich fürchte ja, ich sehe es kommen. Und danach schützen dann die Fernsehkochs ihre Rezeptnamen.
Kochen und Saufen ohne Sorgen um geistiges Eigentum? Das war einmal. Auf die Aussicht geh ich jetzt mal schauen, was wir eigentlich an Zutaten im Hause haben, und wo der Anzünder für den Gasherd ist.
Update: auch Gulli.com liest techdirt. Wenn auch langsamer ;-) Derweil hat The Atlantic schon wieder nachgelegt.
The Atlantic schrub vor ein paar Tagen, dass auch Cocktailmixer sich Sorgen um ihr geistiges Eigentum machen und stärkeren Schutz einfordern. Ezra Klein widersprach dezent, TechDirt hyperventilierte erwartungsgemäß und scheint kurz davor eine Rettungsmission zur verwirrten Atlantic-Schreiberin zu schicken.
Gehen wir mal davon aus, dass man auch weiterhin Rum und Limettensaft zusammenschütten kann, ohne einen Abgesandten des kubanischen Justizministeriums am Hals zu haben. Wie ich aber schon mal kurz anriß, wenn Urheberrecht nicht geht, geht meistens Markenrecht. Niemand kann mir verbieten, einfach alle vorhandenen Alkoholika in einer Bar zusammenzuschüten. Theoretisch wäre es aber wohl möglich, dass ich das Ergebnis dann nicht mehr Long Island Ice Tea nennen darf.
Gerade bei Cocktails böte sich die Anwendung des Markenrechts an sich ja auch an. Cocktails leben ja nicht unwesentlich von ihren ikonischen Namen. Würde Mojito "Cocktail 8/45-b" heißen oder wäre "Sex on the Beach" als "Sorting Socks in the Attic" bekannt, wären sie eben nicht bekannt. Mit dem Markenschutz von Cocktails ist vermutlich Geld zu verdienen. Denn bei weitem nicht jede Bar legt die Erfindungsgabe für ein brennendes Ölfeld an den Tag, und die komischen Caipi-Stände auf den komischen Volksfesten hätten das Geld für die Lizenzgebühr sicher auch noch. Ich fürchte ja, ich sehe es kommen. Und danach schützen dann die Fernsehkochs ihre Rezeptnamen.
Kochen und Saufen ohne Sorgen um geistiges Eigentum? Das war einmal. Auf die Aussicht geh ich jetzt mal schauen, was wir eigentlich an Zutaten im Hause haben, und wo der Anzünder für den Gasherd ist.
Update: auch Gulli.com liest techdirt. Wenn auch langsamer ;-) Derweil hat The Atlantic schon wieder nachgelegt.
Der Drink dessen Namen nicht genannt werden darf (Update)
Manchmal
Manchmal, wenn ich so trotz aller Vorsätze doch bei Spiegel Online vorbeischaue, denke ich, so ähnlich müssen sich DDR-Bürger bei Lektüre der Jungen Welt gefühlt haben. Nachrichten aus einer Welt, die ich nicht kenne, bei der ich auch niemand kenne, der daran teilhat, und bei der ich von Jahr zu Jahr mehr Zweifel habe, ob sie überhaupt existiert. Nur bunter ist es bei Spon.
Manchmal, wenn ich so trotz aller Vorsätze doch bei Spiegel Online vorbeischaue, denke ich, so ähnlich müssen sich DDR-Bürger bei Lektüre der Jungen Welt gefühlt haben. Nachrichten aus einer Welt, die ich nicht kenne, bei der ich auch niemand kenne, der daran teilhat, und bei der ich von Jahr zu Jahr mehr Zweifel habe, ob sie überhaupt existiert. Nur bunter ist es bei Spon.
Manchmal
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Spiegel Online
Wikipedia gesprochen. Jetzt mal ernsthaft.
Wikimedia Deutschland meldet sich aus der Geschäftstelle und erzählt dies und das. Schön: das äußerst begrüßenswerte Literaturstipendium läuft erfolgreich. Eigentümlich: Senioren 50plus werden jetzt anscheinend einzeln zum Jagen getragen. Das spannendste aber ist:
Was sagt man da? Cool! Oder doch eher: die armen Sprecher?
Artikel des Tages, bisher.
Als Schmankerl am Rande noch die beste Wikimedia-gesprochene Version ever: Nis Randers, Wikisource, oder vielleicht doch An Land, Wikisource?
...realisiert der Verein zurzeit eine Kooperation mit der Deutschen Zentralbücherei für Blinde (DZB). In einem Pilotprojekt werden professionelle Sprecher der DZB die Artikel des Tages einsprechen. Die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren, um für den gesamtem Oktober die Artikel des Tages als gesprochene Version anzubieten
Was sagt man da? Cool! Oder doch eher: die armen Sprecher?
Artikel des Tages, bisher.
Als Schmankerl am Rande noch die beste Wikimedia-gesprochene Version ever: Nis Randers, Wikisource, oder vielleicht doch An Land, Wikisource?
Wikimedia Deutschland meldet sich aus der Geschäftstelle und erzählt dies und das. Schön: das äußerst begrüßenswerte Literaturstipendium läuft erfolgreich. Eigentümlich: Senioren 50plus werden jetzt anscheinend einzeln zum Jagen getragen. Das spannendste aber ist:
Was sagt man da? Cool! Oder doch eher: die armen Sprecher?
Artikel des Tages, bisher.
Als Schmankerl am Rande noch die beste Wikimedia-gesprochene Version ever: Nis Randers, Wikisource, oder vielleicht doch An Land, Wikisource?
...realisiert der Verein zurzeit eine Kooperation mit der Deutschen Zentralbücherei für Blinde (DZB). In einem Pilotprojekt werden professionelle Sprecher der DZB die Artikel des Tages einsprechen. Die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren, um für den gesamtem Oktober die Artikel des Tages als gesprochene Version anzubieten
Was sagt man da? Cool! Oder doch eher: die armen Sprecher?
Artikel des Tages, bisher.
Als Schmankerl am Rande noch die beste Wikimedia-gesprochene Version ever: Nis Randers, Wikisource, oder vielleicht doch An Land, Wikisource?
Wikipedia gesprochen. Jetzt mal ernsthaft.
Namensänderungskontemplation
Am Anfang des Blogs stand ja noch der Name "Flauschcontent" zur Debatte. Hätte ich gern genommen, mich dabei aber wie ein elendiger Dieb gefühlt. Jetzt stelle ich fest: "Hitlerwitze" scheint voll der Publikumsbringer zu sein. Oder sollte ich dann konsequent sein, und es "Hitlerhitler" nennen? Oder als Reminiszenz an den jetzigen Namen "Itleritze"? Fragen vor dem vierten Kaffee..
Am Anfang des Blogs stand ja noch der Name "Flauschcontent" zur Debatte. Hätte ich gern genommen, mich dabei aber wie ein elendiger Dieb gefühlt. Jetzt stelle ich fest: "Hitlerwitze" scheint voll der Publikumsbringer zu sein. Oder sollte ich dann konsequent sein, und es "Hitlerhitler" nennen? Oder als Reminiszenz an den jetzigen Namen "Itleritze"? Fragen vor dem vierten Kaffee..
Namensänderungskontemplation
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Mittwoch, 1. September 2010
Hitler-Witze
Es ist ein unwichtiger Text über eine komische Fernsehsendung, die eh schon Welterfolg hat. Eigentlich sollte man sowas ignorieren. Aber ich kann nicht anders: Jemand im Internet hat Unrecht. Da muß man aufstehen und sich engagieren! Außerdem scheint der Text grad durch den Holtzbrinck-Konzern zu wandern und ich hab Angst die Tage hinterrücks beim Frühstück von der Tagesspiegel-Variante erwischt zu werden.
