Copyrighttrolle sind die neuen Patenttrolle. Wie grad schon wegen der Stockphotos geschrieben, scheint es durchaus als Geschäftsmodell zu funktionieren, wenn man Inhalte nicht aus dem Netz klagen will, sondern einfach nur Mitverdienen.
Freitag, 23. Juli 2010
Donnerstag, 22. Juli 2010
Thesen Thesen was gewesen?
Die Sommerpause naht, das Internet wird theologisch und reflektiert über "was soll das alles." Der Trendsetter Innenminister hat mit 14 Thesen zum Internet angefangen und diverse ziehen nach. Am prägnantesten Torsten Kleinz. (Danke Liesel für den Tipp). Dem kann man nicht widersprechen, aber ich bin nicht sicher ob er der Komplesität der Lage gerecht wird.
Am unterhaltsamsten neuzeitlich 137b mit 42 finalen Thesen, aber seien wir ehrlich: mit 21 Thesen wär die Durchschlagskraft größer, klassisch hingegen die 50 Thesen der taz von 2001. Beide gefunden dank Netzpolitik. Pavel Meyer hat dann noch 10 Thesen, die mal als öhm, ja beschreiben würde. Vielleicht auch unterhaltsam. Zitat "These 10 - Das Netz ist der Schlüssel zum Abwenden der Katastrophe" - ja, wenn er meint.
Gar nicht in Thesenform und auch nicht Teil der Debatte, aber trotzdem zum grundsätzlichen neigend äußert sich Larry Downes zum Zusammenwachsen der ganzen Internetnahen Debatten. Nicht in allem Zustimmens- aber auf jeden Fall lesenswert: "After the Deluge, More Deluge."
Aber eigentlich will ich ja bei den Trendsettern bleiben. Gerade noch vor Fristablauf habe ich mitbekommen, dass der Innenminister ja sogar Feedback möchte. Angesichts der doch vagen Thesen, die bei näherer Betrachtung immer vager werden, ist das nicht so einfach. Ich hab dann ein paarmal geraten/interpretiert, was er wohl meint und, öhm, jeweils contra gestimmt. Und konkrete Idee habe ich dann sogar noch von mir gegeben. Zur These 2 "Rechtsordnung mit Augenmaß weiterentwickeln" schreib ich:
* Zumindest habe ich eine semikonkrete Handlungsaufforderung: bringt den Staatsbediensteten das Internet besser bei. Viele der jetzt diskutierten Probleme und angedachten Ideen für neue Gesetze würden keinerlei gesetzgeberisches handeln notwendig werden lassen, wenn Behörden oder Polizei sich sicherer auch im Netz bewegen würden.
* Auch dringend verbesserungswürdig wäre eine Regelung, die den fliegenden Gerichtsstandort in Internetverfahren einschränkt.
* Langfristig sind sicher die Regelungen zum geistigen Eigentum bedenkenswert: derzeit fühlen sich alle Beteiligten durch die Regelungen benachteiligt. Die Trennung zwischen Idee und Form ist für Texte unverzichtbar, gerät bei Musik oder gar Software schnell an ihre Grenzen. Andererseits ist nur schwer verständlich warum aktuelle Computerprogramme über 100 Jahre geschützt sind. Viele Konvergenzen zwischen Patent- und Urheberrecht sind ungeklärt.
* Die staatliche Durchsetzung privater DRM-Mechanismen ist ordnungspolitisch fragwürdig. Der Versuch mittels neuer Gesetze (Leistungsschutzrecht) eine moderne Form der Steinkohlesubvention zu etablieren wird ähnlich kostspielig enden wie ebenjene Subvention. Und zuletzt würde ich die Regierung doch dringend bitten, darüber nachzudenken, ob Mechanismen wie Fair Use oder Safe Harbour nicht echte Wettbewerbsvorteile der USA darstellen.
Am unterhaltsamsten neuzeitlich 137b mit 42 finalen Thesen, aber seien wir ehrlich: mit 21 Thesen wär die Durchschlagskraft größer, klassisch hingegen die 50 Thesen der taz von 2001. Beide gefunden dank Netzpolitik. Pavel Meyer hat dann noch 10 Thesen, die mal als öhm, ja beschreiben würde. Vielleicht auch unterhaltsam. Zitat "These 10 - Das Netz ist der Schlüssel zum Abwenden der Katastrophe" - ja, wenn er meint.
