Sonntag, 14. November 2010

Prezi lebt.

So, mein zweiter Aktionstag im Versuch, Prezi vor der Wikipedia-Löschung zu bewahren (Wikipedia:Prezi). Beim Schreiben habe ich mich ja fast gewundert, dass die internen Links auf LeWeb, TED und TechCrunch tatsächlich existierten. Gelöschte Artikelversuche an den Stellen hätten mich fast weniger überrascht.

Da ich noch bei der Artikel- beziegungweise Themenrettung bin, habe ich dann auch gleich die unseligen Nebenfolgen der Relevanzdebatte bemerkt: Selbst wenn man ein Thema nicht promoten will, schreibt man es unwillkürlich nach oben, um auch den inhaltlich unaffinisten Löschabarbeiter von der Relevanz des Artikelgegenstands zu überzeugen. Um die Sache nicht mit komischen Quellen zu belasten, bleiben die inhaltlich besten Posts zum Thema erstmal draußen. Nicht etwa, dass "unwichtiger Mensch schreibt essayistisch zu komischem Thema" das Artikelkarma versaut.

Oder um es anders auszudrücken. Um das Thema durchzubringen, wird ein Rettungsartikel erstmal ein "New York Times sagt alles sei super"; nicht ein: "viele Blogger sagen, ihr Publikum wurde seekrank und schlagen Sehkrankheit als Begriff vor."


Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Yep, das ist mir auch schon öfters gesagt worden: da ist man sittsam, bescheiden und rein bei der Vorstellung z.B. seines Unternehmens, um nicht der Werbung bezichtigt zu werden, und um nicht gelöscht zu werden, muß man wiederum „auf die Kacke hauen“, damit auch der letzte die Relevanz im ersten Abschnitt bereits bemerkt ,-)

Torsten hat gesagt…

Etwas weniger Jubel und bedeutend mehr Fakten würde dem Artikel ganz gut tun. Denn nach dem jetzigen Stand wundere ich mich nicht nur, dass der Artikel noch existiert - ich wundere mich, dass Prezi selbst noch existiert.

Das fängt schon vorne an: ist es eine plattformunabhängige Software oder ein proprietärer Webservice? Und wie funktioniert es? Natürlich ist das Whiteboard "magisch" - obwohl in der angegebenen Quelle kein Wort von Magie zu finden ist.

Erfahrungswert: Wenn ein Produkt als Google/iPhone -- oder in diesem Fall: Powerpoint-Killer hochgejubelt wird, ist die Firma nach weniger als zwei Jahren wahrscheinlich Pleite.

dirkfranke hat gesagt…

Danke für den Hinweis, die Magie gab es tatsächlich nur in einer Quelle (http://libguides.library.vanderbilt.edu/pbdy_prezi) die ich dann doch nicht mehr benutzt habe. Im Zweifel geh ich mit der Quelle, die am bekanntesten ist.

Und ja, da ist das Problem: bekannteste Quelle hat nicht unbedingt den besten Artikel. Detailliert wird es in komischen Blogs, die Karma-Minuspunkte auf der Löschdiskussion bringen.

Aber tot ist doch eh die meiste Software nach zwei Jahren. Gerade die "Killer" treten halt in einem Marktsegment an, wo jemand schon stark dominiert und wo der Markteintritt deshalb besonders kritisch ist. An sich würde ich aber behaupten, dass starker Hype nur bedingt ein Maßstab dafür ist, dass etwas überlebt, aber andererseits auch genug Software sofort wieder eingeht, die nie gehypt wurde.