Zeit-Online hat heute einen Handelsblatt-Text von Katharina Slodczyk übernommen. Sie porträtiert den englischen Moderator Jeremy Clarkson auf eine Art und Weise, die ist so neben jedem Punkt, dass es eigentlich nicht mehr entschuldbar ist. Zugunsten von Slodczyk möchte ich annehmen, dass sie nur die unsagbar schlechte deutsche Top-Gear-Synchronisation auf Kabel Eins kennt. Die nach der unsäglichen Top-Gear-Nachahmung auf DSF der zweite Anlauf ist, bei dem Deutsche bei einer Top-Gear-Adaption furchtbar scheiterten. So gesehen steht Slodczyk natürlich in einer langen Reihe des deutschen Top-Gear-Unvermögen. Beim Slodczyk-Text allerdings geht mir ja ein Punkt so gar nicht aus dem Kopf:
Slodczyk wirft Clarkson vor, dass er weder "filigrane Schmunzler" liefert noch "feinen Humor" und damit gänzlich unbritisch sei. Und diese Hitler-Witze wenn es um Deutsche geht. Ganz schlimm das alles. Da möchte man Frau Slodczyk doch mal vorschlagen, ganz oft Fawlty-Towers hintereinander zu sehen, und die deutsche Befindlichkeit runterzuschlucken.
Dann noch einfach mal 'nen Tag in Middlesborough oder Birmingham oder sonstwo unter normalen Engländern verbringen. Die sind oft sehr unterhaltsam, aber die filigranen Schmunzler sind dann doch eher was für das deutsche Bildungsbürgertum.
Englischer Humor (1) geht furchtlos dahin, wo es wirklich richtig weh tut (2) ist ebenso selbstironisch wie absurd (3) besteht zu einem guten Viertel aus Hitler-Witzen. Clarkson/Top Gear sind da schon sehr englisch.
Und mal ehrlich, wenn das nicht ebenso subversiv wie brüllend komisch ist, kann ich auch nicht helfen:
Zeit-Online hat heute einen Handelsblatt-Text von Katharina Slodczyk übernommen. Sie porträtiert den englischen Moderator Jeremy Clarkson auf eine Art und Weise, die ist so neben jedem Punkt, dass es eigentlich nicht mehr entschuldbar ist. Zugunsten von Slodczyk möchte ich annehmen, dass sie nur die unsagbar schlechte deutsche Top-Gear-Synchronisation auf Kabel Eins kennt. Die nach der unsäglichen Top-Gear-Nachahmung auf DSF der zweite Anlauf ist, bei dem Deutsche bei einer Top-Gear-Adaption furchtbar scheiterten. So gesehen steht Slodczyk natürlich in einer langen Reihe des deutschen Top-Gear-Unvermögen. Beim Slodczyk-Text allerdings geht mir ja ein Punkt so gar nicht aus dem Kopf:
Slodczyk wirft Clarkson vor, dass er weder "filigrane Schmunzler" liefert noch "feinen Humor" und damit gänzlich unbritisch sei. Und diese Hitler-Witze wenn es um Deutsche geht. Ganz schlimm das alles. Da möchte man Frau Slodczyk doch mal vorschlagen, ganz oft Fawlty-Towers hintereinander zu sehen, und die deutsche Befindlichkeit runterzuschlucken.
Dann noch einfach mal 'nen Tag in Middlesborough oder Birmingham oder sonstwo unter normalen Engländern verbringen. Die sind oft sehr unterhaltsam, aber die filigranen Schmunzler sind dann doch eher was für das deutsche Bildungsbürgertum.
Englischer Humor (1) geht furchtlos dahin, wo es wirklich richtig weh tut (2) ist ebenso selbstironisch wie absurd (3) besteht zu einem guten Viertel aus Hitler-Witzen. Clarkson/Top Gear sind da schon sehr englisch.
Und mal ehrlich, wenn das nicht ebenso subversiv wie brüllend komisch ist, kann ich auch nicht helfen:
Es ist ein unwichtiger Text über eine komische Fernsehsendung, die eh schon Welterfolg hat. Eigentlich sollte man sowas ignorieren. Aber ich kann nicht anders: Jemand im Internet hat Unrecht. Da muß man aufstehen und sich engagieren! Außerdem scheint der Text grad durch den Holtzbrinck-Konzern zu wandern und ich hab Angst die Tage hinterrücks beim Frühstück von der Tagesspiegel-Variante erwischt zu werden.
Zeit-Online hat heute einen Handelsblatt-Text von Katharina Slodczyk übernommen. Sie porträtiert den englischen Moderator Jeremy Clarkson auf eine Art und Weise, die ist so neben jedem Punkt, dass es eigentlich nicht mehr entschuldbar ist. Zugunsten von Slodczyk möchte ich annehmen, dass sie nur die unsagbar schlechte deutsche Top-Gear-Synchronisation auf Kabel Eins kennt. Die nach der unsäglichen Top-Gear-Nachahmung auf DSF der zweite Anlauf ist, bei dem Deutsche bei einer Top-Gear-Adaption furchtbar scheiterten. So gesehen steht Slodczyk natürlich in einer langen Reihe des deutschen Top-Gear-Unvermögen. Beim Slodczyk-Text allerdings geht mir ja ein Punkt so gar nicht aus dem Kopf:
Slodczyk wirft Clarkson vor, dass er weder "filigrane Schmunzler" liefert noch "feinen Humor" und damit gänzlich unbritisch sei. Und diese Hitler-Witze wenn es um Deutsche geht. Ganz schlimm das alles. Da möchte man Frau Slodczyk doch mal vorschlagen, ganz oft Fawlty-Towers hintereinander zu sehen, und die deutsche Befindlichkeit runterzuschlucken.
Dann noch einfach mal 'nen Tag in Middlesborough oder Birmingham oder sonstwo unter normalen Engländern verbringen. Die sind oft sehr unterhaltsam, aber die filigranen Schmunzler sind dann doch eher was für das deutsche Bildungsbürgertum.
Englischer Humor (1) geht furchtlos dahin, wo es wirklich richtig weh tut (2) ist ebenso selbstironisch wie absurd (3) besteht zu einem guten Viertel aus Hitler-Witzen. Clarkson/Top Gear sind da schon sehr englisch.
Und mal ehrlich, wenn das nicht ebenso subversiv wie brüllend komisch ist, kann ich auch nicht helfen:
Zeit-Online hat heute einen Handelsblatt-Text von Katharina Slodczyk übernommen. Sie porträtiert den englischen Moderator Jeremy Clarkson auf eine Art und Weise, die ist so neben jedem Punkt, dass es eigentlich nicht mehr entschuldbar ist. Zugunsten von Slodczyk möchte ich annehmen, dass sie nur die unsagbar schlechte deutsche Top-Gear-Synchronisation auf Kabel Eins kennt. Die nach der unsäglichen Top-Gear-Nachahmung auf DSF der zweite Anlauf ist, bei dem Deutsche bei einer Top-Gear-Adaption furchtbar scheiterten. So gesehen steht Slodczyk natürlich in einer langen Reihe des deutschen Top-Gear-Unvermögen. Beim Slodczyk-Text allerdings geht mir ja ein Punkt so gar nicht aus dem Kopf:
Slodczyk wirft Clarkson vor, dass er weder "filigrane Schmunzler" liefert noch "feinen Humor" und damit gänzlich unbritisch sei. Und diese Hitler-Witze wenn es um Deutsche geht. Ganz schlimm das alles. Da möchte man Frau Slodczyk doch mal vorschlagen, ganz oft Fawlty-Towers hintereinander zu sehen, und die deutsche Befindlichkeit runterzuschlucken.
Dann noch einfach mal 'nen Tag in Middlesborough oder Birmingham oder sonstwo unter normalen Engländern verbringen. Die sind oft sehr unterhaltsam, aber die filigranen Schmunzler sind dann doch eher was für das deutsche Bildungsbürgertum.