Gar nicht in Thesenform und auch nicht Teil der Debatte, aber trotzdem zum grundsätzlichen neigend äußert sich Larry Downes zum Zusammenwachsen der ganzen Internetnahen Debatten. Nicht in allem Zustimmens- aber auf jeden Fall lesenswert: "After the Deluge, More Deluge."
Aber eigentlich will ich ja bei den Trendsettern bleiben. Gerade noch vor Fristablauf habe ich mitbekommen, dass der Innenminister ja sogar Feedback möchte. Angesichts der doch vagen Thesen, die bei näherer Betrachtung immer vager werden, ist das nicht so einfach. Ich hab dann ein paarmal geraten/interpretiert, was er wohl meint und, öhm, jeweils contra gestimmt. Und konkrete Idee habe ich dann sogar noch von mir gegeben. Zur These 2 "Rechtsordnung mit Augenmaß weiterentwickeln" schreib ich:
* Zumindest habe ich eine semikonkrete Handlungsaufforderung: bringt den Staatsbediensteten das Internet besser bei. Viele der jetzt diskutierten Probleme und angedachten Ideen für neue Gesetze würden keinerlei gesetzgeberisches handeln notwendig werden lassen, wenn Behörden oder Polizei sich sicherer auch im Netz bewegen würden.
* Auch dringend verbesserungswürdig wäre eine Regelung, die den fliegenden Gerichtsstandort in Internetverfahren einschränkt.
* Langfristig sind sicher die Regelungen zum geistigen Eigentum bedenkenswert: derzeit fühlen sich alle Beteiligten durch die Regelungen benachteiligt. Die Trennung zwischen Idee und Form ist für Texte unverzichtbar, gerät bei Musik oder gar Software schnell an ihre Grenzen. Andererseits ist nur schwer verständlich warum aktuelle Computerprogramme über 100 Jahre geschützt sind. Viele Konvergenzen zwischen Patent- und Urheberrecht sind ungeklärt.
* Die staatliche Durchsetzung privater DRM-Mechanismen ist ordnungspolitisch fragwürdig. Der Versuch mittels neuer Gesetze (Leistungsschutzrecht) eine moderne Form der Steinkohlesubvention zu etablieren wird ähnlich kostspielig enden wie ebenjene Subvention. Und zuletzt würde ich die Regierung doch dringend bitten, darüber nachzudenken, ob Mechanismen wie Fair Use oder Safe Harbour nicht echte Wettbewerbsvorteile der USA darstellen.
Die Sommerpause naht, das Internet wird theologisch und reflektiert über "was soll das alles." Der Trendsetter Innenminister hat mit 14 Thesen zum Internet angefangen und diverse ziehen nach. Am prägnantesten Torsten Kleinz. (Danke Liesel für den Tipp). Dem kann man nicht widersprechen, aber ich bin nicht sicher ob er der Komplesität der Lage gerecht wird.
Am unterhaltsamsten neuzeitlich 137b mit 42 finalen Thesen, aber seien wir ehrlich: mit 21 Thesen wär die Durchschlagskraft größer, klassisch hingegen die 50 Thesen der taz von 2001. Beide gefunden dank Netzpolitik. Pavel Meyer hat dann noch 10 Thesen, die mal als öhm, ja beschreiben würde. Vielleicht auch unterhaltsam. Zitat "These 10 - Das Netz ist der Schlüssel zum Abwenden der Katastrophe" - ja, wenn er meint.
Gar nicht in Thesenform und auch nicht Teil der Debatte, aber trotzdem zum grundsätzlichen neigend äußert sich Larry Downes zum Zusammenwachsen der ganzen Internetnahen Debatten. Nicht in allem Zustimmens- aber auf jeden Fall lesenswert: "After the Deluge, More Deluge."
