Dienstag, 16. November 2010

Freie Vögel zwitschern frei. Es sei denn, sie sind eine Datenbank. #twitter #urheberrecht

Vor einiger Zeit waberste ja schon mal das Urheberrecht durch den Twitter-Raum. mspro verfasste "Geistige Eigentümlichkeiten" und argumentierte primär moralisch auf eher angreifbarer ethischer Grundlage.

Eher juristich kamen dann deutsche Rechtsanwältemit dem deutschen Recht gab es beim LBR-Blog. Fazit: generell nicht, aber es kommt auf den einzelnen Tweet an.

Rechtzweinull hat sich dann noch mit der Frage auseinandergesetzt, ob für Twitter-Streams anderer Regeln gelten und kommt auf den Datenbankschutz, der eventuell greift. Ich würde ja eher dahin gehen, dass ein Stream ein Werk auf vielen Tweets sein, ähnlich wie ein Artikel ein Werk aus vielen Texten - aber solang noch kein Gericht tätig war..

So altm so okay. In den USA gibt/gab es die Diskussion wohl auch. Auf "Twitterlogical: The Misunderstandings of Ownership" steht der Text als Leseempfehlung, den ich mir auf deutsch gewünscht hätte. Eine sehr saubere und systematische und im Tonfall erfreulich unjuristische Auseinandersetzung mit dem Thema. Leider natürlich auf englisch und auf das amerikanische Rechtssystem bezogen, aber dafür unter Einbeziehung zahlreicher möglicher und unmöglicher Missverständnisse.

Und obwohl 1:1-Übertragung amerikanischer Normen auf die deutsche Debatte eine Hauptursache für deutsche Verwirrungen, stimmen hier doch alle Grundprinzipien überein. Fazit: Es kommt drauf an. Und "du bist nicht so originell wie du denkst." Theoretisch sind Einzeltweets schutzfähig. Bei den real existierenden Tweets müsste man aber schon sehr lange suchen, um mit 140 Zeichen aus der Banalität heraus auf einen Text mit Schöpfungshöhe zu kommen.

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