Englischer Humor (1) geht furchtlos dahin, wo es wirklich richtig weh tut (2) ist ebenso selbstironisch wie absurd (3) besteht zu einem guten Viertel aus Hitler-Witzen. Clarkson/Top Gear sind da schon sehr englisch.
Und mal ehrlich, wenn das nicht ebenso subversiv wie brüllend komisch ist, kann ich auch nicht helfen:
Hitler-Witze
Tag der Abrechnung
Der erste vollständige Monat liegt hinter uns, Zeit für eine kleine Bilanz.
Raus:
Arbeitszeit (oh boy..)
Rein:
* Ein Exemplar Schinken-Omi (3,50€)(*)
* Ein Regenschirm und eine Flasche Prosecco (keine Ahnung, sieht aber beides edel aus)
* Spannung, Spaß und Unterhaltung, Kontakt mit lieben Menschen
* Kachingle: Null
* Flattr: Null
* AdSense: Null
* Sonstige Spenden: Null
Schon nicht schlecht, aber verbesserungsfähig.
(*Natürlich ist es an sich wahnsinn bei Reviewsachen den vollen Preis anzusetzen. Etwa 800 meiner 810 CDs, die ich zu Hause habe, hätte ich nie freiwillig gekauft, vermutlich hätte ich auch niemand gefunden, der sie geschenkt haben möchte. Aber für die Schinken-Omi hätte ich tatsächlich Geld ausgegeben, hätte es sein müssen.)
Raus:
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(*Natürlich ist es an sich wahnsinn bei Reviewsachen den vollen Preis anzusetzen. Etwa 800 meiner 810 CDs, die ich zu Hause habe, hätte ich nie freiwillig gekauft, vermutlich hätte ich auch niemand gefunden, der sie geschenkt haben möchte. Aber für die Schinken-Omi hätte ich tatsächlich Geld ausgegeben, hätte es sein müssen.)
Der erste vollständige Monat liegt hinter uns, Zeit für eine kleine Bilanz.
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Schon nicht schlecht, aber verbesserungsfähig.
(*Natürlich ist es an sich wahnsinn bei Reviewsachen den vollen Preis anzusetzen. Etwa 800 meiner 810 CDs, die ich zu Hause habe, hätte ich nie freiwillig gekauft, vermutlich hätte ich auch niemand gefunden, der sie geschenkt haben möchte. Aber für die Schinken-Omi hätte ich tatsächlich Geld ausgegeben, hätte es sein müssen.)
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Schon nicht schlecht, aber verbesserungsfähig.
(*Natürlich ist es an sich wahnsinn bei Reviewsachen den vollen Preis anzusetzen. Etwa 800 meiner 810 CDs, die ich zu Hause habe, hätte ich nie freiwillig gekauft, vermutlich hätte ich auch niemand gefunden, der sie geschenkt haben möchte. Aber für die Schinken-Omi hätte ich tatsächlich Geld ausgegeben, hätte es sein müssen.)
Tag der Abrechnung
Dienstag, 31. August 2010
Ein alter Mann sitzt im Fernsehen und schimpft
Thilo Sarrazins rassenhygienischer Mumpitz ist inhaltlich wohl kaum der Erörterung wert. Warum das so ist, seziert Frank Schirrmacher. Wer "Live-aus-dem-Rollbergkiez-für-die-Mittelschicht" hören will, kann immer noch Heisig lesen oder Buschkowsky zuhören, für die paar Punkte die Sarrazin inhaltlich haben könnte, gibt es bei weitem weniger dämliche Überbringer. Ja, selbst als Demagoge scheint er untauglich. Die Hofbarmachung durch den Spiegel ist eine Schande, aber wohl leider mittlerweile Spiegel-typisch. Inhaltliche Widerlegungen aller Art sollten zur Zeit wirklich nicht schwer zu finden sein.
Aber wie die Schneeschmelze richtig schreibt, deutlich spannender sind die Biedermänner, die die Bücher kaufen, die Foren vollschreiben, Kommentare vollschreiben, der SPD reichliche E-Mails schreiben, die spätestens beim zweiten Bier Sarrazin auch in seinem Sozialdarwinismus vollkommen recht geben, egal was er gesagt haben mag. Wohin rollt denn die Welle, auf die Sarazin sein Surfboard aufzusetzen versucht?
Die Welle rollt paradox. Einerseits wollen die Biedermänner offensichtlich eine komplette, ich würde schon fast sagen, revolutionäre Umwälzung des deutschen Sozial- und Rechtsstaats. Zum anderen sind sie dabei aber keineswegs zukunfts-, sondern in höchstem Maßen vergangenheitsgewandt.
Franz Walter hat in der Zeit einen recht spannenden Artikel zum Thema Sozialdemokratie und Eugenik geschrieben. Dort läßt er sich ausführlich darüber aus, dass die Sozialdemokratie durchaus eine gewisse Tradition der Menschheitsverbesserung per Biologie hat. Was Walter in seinem Bemühen um die Gleichsetzung von Sarrazin und sozialdemokratischer Tradition entgeht, ist die verschiedene Zeitachse. Den klassischen Sozialdemokraten ging es um den "Neuen Menschen" der sozialdemokratischen Zukunftsgesellschaft", oder kürzer gesagt: um eine bessere Zukunft für alle.
Sarrazin, Wilders, der Tea Party geht es nicht um eine ideale Zukunft. Sie möchten die Wiederherstellung der imaginären Vergangenheit, als wohlgebildete weiße Menschen in Eintracht und Liebe mit allen Menschen der Erde lebten. Oder als zumindest den anderen Menschen die Mittel fehlten, um sich zu beschweren. Was man heute auch macht, es wird nicht besser, nur weniger schlimm.
Paradoxerweise sind unter den Biedermännern besonders viele, die zum einen wenig verbrämt das sozialdarwinistische Recht des Stärkeren bzw. wohl Intelligenteren fordern, die zum anderen aber eher in einer sozialen Lage sind, in der sie sich von - anscheinend intelligenteren, durchsetzungsfähigeren - bedroht sehen. Früher waren die Spielfelder noch eben, der Schiedsrichter noch fair, die Welt gut und die Neuzeit noch nicht da. Richtig ist, was mich nach oben bringt.
Jeder Student der Geschichte oder Politik weiß, dass es kein Zurück gibt, dass auch die reaktionärsten und erfolgreichsten Bewegungen stets Neues geschaffen haben. Irgendwann im 20. Jahrhundert mag es das goldene Zeitalter für weiße Männer gegeben haben, selbst mit ausgefeilten Menschenzüchtung wird es nicht wiederkommen. Was Sarrazin und Tea Party gemeinsam haben, ist eine komplette Mißachtung des derzeitigen Systems, die grundsätzlich jede praktische Erfahrung mit dem Sozialstaat ignoriert, ihn vorsichtshalber nur sehr sehr abstrakt beobachtet, aber ihn auf jeden Fall verwirft. Eine Zukunftsvision sehe ich nicht. Reicht Minderheitenprogrammatik für Mehrheiten für ein politisches Programm? Ist das mehr als aktionistischer Nihilismus? Wissen sie, was sie tun? Nein. Ist es gefährlich? Ja.
Aber wie die Schneeschmelze richtig schreibt, deutlich spannender sind die Biedermänner, die die Bücher kaufen, die Foren vollschreiben, Kommentare vollschreiben, der SPD reichliche E-Mails schreiben, die spätestens beim zweiten Bier Sarrazin auch in seinem Sozialdarwinismus vollkommen recht geben, egal was er gesagt haben mag. Wohin rollt denn die Welle, auf die Sarazin sein Surfboard aufzusetzen versucht?