Aber eigentlich will ich ja bei den Trendsettern bleiben. Gerade noch vor Fristablauf habe ich mitbekommen, dass der Innenminister ja sogar Feedback möchte. Angesichts der doch vagen Thesen, die bei näherer Betrachtung immer vager werden, ist das nicht so einfach. Ich hab dann ein paarmal geraten/interpretiert, was er wohl meint und, öhm, jeweils contra gestimmt. Und konkrete Idee habe ich dann sogar noch von mir gegeben. Zur These 2 "Rechtsordnung mit Augenmaß weiterentwickeln" schreib ich:
* Zumindest habe ich eine semikonkrete Handlungsaufforderung: bringt den Staatsbediensteten das Internet besser bei. Viele der jetzt diskutierten Probleme und angedachten Ideen für neue Gesetze würden keinerlei gesetzgeberisches handeln notwendig werden lassen, wenn Behörden oder Polizei sich sicherer auch im Netz bewegen würden.
* Auch dringend verbesserungswürdig wäre eine Regelung, die den fliegenden Gerichtsstandort in Internetverfahren einschränkt.
* Langfristig sind sicher die Regelungen zum geistigen Eigentum bedenkenswert: derzeit fühlen sich alle Beteiligten durch die Regelungen benachteiligt. Die Trennung zwischen Idee und Form ist für Texte unverzichtbar, gerät bei Musik oder gar Software schnell an ihre Grenzen. Andererseits ist nur schwer verständlich warum aktuelle Computerprogramme über 100 Jahre geschützt sind. Viele Konvergenzen zwischen Patent- und Urheberrecht sind ungeklärt.
* Die staatliche Durchsetzung privater DRM-Mechanismen ist ordnungspolitisch fragwürdig. Der Versuch mittels neuer Gesetze (Leistungsschutzrecht) eine moderne Form der Steinkohlesubvention zu etablieren wird ähnlich kostspielig enden wie ebenjene Subvention. Und zuletzt würde ich die Regierung doch dringend bitten, darüber nachzudenken, ob Mechanismen wie Fair Use oder Safe Harbour nicht echte Wettbewerbsvorteile der USA darstellen.
Am unterhaltsamsten neuzeitlich 137b mit 42 finalen Thesen, aber seien wir ehrlich: mit 21 Thesen wär die Durchschlagskraft größer, klassisch hingegen die 50 Thesen der taz von 2001. Beide gefunden dank Netzpolitik. Pavel Meyer hat dann noch 10 Thesen, die mal als öhm, ja beschreiben würde. Vielleicht auch unterhaltsam. Zitat "These 10 - Das Netz ist der Schlüssel zum Abwenden der Katastrophe" - ja, wenn er meint.
Gar nicht in Thesenform und auch nicht Teil der Debatte, aber trotzdem zum grundsätzlichen neigend äußert sich Larry Downes zum Zusammenwachsen der ganzen Internetnahen Debatten. Nicht in allem Zustimmens- aber auf jeden Fall lesenswert: "After the Deluge, More Deluge."
Aber eigentlich will ich ja bei den Trendsettern bleiben. Gerade noch vor Fristablauf habe ich mitbekommen, dass der Innenminister ja sogar Feedback möchte. Angesichts der doch vagen Thesen, die bei näherer Betrachtung immer vager werden, ist das nicht so einfach. Ich hab dann ein paarmal geraten/interpretiert, was er wohl meint und, öhm, jeweils contra gestimmt. Und konkrete Idee habe ich dann sogar noch von mir gegeben. Zur These 2 "Rechtsordnung mit Augenmaß weiterentwickeln" schreib ich:
* Zumindest habe ich eine semikonkrete Handlungsaufforderung: bringt den Staatsbediensteten das Internet besser bei. Viele der jetzt diskutierten Probleme und angedachten Ideen für neue Gesetze würden keinerlei gesetzgeberisches handeln notwendig werden lassen, wenn Behörden oder Polizei sich sicherer auch im Netz bewegen würden.
* Auch dringend verbesserungswürdig wäre eine Regelung, die den fliegenden Gerichtsstandort in Internetverfahren einschränkt.
* Langfristig sind sicher die Regelungen zum geistigen Eigentum bedenkenswert: derzeit fühlen sich alle Beteiligten durch die Regelungen benachteiligt. Die Trennung zwischen Idee und Form ist für Texte unverzichtbar, gerät bei Musik oder gar Software schnell an ihre Grenzen. Andererseits ist nur schwer verständlich warum aktuelle Computerprogramme über 100 Jahre geschützt sind. Viele Konvergenzen zwischen Patent- und Urheberrecht sind ungeklärt.