Die Welle rollt paradox. Einerseits wollen die Biedermänner offensichtlich eine komplette, ich würde schon fast sagen, revolutionäre Umwälzung des deutschen Sozial- und Rechtsstaats. Zum anderen sind sie dabei aber keineswegs zukunfts-, sondern in höchstem Maßen vergangenheitsgewandt.
Franz Walter hat in der Zeit einen recht spannenden Artikel zum Thema Sozialdemokratie und Eugenik geschrieben. Dort läßt er sich ausführlich darüber aus, dass die Sozialdemokratie durchaus eine gewisse Tradition der Menschheitsverbesserung per Biologie hat. Was Walter in seinem Bemühen um die Gleichsetzung von Sarrazin und sozialdemokratischer Tradition entgeht, ist die verschiedene Zeitachse. Den klassischen Sozialdemokraten ging es um den "Neuen Menschen" der sozialdemokratischen Zukunftsgesellschaft", oder kürzer gesagt: um eine bessere Zukunft für alle.
Sarrazin, Wilders, der Tea Party geht es nicht um eine ideale Zukunft. Sie möchten die Wiederherstellung der imaginären Vergangenheit, als wohlgebildete weiße Menschen in Eintracht und Liebe mit allen Menschen der Erde lebten. Oder als zumindest den anderen Menschen die Mittel fehlten, um sich zu beschweren. Was man heute auch macht, es wird nicht besser, nur weniger schlimm.
Paradoxerweise sind unter den Biedermännern besonders viele, die zum einen wenig verbrämt das sozialdarwinistische Recht des Stärkeren bzw. wohl Intelligenteren fordern, die zum anderen aber eher in einer sozialen Lage sind, in der sie sich von - anscheinend intelligenteren, durchsetzungsfähigeren - bedroht sehen. Früher waren die Spielfelder noch eben, der Schiedsrichter noch fair, die Welt gut und die Neuzeit noch nicht da. Richtig ist, was mich nach oben bringt.
Jeder Student der Geschichte oder Politik weiß, dass es kein Zurück gibt, dass auch die reaktionärsten und erfolgreichsten Bewegungen stets Neues geschaffen haben. Irgendwann im 20. Jahrhundert mag es das goldene Zeitalter für weiße Männer gegeben haben, selbst mit ausgefeilten Menschenzüchtung wird es nicht wiederkommen. Was Sarrazin und Tea Party gemeinsam haben, ist eine komplette Mißachtung des derzeitigen Systems, die grundsätzlich jede praktische Erfahrung mit dem Sozialstaat ignoriert, ihn vorsichtshalber nur sehr sehr abstrakt beobachtet, aber ihn auf jeden Fall verwirft. Eine Zukunftsvision sehe ich nicht. Reicht Minderheitenprogrammatik für Mehrheiten für ein politisches Programm? Ist das mehr als aktionistischer Nihilismus? Wissen sie, was sie tun? Nein. Ist es gefährlich? Ja.
Thilo Sarrazins rassenhygienischer Mumpitz ist inhaltlich wohl kaum der Erörterung wert. Warum das so ist, seziert Frank Schirrmacher. Wer "Live-aus-dem-Rollbergkiez-für-die-Mittelschicht" hören will, kann immer noch Heisig lesen oder Buschkowsky zuhören, für die paar Punkte die Sarrazin inhaltlich haben könnte, gibt es bei weitem weniger dämliche Überbringer. Ja, selbst als Demagoge scheint er untauglich. Die Hofbarmachung durch den Spiegel ist eine Schande, aber wohl leider mittlerweile Spiegel-typisch. Inhaltliche Widerlegungen aller Art sollten zur Zeit wirklich nicht schwer zu finden sein.
Aber wie die Schneeschmelze richtig schreibt, deutlich spannender sind die Biedermänner, die die Bücher kaufen, die Foren vollschreiben, Kommentare vollschreiben, der SPD reichliche E-Mails schreiben, die spätestens beim zweiten Bier Sarrazin auch in seinem Sozialdarwinismus vollkommen recht geben, egal was er gesagt haben mag. Wohin rollt denn die Welle, auf die Sarazin sein Surfboard aufzusetzen versucht?
Die Welle rollt paradox. Einerseits wollen die Biedermänner offensichtlich eine komplette, ich würde schon fast sagen, revolutionäre Umwälzung des deutschen Sozial- und Rechtsstaats. Zum anderen sind sie dabei aber keineswegs zukunfts-, sondern in höchstem Maßen vergangenheitsgewandt.
Franz Walter hat in der Zeit einen recht spannenden Artikel zum Thema Sozialdemokratie und Eugenik geschrieben. Dort läßt er sich ausführlich darüber aus, dass die Sozialdemokratie durchaus eine gewisse Tradition der Menschheitsverbesserung per Biologie hat. Was Walter in seinem Bemühen um die Gleichsetzung von Sarrazin und sozialdemokratischer Tradition entgeht, ist die verschiedene Zeitachse. Den klassischen Sozialdemokraten ging es um den "Neuen Menschen" der sozialdemokratischen Zukunftsgesellschaft", oder kürzer gesagt: um eine bessere Zukunft für alle.
Sarrazin, Wilders, der Tea Party geht es nicht um eine ideale Zukunft. Sie möchten die Wiederherstellung der imaginären Vergangenheit, als wohlgebildete weiße Menschen in Eintracht und Liebe mit allen Menschen der Erde lebten. Oder als zumindest den anderen Menschen die Mittel fehlten, um sich zu beschweren. Was man heute auch macht, es wird nicht besser, nur weniger schlimm.
Paradoxerweise sind unter den Biedermännern besonders viele, die zum einen wenig verbrämt das sozialdarwinistische Recht des Stärkeren bzw. wohl Intelligenteren fordern, die zum anderen aber eher in einer sozialen Lage sind, in der sie sich von - anscheinend intelligenteren, durchsetzungsfähigeren - bedroht sehen. Früher waren die Spielfelder noch eben, der Schiedsrichter noch fair, die Welt gut und die Neuzeit noch nicht da. Richtig ist, was mich nach oben bringt.
Jeder Student der Geschichte oder Politik weiß, dass es kein Zurück gibt, dass auch die reaktionärsten und erfolgreichsten Bewegungen stets Neues geschaffen haben. Irgendwann im 20. Jahrhundert mag es das goldene Zeitalter für weiße Männer gegeben haben, selbst mit ausgefeilten Menschenzüchtung wird es nicht wiederkommen. Was Sarrazin und Tea Party gemeinsam haben, ist eine komplette Mißachtung des derzeitigen Systems, die grundsätzlich jede praktische Erfahrung mit dem Sozialstaat ignoriert, ihn vorsichtshalber nur sehr sehr abstrakt beobachtet, aber ihn auf jeden Fall verwirft. Eine Zukunftsvision sehe ich nicht. Reicht Minderheitenprogrammatik für Mehrheiten für ein politisches Programm? Ist das mehr als aktionistischer Nihilismus? Wissen sie, was sie tun? Nein. Ist es gefährlich? Ja.
Aber wie die Schneeschmelze richtig schreibt, deutlich spannender sind die Biedermänner, die die Bücher kaufen, die Foren vollschreiben, Kommentare vollschreiben, der SPD reichliche E-Mails schreiben, die spätestens beim zweiten Bier Sarrazin auch in seinem Sozialdarwinismus vollkommen recht geben, egal was er gesagt haben mag. Wohin rollt denn die Welle, auf die Sarazin sein Surfboard aufzusetzen versucht?
Die Welle rollt paradox. Einerseits wollen die Biedermänner offensichtlich eine komplette, ich würde schon fast sagen, revolutionäre Umwälzung des deutschen Sozial- und Rechtsstaats. Zum anderen sind sie dabei aber keineswegs zukunfts-, sondern in höchstem Maßen vergangenheitsgewandt.
Franz Walter hat in der Zeit einen recht spannenden Artikel zum Thema Sozialdemokratie und Eugenik geschrieben. Dort läßt er sich ausführlich darüber aus, dass die Sozialdemokratie durchaus eine gewisse Tradition der Menschheitsverbesserung per Biologie hat. Was Walter in seinem Bemühen um die Gleichsetzung von Sarrazin und sozialdemokratischer Tradition entgeht, ist die verschiedene Zeitachse. Den klassischen Sozialdemokraten ging es um den "Neuen Menschen" der sozialdemokratischen Zukunftsgesellschaft", oder kürzer gesagt: um eine bessere Zukunft für alle.
Sarrazin, Wilders, der Tea Party geht es nicht um eine ideale Zukunft. Sie möchten die Wiederherstellung der imaginären Vergangenheit, als wohlgebildete weiße Menschen in Eintracht und Liebe mit allen Menschen der Erde lebten. Oder als zumindest den anderen Menschen die Mittel fehlten, um sich zu beschweren. Was man heute auch macht, es wird nicht besser, nur weniger schlimm.
Paradoxerweise sind unter den Biedermännern besonders viele, die zum einen wenig verbrämt das sozialdarwinistische Recht des Stärkeren bzw. wohl Intelligenteren fordern, die zum anderen aber eher in einer sozialen Lage sind, in der sie sich von - anscheinend intelligenteren, durchsetzungsfähigeren - bedroht sehen. Früher waren die Spielfelder noch eben, der Schiedsrichter noch fair, die Welt gut und die Neuzeit noch nicht da. Richtig ist, was mich nach oben bringt.
Jeder Student der Geschichte oder Politik weiß, dass es kein Zurück gibt, dass auch die reaktionärsten und erfolgreichsten Bewegungen stets Neues geschaffen haben. Irgendwann im 20. Jahrhundert mag es das goldene Zeitalter für weiße Männer gegeben haben, selbst mit ausgefeilten Menschenzüchtung wird es nicht wiederkommen. Was Sarrazin und Tea Party gemeinsam haben, ist eine komplette Mißachtung des derzeitigen Systems, die grundsätzlich jede praktische Erfahrung mit dem Sozialstaat ignoriert, ihn vorsichtshalber nur sehr sehr abstrakt beobachtet, aber ihn auf jeden Fall verwirft. Eine Zukunftsvision sehe ich nicht. Reicht Minderheitenprogrammatik für Mehrheiten für ein politisches Programm? Ist das mehr als aktionistischer Nihilismus? Wissen sie, was sie tun? Nein. Ist es gefährlich? Ja.
Ein alter Mann sitzt im Fernsehen und schimpft
Diesel! Benzin!
Wer Autos hat, braucht auch eine Tankstelle. Den Sonntagnachmittag verbrachten wir damit, dem eklatanten Tankstellenmangel an der A8 Wohnzimmer abzuhelfen.Dank eines perfektionistischen Großvaters, einer etwas weniger perfektionistischen Mutter und einer gut ausgestatteten Werkstatt war das Ding schnell gebaut.
Eine Bodenplatte aus Sperrholz, eine dünnere Sperrholzplatte als Mittelinsel und eine als Dach. Ein Rundholz in vier Säulen zersägen (eine etwas länger, die geht durchs Dach, daran ist die Preistafel angeklebt), von einer Vierkantleiste zwei Zapfsäulen absägen. In die Zapfsäulen zwei Löcher bohren, ein Stück Wäscheleine ergibt den Schlauch.
Als letztes noch bunt anmalen und mit Sprühlack überziehen, dann kann das Kind sich dem Tankrausch ergeben: "Traktor tanken... Diesel tanken... Porsche tanken... Anhänger tanken... Wasser tanken... Topf auch tanken..."
Wer Autos hat, braucht auch eine Tankstelle. Den Sonntagnachmittag verbrachten wir damit, dem eklatanten Tankstellenmangel an der A8 Wohnzimmer abzuhelfen.Dank eines perfektionistischen Großvaters, einer etwas weniger perfektionistischen Mutter und einer gut ausgestatteten Werkstatt war das Ding schnell gebaut.
Eine Bodenplatte aus Sperrholz, eine dünnere Sperrholzplatte als Mittelinsel und eine als Dach. Ein Rundholz in vier Säulen zersägen (eine etwas länger, die geht durchs Dach, daran ist die Preistafel angeklebt), von einer Vierkantleiste zwei Zapfsäulen absägen. In die Zapfsäulen zwei Löcher bohren, ein Stück Wäscheleine ergibt den Schlauch.
Als letztes noch bunt anmalen und mit Sprühlack überziehen, dann kann das Kind sich dem Tankrausch ergeben: "Traktor tanken... Diesel tanken... Porsche tanken... Anhänger tanken... Wasser tanken... Topf auch tanken..."
Diesel! Benzin!
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Kinderkram
Hot in here
Zitat des Tages:
(Robert Darnton in der New York Times)
Intellectual property has become such a hot topic that it needs to be doused with some history.
(Robert Darnton in der New York Times)
Zitat des Tages:
(Robert Darnton in der New York Times)
Intellectual property has become such a hot topic that it needs to be doused with some history.
(Robert Darnton in der New York Times)
Hot in here
Ägyptisch-Bayerische Falafel
Der Koriander in der Zinkwanne draußen fängt an zu blühen und muss geerntet werden. Nachdem die Schnecken das nicht wie bei den Bohnen, den Zwiebeln, dem Schnittlauch, der Petersilie und dem Knoblauch für uns erledigen wollten (solche faulen Stücke), müssen wir das selber machen. Deshalb gab es gestern bei uns Falafel. Um die Urheberschaft des Gerichts prügeln sich ja diverse Nationen (man beachte die eindrucksvolle Liste der Zuständigkeiten am Seitenanfang), Zitat Wikipedia: "Lebanon and Israel have been engaged in an escalating gastronomic battle, sometimes referred to as a food fight, where falafel, hummus and tabbouleh are being used as ammunition."[1, 2, 3] Grund genug, sich da ganz rauszuhalten, und ägyptisch-bayerische Falafel zu braten.
Im Gegensatz zum Nahen Osten macht man Falafel in Ägypten aus Bohnen. Das Säckchen mit den Original ägyptischen Falafelbohnen, das mir ein Freund gegeben hatte, war leider in den Umzugswirren verschwunden, deshalb mussten weiße Alubia-Bohnen aus dem Asiamarkt herhalten. Das mitgelieferte Rezept hatte etwas vage Mengenangaben, hier mal unsre:
1 Tasse Bohnen, am Vorabend einweichen
2 Zwiebeln, grob gehackt
2 Knoblauchzehen
1 Handvoll eingeweichtes Weißbrot, ausgedrückt
viel frischen Koriander
viel frische Petersilie
1–2 TL gemahlener Kreuzkümmel oder andere Gewürze nach Geschmack
Salz
In einer großen Schüssel alle Zutaten zusammenwerfen und mit dem Pürierstab gründlich durchpürieren, bis sich eine grüngesprenkelte Masse ergibt. Salzen nicht vergessen (ich spreche aus Erfahrung)! Die Masse zwei Stunden im Kühlschrank ruhen lassen. Anschließend einen Topf Frittierfett erhitzen und – jetzt kommt die bayerische Spezialität – mit zwei Eßlöffeln aus der grünen Masse Nockerl ausstechen. Im heißen Fett rausbacken, bis die Falafel-Nockerl knusprig braun sind. Abtropfen lassen, etwas abkühlen. Essen.