* Die staatliche Durchsetzung privater DRM-Mechanismen ist ordnungspolitisch fragwürdig. Der Versuch mittels neuer Gesetze (Leistungsschutzrecht) eine moderne Form der Steinkohlesubvention zu etablieren wird ähnlich kostspielig enden wie ebenjene Subvention. Und zuletzt würde ich die Regierung doch dringend bitten, darüber nachzudenken, ob Mechanismen wie Fair Use oder Safe Harbour nicht echte Wettbewerbsvorteile der USA darstellen.
Thesen Thesen was gewesen?
Aus dem Unterholz
Anders als die Geldvernichtungsmaschinen zu denen sich die Klagen von Film- und Musikproduzenten gegen Filesharing et al. entwickelt haben, scheinen die großen Fotoanbieter recht erfolgreich mit ihrem anwaltsbasierten Geschäftsmodell. Eher unterhalb der öffentlichen Wahrnehmungsschwelle, aber in weit größerem Maßstab holen die sich Geld von Website betreibern, Anders als Film- und Musik haben die aber auch keinen prinzipiellen Einwand, sondern wollen mitverdienen. Und siehe da:
However, rather than send countless threatening letters demanding thousands of dollars in damages, we took a different approach. We sent a “soft” cease and desist letter with a sales pitch inviting people to become paying customers. Many signed up.
In fact, despite sending hundreds of letters, only one recipient was upset in any appreciable way and compliance was extremely high. Many were actively grateful for the way the situation was handled and signed up because of that.
Jonathan Bailey schreibt es ausführlich auf Plagiarism Today.
However, rather than send countless threatening letters demanding thousands of dollars in damages, we took a different approach. We sent a “soft” cease and desist letter with a sales pitch inviting people to become paying customers. Many signed up.
In fact, despite sending hundreds of letters, only one recipient was upset in any appreciable way and compliance was extremely high. Many were actively grateful for the way the situation was handled and signed up because of that.
Jonathan Bailey schreibt es ausführlich auf Plagiarism Today.
Anders als die Geldvernichtungsmaschinen zu denen sich die Klagen von Film- und Musikproduzenten gegen Filesharing et al. entwickelt haben, scheinen die großen Fotoanbieter recht erfolgreich mit ihrem anwaltsbasierten Geschäftsmodell. Eher unterhalb der öffentlichen Wahrnehmungsschwelle, aber in weit größerem Maßstab holen die sich Geld von Website betreibern, Anders als Film- und Musik haben die aber auch keinen prinzipiellen Einwand, sondern wollen mitverdienen. Und siehe da:
However, rather than send countless threatening letters demanding thousands of dollars in damages, we took a different approach. We sent a “soft” cease and desist letter with a sales pitch inviting people to become paying customers. Many signed up.
In fact, despite sending hundreds of letters, only one recipient was upset in any appreciable way and compliance was extremely high. Many were actively grateful for the way the situation was handled and signed up because of that.
Jonathan Bailey schreibt es ausführlich auf Plagiarism Today.
However, rather than send countless threatening letters demanding thousands of dollars in damages, we took a different approach. We sent a “soft” cease and desist letter with a sales pitch inviting people to become paying customers. Many signed up.
In fact, despite sending hundreds of letters, only one recipient was upset in any appreciable way and compliance was extremely high. Many were actively grateful for the way the situation was handled and signed up because of that.
Jonathan Bailey schreibt es ausführlich auf Plagiarism Today.
Aus dem Unterholz
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Mittwoch, 21. Juli 2010
Wassn Glück
Sonntag schrub, oder um genau zu sein: ich verlinkte, ja schon zu Slate's außerordentlichem erfolgreichem Frescas-Ansatz. Nun hat Jack Shafer sich auf Slate selbst noch dazu geäußert und angefangen mit: "If you haven't been following Slate's series of long-form journalism stories, dubbed "Frescas" by our editor, David Plotz, I hate you. "
Ansonsten sucht er ein Thema für seine Geschichte, vielleicht mag sich ja jemand melden. Ich denk mir: Hab ich ja Glück gehabt.
Ansonsten sucht er ein Thema für seine Geschichte, vielleicht mag sich ja jemand melden. Ich denk mir: Hab ich ja Glück gehabt.