Im Gegensatz zum Nahen Osten macht man Falafel in Ägypten aus Bohnen. Das Säckchen mit den Original ägyptischen Falafelbohnen, das mir ein Freund gegeben hatte, war leider in den Umzugswirren verschwunden, deshalb mussten weiße Alubia-Bohnen aus dem Asiamarkt herhalten. Das mitgelieferte Rezept hatte etwas vage Mengenangaben, hier mal unsre:
1 Tasse Bohnen, am Vorabend einweichen
2 Zwiebeln, grob gehackt
2 Knoblauchzehen
1 Handvoll eingeweichtes Weißbrot, ausgedrückt
viel frischen Koriander
viel frische Petersilie
1–2 TL gemahlener Kreuzkümmel oder andere Gewürze nach Geschmack
Salz
In einer großen Schüssel alle Zutaten zusammenwerfen und mit dem Pürierstab gründlich durchpürieren, bis sich eine grüngesprenkelte Masse ergibt. Salzen nicht vergessen (ich spreche aus Erfahrung)! Die Masse zwei Stunden im Kühlschrank ruhen lassen. Anschließend einen Topf Frittierfett erhitzen und – jetzt kommt die bayerische Spezialität – mit zwei Eßlöffeln aus der grünen Masse Nockerl ausstechen. Im heißen Fett rausbacken, bis die Falafel-Nockerl knusprig braun sind. Abtropfen lassen, etwas abkühlen. Essen.
Der Koriander in der Zinkwanne draußen fängt an zu blühen und muss geerntet werden. Nachdem die Schnecken das nicht wie bei den Bohnen, den Zwiebeln, dem Schnittlauch, der Petersilie und dem Knoblauch für uns erledigen wollten (solche faulen Stücke), müssen wir das selber machen. Deshalb gab es gestern bei uns Falafel. Um die Urheberschaft des Gerichts prügeln sich ja diverse Nationen (man beachte die eindrucksvolle Liste der Zuständigkeiten am Seitenanfang), Zitat Wikipedia: "Lebanon and Israel have been engaged in an escalating gastronomic battle, sometimes referred to as a food fight, where falafel, hummus and tabbouleh are being used as ammunition."[1, 2, 3] Grund genug, sich da ganz rauszuhalten, und ägyptisch-bayerische Falafel zu braten.
Im Gegensatz zum Nahen Osten macht man Falafel in Ägypten aus Bohnen. Das Säckchen mit den Original ägyptischen Falafelbohnen, das mir ein Freund gegeben hatte, war leider in den Umzugswirren verschwunden, deshalb mussten weiße Alubia-Bohnen aus dem Asiamarkt herhalten. Das mitgelieferte Rezept hatte etwas vage Mengenangaben, hier mal unsre:
1 Tasse Bohnen, am Vorabend einweichen
2 Zwiebeln, grob gehackt
2 Knoblauchzehen
1 Handvoll eingeweichtes Weißbrot, ausgedrückt
viel frischen Koriander
viel frische Petersilie
1–2 TL gemahlener Kreuzkümmel oder andere Gewürze nach Geschmack
Salz
In einer großen Schüssel alle Zutaten zusammenwerfen und mit dem Pürierstab gründlich durchpürieren, bis sich eine grüngesprenkelte Masse ergibt. Salzen nicht vergessen (ich spreche aus Erfahrung)! Die Masse zwei Stunden im Kühlschrank ruhen lassen. Anschließend einen Topf Frittierfett erhitzen und – jetzt kommt die bayerische Spezialität – mit zwei Eßlöffeln aus der grünen Masse Nockerl ausstechen. Im heißen Fett rausbacken, bis die Falafel-Nockerl knusprig braun sind. Abtropfen lassen, etwas abkühlen. Essen.
Im Gegensatz zum Nahen Osten macht man Falafel in Ägypten aus Bohnen. Das Säckchen mit den Original ägyptischen Falafelbohnen, das mir ein Freund gegeben hatte, war leider in den Umzugswirren verschwunden, deshalb mussten weiße Alubia-Bohnen aus dem Asiamarkt herhalten. Das mitgelieferte Rezept hatte etwas vage Mengenangaben, hier mal unsre:
1 Tasse Bohnen, am Vorabend einweichen
2 Zwiebeln, grob gehackt
2 Knoblauchzehen
1 Handvoll eingeweichtes Weißbrot, ausgedrückt
viel frischen Koriander
viel frische Petersilie
1–2 TL gemahlener Kreuzkümmel oder andere Gewürze nach Geschmack
Salz
In einer großen Schüssel alle Zutaten zusammenwerfen und mit dem Pürierstab gründlich durchpürieren, bis sich eine grüngesprenkelte Masse ergibt. Salzen nicht vergessen (ich spreche aus Erfahrung)! Die Masse zwei Stunden im Kühlschrank ruhen lassen. Anschließend einen Topf Frittierfett erhitzen und – jetzt kommt die bayerische Spezialität – mit zwei Eßlöffeln aus der grünen Masse Nockerl ausstechen. Im heißen Fett rausbacken, bis die Falafel-Nockerl knusprig braun sind. Abtropfen lassen, etwas abkühlen. Essen.
Ägyptisch-Bayerische Falafel
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Rezept
Kurzreview eines Romans von 1965
Zwei meiner Schwächen sind der englische Schriftsteller John le Carré und 0,01-Cent-Bücher bei amazon. Obwohl ich ja rational weiß, dass die mit Versand 3 Euro kosten, überfordert mich das psychologisch total und löst unheimliche Kaufimpulse aus. Wenn dann auch noch beides zusammenkommt, hab ich plötzlich LeCarres The Looking Glass War auf dem Nachttisch.
The Looking Glass War beschreibt den Versuch eines britischen Geheimdienstes, einen Agenten in die DDR einzuschleusen. Der Geheimdienst selbst hat offensichtlich bessere Zeiten im Zweiten Weltkrieg hinter sich. Er versucht mit dieser Aktion an alte Zeiten anzuknüpfen und im Gerangel der verschiedenen Spionageorganisationen im Lande einen Erfolg zu verbuchen.
Die englische Wikipedia beschreibt den Roman als John le Carré has stated that this novel is his most realistic portrayal of the intelligence world as he knew it and that may have been one reason for its relative lack of success , die deutsche in ihrem durchaus netten Artikel (danke 79.192.62.11) als ständig geht es um Arbeitsverträge, Zulagen, um Beamtenstatus und Spesenabrechnungen, um Eifersüchteleien und Kompetenzstreitereien zwischen den verschiedenen Abteilungen der Geheimdienste gepaart mit persönlichen Animositäten und sozialer Hochnäsigkeit.
Bei der Technik, die le Carré schon 1965 als veraltet darstellt, wird es für den heutigen Leser endgültig absurd. Der Roman ist fast schmerzhaft realistisch, das Feindesland unheimlich der Gegner bedrohlich und irgendwie weiß man beim Lesen nie ob man an der Farce verzweifeln soll oder nur noch lachen. Letztlich überwog bei mir aber doch leicht die Verzweiflung, allein schon weil die DDR echt unheimlich ist. Zupackende Entzauberung, ein weise investierter Cent.
The Looking Glass War beschreibt den Versuch eines britischen Geheimdienstes, einen Agenten in die DDR einzuschleusen. Der Geheimdienst selbst hat offensichtlich bessere Zeiten im Zweiten Weltkrieg hinter sich. Er versucht mit dieser Aktion an alte Zeiten anzuknüpfen und im Gerangel der verschiedenen Spionageorganisationen im Lande einen Erfolg zu verbuchen.
Die englische Wikipedia beschreibt den Roman als John le Carré has stated that this novel is his most realistic portrayal of the intelligence world as he knew it and that may have been one reason for its relative lack of success , die deutsche in ihrem durchaus netten Artikel (danke 79.192.62.11) als ständig geht es um Arbeitsverträge, Zulagen, um Beamtenstatus und Spesenabrechnungen, um Eifersüchteleien und Kompetenzstreitereien zwischen den verschiedenen Abteilungen der Geheimdienste gepaart mit persönlichen Animositäten und sozialer Hochnäsigkeit.