Sonntag schrub, oder um genau zu sein: ich verlinkte, ja schon zu Slate's außerordentlichem erfolgreichem Frescas-Ansatz. Nun hat Jack Shafer sich auf Slate selbst noch dazu geäußert und angefangen mit: "If you haven't been following Slate's series of long-form journalism stories, dubbed "Frescas" by our editor, David Plotz, I hate you. "
Ansonsten sucht er ein Thema für seine Geschichte, vielleicht mag sich ja jemand melden. Ich denk mir: Hab ich ja Glück gehabt.
Ansonsten sucht er ein Thema für seine Geschichte, vielleicht mag sich ja jemand melden. Ich denk mir: Hab ich ja Glück gehabt.
Wassn Glück
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Montag, 19. Juli 2010
Wenn Schokohasen aus den Gerichtsakten verschwinden
Cheerful Bunny v. Dignified Bunny, nicht aber "Bad faith bunny". Vom Oberlandesgericht zum BGH und zurück.
Nachtrag: die ausführliche Häschen-Saga gibt es auf Class 46.
Nachtrag: die ausführliche Häschen-Saga gibt es auf Class 46.
Cheerful Bunny v. Dignified Bunny, nicht aber "Bad faith bunny". Vom Oberlandesgericht zum BGH und zurück.
Nachtrag: die ausführliche Häschen-Saga gibt es auf Class 46.
Nachtrag: die ausführliche Häschen-Saga gibt es auf Class 46.
Wenn Schokohasen aus den Gerichtsakten verschwinden
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Sonntag, 18. Juli 2010
Sponholzplattenqualität
Ach ja doch. Qualität zahlt sich auch Online aus. Könnte das bitte jemand in geeigneter Position den üblichen deutschen Onlinemedien sagen.
Ach ja doch. Qualität zahlt sich auch Online aus. Könnte das bitte jemand in geeigneter Position den üblichen deutschen Onlinemedien sagen.
Sponholzplattenqualität
Das wohlplatzierte Moral-Argument in der Filesharing-Debatte
Marcel Weiss schreibt auf Neunetz, dass moralische Debatten ums Filesharing am Thema vorbeigehen, da es "um eine wirtschaftliche Thematik geht", denn wer "die Diskussion von der wirtschaftlichen Seite zur moralischen ziehen will, versucht damit auch, Tatsachen zu schaffen, die in der Regel entweder nicht stimmen oder zumindest diskutabel sind." Er beruft sich dabei maßgeblich auf einen längeren Text auf Musicthinktank.
Nun ja, nun gehört moralisierendes Lobbytum tatsächlich zu den unerträglicheren Teilen der Filesharing-Debatte, und ebenso zu denen, die dank ihrer Schrillheit besonders auffallen. Andererseits sollte man die Moral nicht gleich mit dem Wickert ausschütten, ganz auf moralische Argumente sollte man nicht verzichten und ehrlich gesagt kann man es auch gar nicht.
Weiss zitiert zustimmend "a properly calibrated system is one where there’s the greatest overall economic good and everyone has the greatest opportunity to benefit" - das ist natürlich ein moralischer Standpunkt, frei zitierter Utilitarismus würde ich mal sagen. Wäre es nicht diskutabel, ob nicht jeder die Möglichkeit haben sollte, sondern jeder tatsächlich teilnimmt? Obsiegt das economic good tatsächlich das artistic good? Und was wenn das "and" zum "or" wird, wenn es Situationen gibt, in denen die Möglichkeit der Teilhabe im Widerspruch zur größtmöglichen ökonomischen Wertigkeit steht? Spielt die Freiheit als moralischer Wert keine Rolle in der Debatte, und wenn Nutzenerwägungen strikte Kontrolle verlangen, dann halt unfrei?
Leicht skeptisch bin ich ja auch beim von ihm zitierten Natürlichkeitsargument "It’s also completely organic: The Internet, above all, is a tool for sending and receiving files. That music files would be part of that culture is only natural." Mal abgesehen davon, dass ich eh kein Freund des Vitalismus bin scheint mir das doch zu sehr eine Opferrolle des Menschen gegenüber der Technik zu fördern. Nur weil eine Technik eine bestimmte Benutzung anbietet, heißt es nicht, dass der "unnatürliche Weg" der bessere sein kann. Das fängt mit Geschwindigkeitsbegrenzungen in der Innenstadt an, geht über Datenschutzregelungen bis hin zu meist sehr restriktiven Waffengesetzen.