Bei der Technik, die le Carré schon 1965 als veraltet darstellt, wird es für den heutigen Leser endgültig absurd. Der Roman ist fast schmerzhaft realistisch, das Feindesland unheimlich der Gegner bedrohlich und irgendwie weiß man beim Lesen nie ob man an der Farce verzweifeln soll oder nur noch lachen. Letztlich überwog bei mir aber doch leicht die Verzweiflung, allein schon weil die DDR echt unheimlich ist. Zupackende Entzauberung, ein weise investierter Cent.
Zwei meiner Schwächen sind der englische Schriftsteller John le Carré und 0,01-Cent-Bücher bei amazon. Obwohl ich ja rational weiß, dass die mit Versand 3 Euro kosten, überfordert mich das psychologisch total und löst unheimliche Kaufimpulse aus. Wenn dann auch noch beides zusammenkommt, hab ich plötzlich LeCarres The Looking Glass War auf dem Nachttisch.
The Looking Glass War beschreibt den Versuch eines britischen Geheimdienstes, einen Agenten in die DDR einzuschleusen. Der Geheimdienst selbst hat offensichtlich bessere Zeiten im Zweiten Weltkrieg hinter sich. Er versucht mit dieser Aktion an alte Zeiten anzuknüpfen und im Gerangel der verschiedenen Spionageorganisationen im Lande einen Erfolg zu verbuchen.
Die englische Wikipedia beschreibt den Roman als John le Carré has stated that this novel is his most realistic portrayal of the intelligence world as he knew it and that may have been one reason for its relative lack of success , die deutsche in ihrem durchaus netten Artikel (danke 79.192.62.11) als ständig geht es um Arbeitsverträge, Zulagen, um Beamtenstatus und Spesenabrechnungen, um Eifersüchteleien und Kompetenzstreitereien zwischen den verschiedenen Abteilungen der Geheimdienste gepaart mit persönlichen Animositäten und sozialer Hochnäsigkeit.
Bei der Technik, die le Carré schon 1965 als veraltet darstellt, wird es für den heutigen Leser endgültig absurd. Der Roman ist fast schmerzhaft realistisch, das Feindesland unheimlich der Gegner bedrohlich und irgendwie weiß man beim Lesen nie ob man an der Farce verzweifeln soll oder nur noch lachen. Letztlich überwog bei mir aber doch leicht die Verzweiflung, allein schon weil die DDR echt unheimlich ist. Zupackende Entzauberung, ein weise investierter Cent.
The Looking Glass War beschreibt den Versuch eines britischen Geheimdienstes, einen Agenten in die DDR einzuschleusen. Der Geheimdienst selbst hat offensichtlich bessere Zeiten im Zweiten Weltkrieg hinter sich. Er versucht mit dieser Aktion an alte Zeiten anzuknüpfen und im Gerangel der verschiedenen Spionageorganisationen im Lande einen Erfolg zu verbuchen.
Die englische Wikipedia beschreibt den Roman als John le Carré has stated that this novel is his most realistic portrayal of the intelligence world as he knew it and that may have been one reason for its relative lack of success , die deutsche in ihrem durchaus netten Artikel (danke 79.192.62.11) als ständig geht es um Arbeitsverträge, Zulagen, um Beamtenstatus und Spesenabrechnungen, um Eifersüchteleien und Kompetenzstreitereien zwischen den verschiedenen Abteilungen der Geheimdienste gepaart mit persönlichen Animositäten und sozialer Hochnäsigkeit.
Bei der Technik, die le Carré schon 1965 als veraltet darstellt, wird es für den heutigen Leser endgültig absurd. Der Roman ist fast schmerzhaft realistisch, das Feindesland unheimlich der Gegner bedrohlich und irgendwie weiß man beim Lesen nie ob man an der Farce verzweifeln soll oder nur noch lachen. Letztlich überwog bei mir aber doch leicht die Verzweiflung, allein schon weil die DDR echt unheimlich ist. Zupackende Entzauberung, ein weise investierter Cent.
Kurzreview eines Romans von 1965
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Roman
Montag, 30. August 2010
Ein alter Mann liegt im Bett und schimpft
Deutschlandfunk! Oder auch Deutschlandradio! Was soll das? Warum bringt ihr mich um meinen Nachtschlaf und jagt Gänsehaut meinen Rücken rauf und runter. Denkst Du an die Mieter im ersten Stock, wenn ich wieder einmal verschreckt aus dem Bett springe, und die dann glauben müssen, wir würden dem Hobby des Walroßwerfens zuneigen?
Wenn ich mal echt crazy bin und voll einen drauf mache, kann es vorkommen, dass ich auch noch nach Mitternacht zum Einschlafen Radio höre. Das ist auf dem Deutschlandfunk dank solcher Sendungen wie der Liederbestenliste hinreichend bizarr für mich. Nichts wiegt mich so selig in den Schlaf wie die Wiederholung von "Deutschlandradio Kultur Fazit" in der Wiederholung eine Stunde später im Deutschlandfunk. Insbesondere der 700. Beitrag zum Thema Berliner Opernstreit hat ungeahnte Fähigkeiten, mich selig entschlummern zu lassen.
Nun aber hast du beschlossen, mich nicht mehr in den Schlaf zu wiegen, sondern hinterrücks zu erschrecken. Du hast Jingles. In der Sendung. Die so klingen als wären sie aus dem Altbestand der RTL-Morningshow mit Keule und DuDuDiana. Sowas wie "Deutschlandradio Fazit. OPER! Die besten Opernstreits der 90er und von heute. Düdelü" oder auch "Deutschlandradio Fazit. KINO! *Wusch* *Schnauf* *tröt* Die Kinokritik". WARUM?

Wer will beim Schäfchenzählen schon andauernd von Ratatawusch! Schoo! Knäck! Zabong! aus dem Bett gescheucht werden?
Wenn der Moderator vorher sagt, dass jetzt die Kinokritik kommt und direkt danach eine Kinokritik kommt, brauch ich selbst beim Schäfchenzählen kein Science-Fiction-Woooasch, um mir zu erzählen, dass die Kinokritik kommt. Wollte ich großgeschriebene ANKÜNDIGUNGEN, würde ich nachts JingleFM-Lustig-Spritzig-Hot hören. Ich will distinguierte Menschen, die sich kenntnisreich über Themen unterhalten, von denen ich nichts verstehe. Nichts wiegt mich so sicher in den Schlaf wie klassisches Bildungsbügertum. Nicht schreckt mich so auf wie "Deutschlandradio Fazit - JINGLE! - Die Jinglekritik!*rätätätätäkrachz*" Du hast mich soweit. Bald schlepp ich den Rechner mit ans Bett, um mir auch Abends noch BBC zu geben. Sei gewarnt.
Und bevor jetzt die Standardantwort mit sich ändernden Zeiten, jugendlicher Zielgruppe etc. kommt. Im Vergleich mit den Leuten, denen ich auf der Suche nach coolen Berliner Clubs nicht helfen kann, bin ich uralt. Verglichen mit den DLF-Publikum allerdings bin ich vermutlich noch im Zahnfeealter.
Wenn ich mal echt crazy bin und voll einen drauf mache, kann es vorkommen, dass ich auch noch nach Mitternacht zum Einschlafen Radio höre. Das ist auf dem Deutschlandfunk dank solcher Sendungen wie der Liederbestenliste hinreichend bizarr für mich. Nichts wiegt mich so selig in den Schlaf wie die Wiederholung von "Deutschlandradio Kultur Fazit" in der Wiederholung eine Stunde später im Deutschlandfunk. Insbesondere der 700. Beitrag zum Thema Berliner Opernstreit hat ungeahnte Fähigkeiten, mich selig entschlummern zu lassen.
Nun aber hast du beschlossen, mich nicht mehr in den Schlaf zu wiegen, sondern hinterrücks zu erschrecken. Du hast Jingles. In der Sendung. Die so klingen als wären sie aus dem Altbestand der RTL-Morningshow mit Keule und DuDuDiana. Sowas wie "Deutschlandradio Fazit. OPER! Die besten Opernstreits der 90er und von heute. Düdelü" oder auch "Deutschlandradio Fazit. KINO! *Wusch* *Schnauf* *tröt* Die Kinokritik". WARUM?
Wer will beim Schäfchenzählen schon andauernd von Ratatawusch! Schoo! Knäck! Zabong! aus dem Bett gescheucht werden?
Wenn der Moderator vorher sagt, dass jetzt die Kinokritik kommt und direkt danach eine Kinokritik kommt, brauch ich selbst beim Schäfchenzählen kein Science-Fiction-Woooasch, um mir zu erzählen, dass die Kinokritik kommt. Wollte ich großgeschriebene ANKÜNDIGUNGEN, würde ich nachts JingleFM-Lustig-Spritzig-Hot hören. Ich will distinguierte Menschen, die sich kenntnisreich über Themen unterhalten, von denen ich nichts verstehe. Nichts wiegt mich so sicher in den Schlaf wie klassisches Bildungsbügertum. Nicht schreckt mich so auf wie "Deutschlandradio Fazit - JINGLE! - Die Jinglekritik!*rätätätätäkrachz*" Du hast mich soweit. Bald schlepp ich den Rechner mit ans Bett, um mir auch Abends noch BBC zu geben. Sei gewarnt.
Und bevor jetzt die Standardantwort mit sich ändernden Zeiten, jugendlicher Zielgruppe etc. kommt. Im Vergleich mit den Leuten, denen ich auf der Suche nach coolen Berliner Clubs nicht helfen kann, bin ich uralt. Verglichen mit den DLF-Publikum allerdings bin ich vermutlich noch im Zahnfeealter.
Deutschlandfunk! Oder auch Deutschlandradio! Was soll das? Warum bringt ihr mich um meinen Nachtschlaf und jagt Gänsehaut meinen Rücken rauf und runter. Denkst Du an die Mieter im ersten Stock, wenn ich wieder einmal verschreckt aus dem Bett springe, und die dann glauben müssen, wir würden dem Hobby des Walroßwerfens zuneigen?
Wenn ich mal echt crazy bin und voll einen drauf mache, kann es vorkommen, dass ich auch noch nach Mitternacht zum Einschlafen Radio höre. Das ist auf dem Deutschlandfunk dank solcher Sendungen wie der Liederbestenliste hinreichend bizarr für mich. Nichts wiegt mich so selig in den Schlaf wie die Wiederholung von "Deutschlandradio Kultur Fazit" in der Wiederholung eine Stunde später im Deutschlandfunk. Insbesondere der 700. Beitrag zum Thema Berliner Opernstreit hat ungeahnte Fähigkeiten, mich selig entschlummern zu lassen.
Nun aber hast du beschlossen, mich nicht mehr in den Schlaf zu wiegen, sondern hinterrücks zu erschrecken. Du hast Jingles. In der Sendung. Die so klingen als wären sie aus dem Altbestand der RTL-Morningshow mit Keule und DuDuDiana. Sowas wie "Deutschlandradio Fazit. OPER! Die besten Opernstreits der 90er und von heute. Düdelü" oder auch "Deutschlandradio Fazit. KINO! *Wusch* *Schnauf* *tröt* Die Kinokritik". WARUM?

Wer will beim Schäfchenzählen schon andauernd von Ratatawusch! Schoo! Knäck! Zabong! aus dem Bett gescheucht werden?
Wenn der Moderator vorher sagt, dass jetzt die Kinokritik kommt und direkt danach eine Kinokritik kommt, brauch ich selbst beim Schäfchenzählen kein Science-Fiction-Woooasch, um mir zu erzählen, dass die Kinokritik kommt. Wollte ich großgeschriebene ANKÜNDIGUNGEN, würde ich nachts JingleFM-Lustig-Spritzig-Hot hören. Ich will distinguierte Menschen, die sich kenntnisreich über Themen unterhalten, von denen ich nichts verstehe. Nichts wiegt mich so sicher in den Schlaf wie klassisches Bildungsbügertum. Nicht schreckt mich so auf wie "Deutschlandradio Fazit - JINGLE! - Die Jinglekritik!*rätätätätäkrachz*" Du hast mich soweit. Bald schlepp ich den Rechner mit ans Bett, um mir auch Abends noch BBC zu geben. Sei gewarnt.
Und bevor jetzt die Standardantwort mit sich ändernden Zeiten, jugendlicher Zielgruppe etc. kommt. Im Vergleich mit den Leuten, denen ich auf der Suche nach coolen Berliner Clubs nicht helfen kann, bin ich uralt. Verglichen mit den DLF-Publikum allerdings bin ich vermutlich noch im Zahnfeealter.
Wenn ich mal echt crazy bin und voll einen drauf mache, kann es vorkommen, dass ich auch noch nach Mitternacht zum Einschlafen Radio höre. Das ist auf dem Deutschlandfunk dank solcher Sendungen wie der Liederbestenliste hinreichend bizarr für mich. Nichts wiegt mich so selig in den Schlaf wie die Wiederholung von "Deutschlandradio Kultur Fazit" in der Wiederholung eine Stunde später im Deutschlandfunk. Insbesondere der 700. Beitrag zum Thema Berliner Opernstreit hat ungeahnte Fähigkeiten, mich selig entschlummern zu lassen.
Nun aber hast du beschlossen, mich nicht mehr in den Schlaf zu wiegen, sondern hinterrücks zu erschrecken. Du hast Jingles. In der Sendung. Die so klingen als wären sie aus dem Altbestand der RTL-Morningshow mit Keule und DuDuDiana. Sowas wie "Deutschlandradio Fazit. OPER! Die besten Opernstreits der 90er und von heute. Düdelü" oder auch "Deutschlandradio Fazit. KINO! *Wusch* *Schnauf* *tröt* Die Kinokritik". WARUM?
Wer will beim Schäfchenzählen schon andauernd von Ratatawusch! Schoo! Knäck! Zabong! aus dem Bett gescheucht werden?
Wenn der Moderator vorher sagt, dass jetzt die Kinokritik kommt und direkt danach eine Kinokritik kommt, brauch ich selbst beim Schäfchenzählen kein Science-Fiction-Woooasch, um mir zu erzählen, dass die Kinokritik kommt. Wollte ich großgeschriebene ANKÜNDIGUNGEN, würde ich nachts JingleFM-Lustig-Spritzig-Hot hören. Ich will distinguierte Menschen, die sich kenntnisreich über Themen unterhalten, von denen ich nichts verstehe. Nichts wiegt mich so sicher in den Schlaf wie klassisches Bildungsbügertum. Nicht schreckt mich so auf wie "Deutschlandradio Fazit - JINGLE! - Die Jinglekritik!*rätätätätäkrachz*" Du hast mich soweit. Bald schlepp ich den Rechner mit ans Bett, um mir auch Abends noch BBC zu geben. Sei gewarnt.
Und bevor jetzt die Standardantwort mit sich ändernden Zeiten, jugendlicher Zielgruppe etc. kommt. Im Vergleich mit den Leuten, denen ich auf der Suche nach coolen Berliner Clubs nicht helfen kann, bin ich uralt. Verglichen mit den DLF-Publikum allerdings bin ich vermutlich noch im Zahnfeealter.
Ein alter Mann liegt im Bett und schimpft
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