Natürlich es ist verlockend sich auf eine verengte Technik-Ökonomie-Diskussion einzulassen, wenn die einem Recht zu geben scheinen. Nur befördert man damit schnell den Menschen zum Opfer der Technik, das vom autonomen Wesen zum Rädchen im Utilitarischen Getriebe wird. Es ist anstrengend wenn ausgerechnet der Springer-Verlag von Moral anfängt. Aber ohne Not sollte man nicht auf Freiheit oder Fairness in der Argumentation verzichten.
Nun ja, nun gehört moralisierendes Lobbytum tatsächlich zu den unerträglicheren Teilen der Filesharing-Debatte, und ebenso zu denen, die dank ihrer Schrillheit besonders auffallen. Andererseits sollte man die Moral nicht gleich mit dem Wickert ausschütten, ganz auf moralische Argumente sollte man nicht verzichten und ehrlich gesagt kann man es auch gar nicht.
Weiss zitiert zustimmend "a properly calibrated system is one where there’s the greatest overall economic good and everyone has the greatest opportunity to benefit" - das ist natürlich ein moralischer Standpunkt, frei zitierter Utilitarismus würde ich mal sagen. Wäre es nicht diskutabel, ob nicht jeder die Möglichkeit haben sollte, sondern jeder tatsächlich teilnimmt? Obsiegt das economic good tatsächlich das artistic good? Und was wenn das "and" zum "or" wird, wenn es Situationen gibt, in denen die Möglichkeit der Teilhabe im Widerspruch zur größtmöglichen ökonomischen Wertigkeit steht? Spielt die Freiheit als moralischer Wert keine Rolle in der Debatte, und wenn Nutzenerwägungen strikte Kontrolle verlangen, dann halt unfrei?
Leicht skeptisch bin ich ja auch beim von ihm zitierten Natürlichkeitsargument "It’s also completely organic: The Internet, above all, is a tool for sending and receiving files. That music files would be part of that culture is only natural." Mal abgesehen davon, dass ich eh kein Freund des Vitalismus bin scheint mir das doch zu sehr eine Opferrolle des Menschen gegenüber der Technik zu fördern. Nur weil eine Technik eine bestimmte Benutzung anbietet, heißt es nicht, dass der "unnatürliche Weg" der bessere sein kann. Das fängt mit Geschwindigkeitsbegrenzungen in der Innenstadt an, geht über Datenschutzregelungen bis hin zu meist sehr restriktiven Waffengesetzen.
Natürlich es ist verlockend sich auf eine verengte Technik-Ökonomie-Diskussion einzulassen, wenn die einem Recht zu geben scheinen. Nur befördert man damit schnell den Menschen zum Opfer der Technik, das vom autonomen Wesen zum Rädchen im Utilitarischen Getriebe wird. Es ist anstrengend wenn ausgerechnet der Springer-Verlag von Moral anfängt. Aber ohne Not sollte man nicht auf Freiheit oder Fairness in der Argumentation verzichten.
Marcel Weiss schreibt auf Neunetz, dass moralische Debatten ums Filesharing am Thema vorbeigehen, da es "um eine wirtschaftliche Thematik geht", denn wer "die Diskussion von der wirtschaftlichen Seite zur moralischen ziehen will, versucht damit auch, Tatsachen zu schaffen, die in der Regel entweder nicht stimmen oder zumindest diskutabel sind." Er beruft sich dabei maßgeblich auf einen längeren Text auf Musicthinktank.
Nun ja, nun gehört moralisierendes Lobbytum tatsächlich zu den unerträglicheren Teilen der Filesharing-Debatte, und ebenso zu denen, die dank ihrer Schrillheit besonders auffallen. Andererseits sollte man die Moral nicht gleich mit dem Wickert ausschütten, ganz auf moralische Argumente sollte man nicht verzichten und ehrlich gesagt kann man es auch gar nicht.
Weiss zitiert zustimmend "a properly calibrated system is one where there’s the greatest overall economic good and everyone has the greatest opportunity to benefit" - das ist natürlich ein moralischer Standpunkt, frei zitierter Utilitarismus würde ich mal sagen. Wäre es nicht diskutabel, ob nicht jeder die Möglichkeit haben sollte, sondern jeder tatsächlich teilnimmt? Obsiegt das economic good tatsächlich das artistic good? Und was wenn das "and" zum "or" wird, wenn es Situationen gibt, in denen die Möglichkeit der Teilhabe im Widerspruch zur größtmöglichen ökonomischen Wertigkeit steht? Spielt die Freiheit als moralischer Wert keine Rolle in der Debatte, und wenn Nutzenerwägungen strikte Kontrolle verlangen, dann halt unfrei?
Leicht skeptisch bin ich ja auch beim von ihm zitierten Natürlichkeitsargument "It’s also completely organic: The Internet, above all, is a tool for sending and receiving files. That music files would be part of that culture is only natural." Mal abgesehen davon, dass ich eh kein Freund des Vitalismus bin scheint mir das doch zu sehr eine Opferrolle des Menschen gegenüber der Technik zu fördern. Nur weil eine Technik eine bestimmte Benutzung anbietet, heißt es nicht, dass der "unnatürliche Weg" der bessere sein kann. Das fängt mit Geschwindigkeitsbegrenzungen in der Innenstadt an, geht über Datenschutzregelungen bis hin zu meist sehr restriktiven Waffengesetzen.
Natürlich es ist verlockend sich auf eine verengte Technik-Ökonomie-Diskussion einzulassen, wenn die einem Recht zu geben scheinen. Nur befördert man damit schnell den Menschen zum Opfer der Technik, das vom autonomen Wesen zum Rädchen im Utilitarischen Getriebe wird. Es ist anstrengend wenn ausgerechnet der Springer-Verlag von Moral anfängt. Aber ohne Not sollte man nicht auf Freiheit oder Fairness in der Argumentation verzichten.
Nun ja, nun gehört moralisierendes Lobbytum tatsächlich zu den unerträglicheren Teilen der Filesharing-Debatte, und ebenso zu denen, die dank ihrer Schrillheit besonders auffallen. Andererseits sollte man die Moral nicht gleich mit dem Wickert ausschütten, ganz auf moralische Argumente sollte man nicht verzichten und ehrlich gesagt kann man es auch gar nicht.
Weiss zitiert zustimmend "a properly calibrated system is one where there’s the greatest overall economic good and everyone has the greatest opportunity to benefit" - das ist natürlich ein moralischer Standpunkt, frei zitierter Utilitarismus würde ich mal sagen. Wäre es nicht diskutabel, ob nicht jeder die Möglichkeit haben sollte, sondern jeder tatsächlich teilnimmt? Obsiegt das economic good tatsächlich das artistic good? Und was wenn das "and" zum "or" wird, wenn es Situationen gibt, in denen die Möglichkeit der Teilhabe im Widerspruch zur größtmöglichen ökonomischen Wertigkeit steht? Spielt die Freiheit als moralischer Wert keine Rolle in der Debatte, und wenn Nutzenerwägungen strikte Kontrolle verlangen, dann halt unfrei?
Leicht skeptisch bin ich ja auch beim von ihm zitierten Natürlichkeitsargument "It’s also completely organic: The Internet, above all, is a tool for sending and receiving files. That music files would be part of that culture is only natural." Mal abgesehen davon, dass ich eh kein Freund des Vitalismus bin scheint mir das doch zu sehr eine Opferrolle des Menschen gegenüber der Technik zu fördern. Nur weil eine Technik eine bestimmte Benutzung anbietet, heißt es nicht, dass der "unnatürliche Weg" der bessere sein kann. Das fängt mit Geschwindigkeitsbegrenzungen in der Innenstadt an, geht über Datenschutzregelungen bis hin zu meist sehr restriktiven Waffengesetzen.
Natürlich es ist verlockend sich auf eine verengte Technik-Ökonomie-Diskussion einzulassen, wenn die einem Recht zu geben scheinen. Nur befördert man damit schnell den Menschen zum Opfer der Technik, das vom autonomen Wesen zum Rädchen im Utilitarischen Getriebe wird. Es ist anstrengend wenn ausgerechnet der Springer-Verlag von Moral anfängt. Aber ohne Not sollte man nicht auf Freiheit oder Fairness in der Argumentation verzichten.
Das wohlplatzierte Moral-Argument in der Filesharing-Debatte
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